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Teltow-Fläming Autorin Britta Wulf über ihre Liebe in Sibirien
Lokales Teltow-Fläming Autorin Britta Wulf über ihre Liebe in Sibirien
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05:10 20.02.2017
Autorin Britta Wulf am Freitag im Bücherstall. Quelle: Gudrun Ott
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Wünsdorf-Waldstadt

Für die Lesung von Britta Wulf am Freitagabend im Bücherstall hätte man sich mehr Besucher gewünscht. Die Autorin und Filmemacherin ist wenig bekannt, doch was sie zu erzählen hatte, ging unter die Haut und berührte die Herzen.

2014 war sie zehn Tage in Sibirien, um einen Film über die Ewenken zu drehen, eine Volksgruppe, die am Baikalsee lebt. Dass sich ihr Protagonist Anatoli während der Dreharbeiten in sie verliebte, spürte sie wohl, traute diesem Gefühl aber nicht und wagte erst recht nicht, sich die eigene Zuneigung einzugestehen. „Ich merkte, ich habe mich in jemanden verliebt, den ich nicht kenne. So etwas passiert einem mit 17, aber nicht mit 50, dachte ich.“

Anatoli erwartete sie am Baikalsee, nahm sie in den Arm und hielt sie fest

Als sie zurück war und die Nachrichten nicht abrissen, Anatoli E-Mails und SMS schrieb und sich per Skype meldete, beschloss sie, der Sache nachzugehen. Sie buchte den Flug und fuhr mit einem Luftkissenboot zwölf Stunden über den Baikalsee. Anatoli erwartete sie, nahm sie in den Arm und hielt sie fest. Britta Wulf wusste: „Das ist jemand, der mich so fest in den Arm nimmt, bis alle zerbrochenen Teile in mir wieder ganz sind.“

Aus Anatoli wurde Tolja. Über ihre Begegnung hat die Filmemacherin das Buch „Das Rentier in der Küche“ geschrieben. Es ist eine Liebeserklärung an die Sibirier, an die Menschen, die am magischen Baikalsee leben. Deren Hochachtung für das „Heilige Meer“ sei ansteckend, sagt sie. Sie feiert das Weihnachtsfest mit Tolja, lernt seine Geschwister kennen, verbringt Zeit auf einer Rentierfarm, die einem von Toljas Brüdern gehört. Filmbilder und Fotos ließen die Besucher des Bücherstalls auch optisch an dieser grandiosen und geheimnisvollen Welt teilhaben.

Wiederholung des Films Anfang März im RBB

Als im Publikum jemand nach der Zukunft dieser Liebe fragte, erzählte Britta Wulf auch von den Schwierigkeiten. „Allein das Visum für Tolja war mit unendlichen Problemen verbunden.“ Ein gemeinsames Leben in Deutschland sieht die Autorin nicht. „Ich würde Tolja hier vielleicht nicht so spannend finden wie dort. Und als Filmemacherin könnte ich am Baikalsee nicht arbeiten. Wir haben an die Variante gedacht, ich drei Monate dort, er drei Monate hier.“

Im August will Britta Wulf erst einmal mit Freunden und mehreren Wohnmobilen von Berlin an den Baikalsee aufbrechen. Schließlich schreibt sie schon am zweiten Teil ihrer Liebesgeschichte. Die Wiederholung ihres Films ist am 6. März um 15.15 Uhr im RBB zu sehen.

Von Gudrun Ott

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