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Teltow-Fläming Die BAM will diese Woche wieder sprengen
Lokales Teltow-Fläming Die BAM will diese Woche wieder sprengen
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16:55 31.07.2018
Waldbesitzer Erhard Nickisch (r.) und Forstarbeiter Jeff Arnold an einem der nicht heruntergeklappten Warnschilder. Quelle: Foto: Jutta Abromeit
Horstwalde

Waldbesitzer Erhard Nickisch findet es provozierend, dass trotz tropischer Hitze in dieser Woche auf dem BAM-Versuchsgelände Horstwalde zu Testzwecken wieder gesprengt werden soll. Und ihn ärgert die kurzfristige Ankündigung von Kai Holtappels, dem Leiter des Testgeländes, am Freitagabend. Unternehmer Nickisch schreibt einen „Brandbrief“, wie er seine Zeilen nennt, an Medien, die Stadt Baruth, Landtags- und Kreistagsabgeordnete sowie Feuerwehren.

Wie berichtet hatte Nickisch gegen solche Versuche bei höchster Waldbrandwarnstufe eine einstweilige Verfügung angestrengt. Die hatte das Landgericht Potsdam vor wenigen Tagen abgelehnt. Jetzt liegt der Streit beim Oberlandesgericht. Nickisch ist Geschäftsführer des Forstbetriebs Wunder, seine 250 Hektar Wald grenzen ans BAM-Gelände. Er und weitere Waldbesitzer fürchten bei Bränden um ihre Existenz.

„Hochgradig provokant“

Nickisch sagt, diese Woche seien an vier Tagen rund 40 Tests geplant. Angesichts der vielen Waldbrände im Land findet er das „hochgradig provokant und lässt uns ein ganzes Stück weit wütend werden“. Die Gefahr für Menschen in den kleinen Orten Mückendorf oder Horstwalde steige auf ein Höchstmaß.

Das BAM-Agieren sei „selbstherrlich“, so Nickisch, und unter Umständen gebe es sehr hohe Schäden an Flora und Fauna mit Tierarten der Roten Liste. Er schreibt: „Auch wenn die Auftragsbücher der BAM voll sind, rechtfertigt dies nicht, sich über Gesetze wie ein aktuelles Befahrverbot und Tätigkeitsunterlassung hinwegzusetzen.“

Eigene „Berufsfeuerwehr“ ist vor Ort

BAM-Sprecherin Miriam Ewald erklärt, auf die Brandgefahr würde täglich mit den vom Wetterdienst aktualisierten Gefahrenstufen reagiert. Der ortsspezifischen Beurteilung folge eine konservativere Festlegung der Gefahrenstufe, so Ewald, auch mit der Bundesforstverwaltung.

Und die Sprecherin erklärt, die BAM müsse Versuche aufrecht halten, um gesetzliche Aufgaben zu erfüllen und Fristen einzuhalten. In Horstwalde gebe es die Voraussetzungen, auch bei hoher Gefahrenstufe Versuche durchzuführen.

Vier Löschwasserbrunnen rund um Sprengplatz

Sie sagt, bei Witterung wie zurzeit würden besondere Vorkehrungen getroffen. So führe man Brand- und Sprengtests in einer speziellen Brandwallanlage in der Sprengplatzmitte durch. Hinter dem Wall werde ein drei Meter breiter Schutzstreifen vor Versuchen frisch geeggt, sagt sie. Zudem sei der BAM-eigene Technische Notdienst, praktisch eine „Berufsfeuerwehr“ für das Gelände, vor Ort mit permanentem Zugang zu vier Löschwasserbrunnen rund um den Sprengplatz, so Ewald.

Von Jutta Abromeit

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