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Teltow-Fläming Sehenswerte Genrevielfalt
Lokales Teltow-Fläming Sehenswerte Genrevielfalt
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15:35 24.10.2018
Fest im Blick hat Karin Tiefensees Katze aus Bayerischem Muschelkalkstein die faszinierenden Bilder von Agnieszka Korejba und die Skulptur der Betonfreunde. Quelle: Karen Grunow
Wünsdorf

Die ersten Besucher sind quasi schon da, dabei wird die nächste Ausstellung in der Neuen Galerie in Wünsdorf doch erst am Samstagnachmittag offiziell eröffnet. Neugierig und mit gespitzten Ohren betrachtet die Katze Agnieszka Korejbas großformatige Werke. Ein Hahn ist auch schon aufgekreuzt, mit stolzgeschwelltem Kamm. Er hat Anett Münnichs gemalte „Lebensräume“ im Visier, deren Waldvisionen wie Eindrücke aus dem tiefen Dschungel wirken, so kraftvoll und intensiv sind sie.

Zum nunmehr 15. Mal gibt es die „Akzente“, eine alljährlich im Herbst und der Adventszeit bei Publikum und Künstlern gleichermaßen beliebte Schau. Um die 30 Künstler sind diesmal dabei. Ganz genau lässt sich die Zahl tatsächlich nicht ermitteln, denn es gibt einige Arbeiten, die als Werke der „Betonfreunde“ zu erkennen sind. Und wie viele der mit Begeisterung mit Beton Kunst Schaffenden dieser Runde um Manfred Sieloff aus Wünsdorf daran mitgewirkt haben, ist nicht zu filtern, soll auch vordergründig keine Rolle spielen. Also die Betonfreunde sind präsent und dann noch 29 weitere Künstler und auch Kunsthandwerker.

Rainer Sperl funktioniert Instrumente um. Quelle: Karen Grunow

„Es sollten neben unseren Künstlern aus Teltow-Fläming auch wieder neue Künstler dabei sein“, sagt Cordula Schmidt vom Amt für Bildung und Kultur des Landkreises Teltow-Fläming. Sie ist deshalb im vergangenen Jahr unter anderem bei der Kunstmesse Art Brandenburg unterwegs gewesen, hat Künstler nach Wünsdorf eingeladen. So erweitert sich von Jahr zu Jahr der Kreis derer, die die Neue Galerie bereichern, für die gewohnte Genrevielfalt sorgen.

Eigentlich immer dabei ist die Glaskünstlerin Beate Bolender aus Kasel-Golzig, deren besondere, aber auch preiswerte Glassterne meist schon zur Vernissage der Akzente-Schau reißenden Absatz finden. Dass fleißig verkauft wird, gehört bei der Ausstellung dazu. Beliebt ist stets auch Schmuck. Der Luckenwalder Schmuckgestalter Peter Kuhl hat zum ersten Mal einige seiner Ringe, Ketten und Armbänder nach Wünsdorf gegeben. „Da freue ich mich, dass das geklappt hat“, so Cordula Schmidt. Ebenfalls Premiere bei der Akzente-Reihe hat der Baruther Künstler Karsten Wittke.

Karsten Wittkes Glasobjekte reflektieren ihre Umgebung. Quelle: Karen Grunow

Außergewöhnlich sind die beiden Glasobjekte, die er nun zeigt. „Es sind einfache architektonische Strukturen, aber auch wie Skulpturen und es ist auch Malerei“, sagt Karsten Wittke darüber. Ihm gefällt, wie sie zugleich ihre Umgebung reflektieren. Wittke wurde ebenfalls von Cordula Schmidt angesprochen. Sie erinnerte sich noch gut an seine Ausstellung mit solchen Arbeiten in Glashütte vor einigen Jahren. Er hat dafür in den Derix-Glasstudios im hessischen Taunusstein arbeiten können, an jenem Ort, an dem seit mehr als 150 Jahren herausragende Glaskunstwerke realisiert werden, unter anderem Gerhard Richters Fenster für den Kölner Dom. Nach der Akzente-Vernissage am Sonnabend wird Karsten Wittke wieder dorthin fahren, um für den „Raum der Stille“ im Hospiz in Luckenwalde ein Glasfenster zu gestalten.

Margitta Wünsche, die bis zu ihrem Ruhestand gemeinsam mit Cordula Schmidt sämtliche Ausstellungen in der Neuen Galerie konzipierte, kümmert sich heute ehrenamtlich als Vorsitzende der für die Neue Galerie engagierten Kunstfördergemeinschaft und hat mit Thomas Haetge, ihrem Nachfolger im Amt, die Ausstellung in den vergangenen Tagen mit eingerichtet.

Anett Münnichs waldige Motive haben einen roten Betrachter, den Rainer Sperl geschaffen hat. Quelle: Karen Grunow

Da sind kleine kalligraphische, kritische Arbeiten von Detlef David aus Gottsdorf: „Wenn jeder Mensch ein Künstler ist – was machen dann die Künstler?“, hinterfragt er Joseph Beuys vielzitierten Ausspruch. Franziska Gußmann aus Oehna hat ihre in sich versunkenen Frauengestalten eingereicht, von dem Wünsdorfer Maler und Grafiker Bernd Stiehler sind einige Landschaften zu sehen, der Potsdamer Rainer Sperl amüsiert mit seinen skulpturalen Objekten. „Mein Atelier ist ein Recyclinghof“, sagte er mal über sein „Sperlzeug“, bei dem er zusammenfügt, was eigentlich nicht zusammengehört und so irrwitzige Geschichten entstehen lässt.

Ganz zart ist der Pergamentschmuck von Hilde Janich, einer Essener Schmuckdesignerin, die selbst auf die Neue Galerie aufmerksam geworden ist. Aus Dahme-Spreewald ist neben der in Mittenwalde lebenden Anett Münnich außerdem Sabine Fiedler dabei. Die Staakmühler Künstlerin hat fünf Arbeiten eingereicht, es sind Drucke mit Collagen, deren Namen Fiedlers humorige Ader verraten. „Ich setze die Titel meist erst, wenn das Bild fertig ist“, sagt sie über jenes nächtlich anmutende Bild mit gelben Streifen, die wie von Wellen bewegte Spiegelungen auf dem Meer anmuten. „Wo steckt der Mond?“, heißt diese grafische Arbeit, der Karin Tiefensees eigentlich doch so neugierige Katze jetzt frech den Rücken zuwendet.

Die Vernissage findet am kommenden Samstag ab 15 Uhr statt. Zur Eröffnung wird der Musiker Sebastian David erwartet.

Die Ausstellung mit Malerei, Grafik, Plastik, Keramik, Schmuck, Glas und Fotografie ist bis zum 16. Dezember in der Neuen Galerie in der Gutenbergstraße 1 in Wünsdorf zu sehen. Geöffnet ist dort immer donnerstags bis sonntags von 10 bis 17 Uhr. Auch am Reformationstag am nächsten Mittwoch ist geöffnet.

Mit dabei sind: Kerstin Becker, Beate Bolender, Sophia Busch, Detlef David, Ansgar C. Essler, Maria Luise Faber, Sabine Fiedler, Anna von Glasow, Katja Gragert, Franziska Gußmann, Michael M. Heyers, Peter Heyn, Liane Hoßfeld, Marion Jachmann, Hilde Janich, Frieda Knie, Peter Kuhl, Uwe Langmann, Agnieszka Korejba, Guido von Martens, Jürgen Melzer, Anett Münnich, Dietrich Oltmanns, Beate Paulini, Susanne Protzmann, Manfred Sieloff, Rainer Sperl, Bernd Stiehler, Karin Tiefensee und Karsten Wittke.

Von Karen Grunow

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