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Ausbildungsstart für die ersten Notfallsanitäter

Teltow-Fläming Ausbildungsstart für die ersten Notfallsanitäter

825 Einwohner kommen auf einen Mitarbeiter des Rettungsdienstes im Kreis Teltow-Fläming. Um die mehr als 15 000 Einsätze jährlich mit qualifiziertem Personal abdecken zu können, bildet die Rettungsdienst GmbH selbst die neuen Notfallsanitäter aus. Das Berufsbild gibt es erst seit 2014. Mehr als 70 Bewerber gab es für sechs Lehrstellen.

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Sechs von 70 Bewerbern konnten kürzlich ihre Verträge zur Ausbildung zum Notfallsanitäter unterschreiben.

Quelle: Victoria Barnack

Jüterbog. Der Bedarf an gut ausgebildetem Rettungspersonal steigt. Schuld daran ist nicht zuletzt der demografische Wandel. Denn mit der Lebenserwartung der Menschen steigt auch der Bedarf an medizinischer Versorgung vor allem in den ländlich geprägten Gebieten des Kreises Teltow-Fläming.

Vor diesem Hintergrund novellierte der Bund 2014 die Ausbildung im Rettungswesen und schuf den neuen Beruf des Notfallsanitäters. Das 25 Jahre alte Rettungsassistenten-Gesetz wurde ablöst. Am Dienstag traten die ersten jungen Menschen diese Ausbildung beim Rettungsdienst Teltow-Fläming an.

Einführung in die Rettungstechnik

Einführung in die Rettungstechnik.

Quelle: Victoria Barnack

Die fünf jungen Männer und ihre einzige weibliche Kollegin hatten sich im Vorfeld gegen 70 Mitbewerber durchgesetzt. „Die Bewerbung war in diesem Landkreis besonders angenehm“, resümiert Marcus Bujotzek aus Potsdam, einer der sechs Auszubildenden. Mehr als 60 Lebensläufe und Anschreiben hatte er in die gesamte Bundesrepublik verschickt und war unter anderen in Köln zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen worden. Seine Entscheidung fällte er schließlich bewusst für den Rettungsdienst Teltow-Fläming. Vor allem der Umgang untereinander im Kollegium war ihm positiv aufgefallen.

Berufsausbildung ohne klaren Lehrplan

Wie die dreijährige Ausbildung tatsächlich verlaufen wird, weiß noch niemand genau – weder die Azubis noch Ausbilder oder Denny Mieles, Geschäftsführer des Rettungsdienstes. Erfahrungswerte gibt es bisher keine.

Zunächst geht es auf die Schulbank. Denn das erste Halbjahr sieht zunächst den Erwerb der Ausbildung zum Rettungssanitäter als Mindestqualifikation vor. Fast alle neuen Azubis konnten diese allerdings bereits bei ihrer Bewerbung vorweisen. „Ich bin schon seit ich 15 Jahre alt war ehrenamtlich beim DRK in Berlin tätig“, erzählt beispielsweise Dieter Westphal, der seine Praxisphasen in der Luckenwalder Rettungswache verbringen wird.

Denny Mieles, Geschäftsführer der Rettungsdienst GmbH Teltow-Fläming

Denny Mieles, Geschäftsführer der Rettungsdienst GmbH Teltow-Fläming.

Quelle: Victoria Barnack

Neben ihrer Schulzeit, die die künftigen Notfallsanitäter durchgängig beim Brandenburgischen Bildungswerk für Medizin und Soziales in Potsdam verbringen werden, stehen für die Azubis auch zahlreiche Praktika an. Diese verbringen sie beispielsweise in Krankenhäusern, bei der Polizei und bei Feuerwehren. „Erst im dritten Ausbildungsjahr findet eine Verlagerung auf den Rettungsdienst statt“, erklärt Geschäftsführer Mieles.

Notfallsanitäter mit mehr medizinischen Befugnissen

Die umfangreichen Praxisphasen sind in der Lehre der Notfallsanitäter besonders wichtig, weil sie mit ihrem Abschluss weit mehr Handlungsbefugnis erlangen als bisher die Rettungssanitäter hatten. „Es wird ihnen erlaubt sein, eigenverantwortlich ohne einen anwesenden Doktor zu handeln“, erklärt Christian Ziehe. Er ist der Ausbildungsbeauftragte beim Rettungsdienst des Kreises. Die ausgelernten Notfallsanitäter dürfen beispielsweise Medikamente verschreiben, Kanülen legen und verschiedene Wiederbelebungsmaßnahmen durchführen. Bis dahin werden sie bereits 720 Stunden in Krankenhäusern absolviert und Ernstfälle miterlebt haben.

„Mir war es bei der Wahl meiner Ausbildung wichtig, später auch im medizischen Sinne handeln zu können“, erklärt Annika Blume, die einzige weibliche Auszubildende. Die hohen Anforderungen während der Ausbildung machen den Job so attraktiv.

Die sechs jungen Menschen, die den begehrten Ausbildungsvertrag unterschreiben durften, sind nun vor allem auf den abwechslungsreichen Arbeitsalltag gespannt. „Nie genau zu wissen, was vor Ort auf einen zukommt, reizt mich besonders an dem Beruf“, sagt Dieter Westphal.

Von Victoria Barnack

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