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Teltow-Fläming Aus für Brandenburgs letzte Pelztier-Farm
Lokales Teltow-Fläming Aus für Brandenburgs letzte Pelztier-Farm
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10:45 02.08.2016
Die Stallanlagen in Frankenförde sind verwaist. Quelle: Margrit Hahn
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Frankenförde

Die letzte Pelztier-Farm in Brandenburg ist geschlossen. 16 000 Nerze waren bis vor wenigen Monaten in der Farm von Alfons Grosser in Frankenförde untergebracht, jetzt steht die Anlage komplett leer. Bereits im vergangenen Jahr hatte sich der Eigentümer aus Melle in Niedersachsen entschlossen, sein Unternehmen gänzlich aufzugeben. „Ich bin jetzt 70 Jahre alt und gehe in den Ruhestand“, erklärte er am Montag gegenüber der MAZ. „Dass die sogenannten Tierschützer mich manchmal geärgert haben, hat bei meiner Entscheidung keine Rolle gespielt“, versicherte er. Auch seien die Auflagen für seine Tierhaltung nicht verschärft worden.

Letze Schilder weisen auf die ehemalige Nerz-Farm hin. Quelle: Margrit Hahn

Das Pacht-Gelände jenseits der L80 zwischen Frankenförde und Zülichendorf liegt verwaist, Käfige stehen leer, Tore sind verschlossen. Bereits seit Jahresende befinden sich laut Grosser keine Tiere mehr auf dem Gelände, die Anlagen wurden teilweise zurückgebaut beziehungsweise an den Eigentümer der Fläche zurückgegeben. „Zur Jahresmitte haben wir uns dort gänzlich verabschiedet“, sagt Grosser. Der Tierwirtschaftsmeister im Fachbereich Pelztierzucht hatte Anfang der neunziger Jahre die Pelztier-Farm in Frankenförde übernommen und seitdem zeitweise bis zu 16 000 Tiere, darunter 3000 Zucht-Fähen, gehalten, um deren Pelze für die Textilindustrie zu vermarkten.

Verschlossene Tore vor dem verwaisten Gelände. Quelle: Margrit Hahn

Mehrmals war er dabei mit Anwohnern und Tierschützern aneinandergeraten. In die Schlagzeilen geriet seine Zuchtfarm im Jahr 2010, als Tierschützer auf das Gelände eingedrungen waren und in einer Nacht- und Nebelaktion 4000 Nerze freiließen. 2014 protestierten rund 100 Farm-Gegner in Frankenförde in einer Trauer-Demonstration gegen die Vergasung der Pelztiere.

Tierschützer begrüßen die Schließung

Grosser hatte stets beteuert, die Tierhaltungsverordnung einzuhalten. Auch seinen bisherigen Standort Söllichau in Sachsen-Anhalt mit 50 000 Nerzen hat er aufgegeben. Die Pelze der inzwischen getöteten Tiere werden laut Grosser über große Auktionen in alle Welt verkauft.

Der Verein Deutsches Tierschützbüro in Berlin begrüßt die Schließung der Anlagen. „Nur um letztendlich als modisches Accessoire wie eine Mützenbommel zu enden, werden die Wildtiere unter tierquälerischen Bedingungen gehalten“, teilte Vereinsgründer Jan Peifer mit. „Wir sind froh, dass dies zumindest in Brandenburg ein Ende hat“, so Peifer weiter.

Von Elinor Wenke

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