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Ausstellung zur Eisenbahngeschichte

Jüterbog Ausstellung zur Eisenbahngeschichte

Bahnhofseigentümer Konrad Ertl und Hobby-Bahnhistoriker Reiner Szameit zeigen eine Ausstellung zur 175-jährigen Eisenbahngeschichte im Jüterboger Bahnhof. Szameit hat dafür viele Archive durchstöbert und historische Dokumente gesichtet, von denen einige nun bis Jahresende zu sehen sind.

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Konrad Ertl (l.) und Reiner Szameit vor einer Ausstellungstafel.

Quelle: H.-Dieter Kunze

Jüterbog. 175 Jahre deutsche Eisenbahngeschichte sind gegenwärtig im ebenso alten Bahnhofsgebäude in Jüterbog zu sehen. Der hat seine Blütezeiten längst hinter sich, dümpelt vor sich hin und wäre dem Verfall ausgesetzt, würde sich nicht Konrad Ertl als Eigentümer darum kümmern (die MAZ berichtete). Der Bahnhofs-Erwerb, das waren finanziell Peanuts im Vergleich mit den Investitionen, die auf den Rohrbecker für den Erhalt zukommen werden. „Das ist mir völlig klar, aber ich halte an meiner Idee fest“, sagt er fest überzeugt.

Bahnhof Jüterbog

Bahnhof Jüterbog.

Quelle: Uwe Klemens

Ein, wenn auch kleiner Mosaikstein, soll die Ausstellung über die 175-jährige Geschichte des Bahnhofsgebäudes und der Eisenbahngeschichte insgesamt sein. Auf 20 Aufstellern, gegliedert in vier Epochen, ist sie dokumentiert. Konrad Ertl fand mit Reiner Szameit einen versierten Kenner der Szene.

Er war Jahrzehnte beruflich mit der Bahn verbunden und ist jetzt im Ruhestand. Er kennt sich bestens in diesem Metier aus wie kaum ein anderer in der Region. Es war deshalb nur eine logische Konsequenz für ihn, sich nun mit der deutschen im Allgemeinen und speziell der Jüterboger Bahngeschichte intensiv zu befassen.

Archive durchstöber und Dokumente gesichtet

Er hat in unermüdlicher Fleißarbeit recherchiert, alte Dokumente und historische Fotos gesichtet und sie vom Jüterboger Planungsbüro „Bruckbauer & Hennen“ auf großformatigen Postern grafisch platzieren lassen. Das Büro organisierte auch den Druck.

Konstruktive und fachlich versierte Partner fand der Hobbyhistoriker zudem in den Mitarbeitern des Jüterboger Stadtmuseums. Mit ihrer Unterstützung konnte Reiner Szameit gezielt die entsprechenden Unterlagen zur Bahn- und Bahnhofsgeschichte sichten. Vielleicht ist ja Ausstellung auch ein Denkanstoß für die Jüterboger, sich etwas intensiver zu beschäftigen. „Jüterbog wurde von einer einst bedeutenden Eisenbahnerstadt zu einer Ein- und Aussteigestelle deklassiert“, bedauert Reiner Szameit.

Eingang zu den alten Sälen mit der Ausstellung

Eingang zu den alten Sälen mit der Ausstellung.

Quelle: Uwe Klemens

Das wird auch in der Vier-Epochen-Gliederung in der Ausstellung deutlich. Die 175-jährige Eisenbahngeschichte begann am 1. Juli 1841, als die Strecke von Berlin über Jüterbog in Richtung Köthen durch die Berlin-Anhaltische Eisenbahngesellschaft auf einer Länge von zunächst 63 Kilometer eingleisig offiziell eröffnet wurde. Der zweigleisige Ausbau in Richtung Wittenberg und Falkenberg erfolgte später. In der Folgezeit ging es rasant voran. Sämtliche Höhepunkte und dann zunehmend die „Tiefschläge“ bis 2016 sind ausführlich dokumentiert.

Hintergrund

Die Ausstellung zu 175 Jahre Bahnhofs- und Bahngeschichte ist noch bis Ende dieses Jahres zu sehen.

Feste Öffnungszeiten sind samstags und sonntags jeweils von 15 bis 17 Uhr.

Andere Besuchszeiten, beispielsweise für Heimatfreunde, Schulklassen oder Hortgruppen, können telefonisch mit Konrad Ertl vereinbart werden. Er ist für Terminabsprachen erreichbar über den Mobilfunk-Anschluss Tel.  01 51/19 70 15 22.

Die Exposition wurde im einstigen Wartesaal zu sehen, in dem noch die Trennung in erste sowie zweite Klasse erkennbar ist. Gleich nebenan befindet sich das so genannte Damenzimmer, zu dem nur weibliche Reisende Zutritt hatten.

Weitere Räumlichkeiten, zum Beispiel der Küchentrakt und der Speisesaal, lassen die Dimension ahnen, die das Bahnhofsgebäude einst hatte. Beeindruckend ist auch die Höhe von etwa vier Metern mit Ornamenten auf der Decke. Wenig passend zur jetzigen Energiesparepoche sind allerdings die riesigen Fenster mit jeweils einschichtiger Verglasung. Am besten, man lässt das einstige Flair des Bahnhofes bei einem Ausstellungsbesuch auf sich einwirken.

Von H.-Dieter Kunze

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