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BER-Schallschutz auf dem Prüfstand

Oberverwaltungsgericht entscheidet über Lüfter BER-Schallschutz auf dem Prüfstand

Weil man in der Einflugschneise schlecht bei offenem Fenster schlafen kann, baut der Flughafen in vielen Häusern Lüfter ein. Laut Gemeinde Blankenfelde-Mahlow verstößt der BER gegen eine DIN-Norm, die auch eine Entlüftung von Räumen vorschreibt. Heute entscheidet das Oberverwaltungsgericht.

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Dieses Haus in Blankenfelde könnte die bisherigen Schallschutzmaßnahmen infrage stellen.

Quelle: Zielke

Blankenfelde-Mahlow. Ein unscheinbares Einfamilienhaus in Blankenfelde könnte die bisherige Schallschutzpraxis des Flughafens BER über den Haufen werfen. Wenn das Oberverwaltungsgericht (OVG) Berlin-Brandenburg heute einer Klage der Gemeinde Blankenfelde-Mahlow stattgibt.

Lüfter schafft Überdruck

Die Gemeinde, der das Haus gehört, verklagt die Flughafengesellschaft auf Einhaltung einer DIN-Norm. DIN 1946-6 schreibt vor, dass für Wohngebäude ein Lüftungskonzept erstellt werden muss, das neben der Belüftung auch die Entlüftung der Räume vorsieht. Die vom Flughafen bisher eingebauten Schallschutzlüfter fächern zwar frische Luft in die Schlafräume, es fehlt jedoch an einer Möglichkeit, die verbrauchte Luft wieder nach draußen zu befördern. Dadurch, so die Befürchtung, entsteht ein Überdruck, der Feuchtigkeit ins Mauerwerk presst. Es droht gesundheitsgefährlicher Schimmelbefall, vor allem bei Gebäuden mit einer modernen Dämmung, die praktisch keinen Luftaustausch mehr ermöglicht.

Anwalt will Flughafen mit dessen eigenen Zahlen schlagen

Michael Hofmann von der Rechtsanwaltskanzlei Siebeck aus München vertritt die Gemeinde Blankenfelde-Mahlow vor dem OVG. Er möchte die Flughafengesellschaft mit ihren eigenen Zahlen schlagen. Diese hatte in einer ersten Verhandlung am 8. Dezember 2014 argumentiert, dass die Lüfter 132 Kubikmeter Luft in ein Gebäude hineinbefördern. Im selben Zeitraum würden 54 Kubikmeter Luft entweichen. „Wenn zweieinhalb Mal so viel Luft hineinkommt wie entweicht, entsteht zwangsläufig ein Überdruck“, sagt Hofmann.

Gutachten geben Gemeinde recht

Zwei Gutachten stützen die Argumentation der Gemeinde. Das eine hatte das Oberverwaltungsgericht nach der ersten Verhandlung beim TÜV Süd in Auftrag gegeben, für das andere hatte die Schutzgemeinschaft der Umlandgemeinden das Fresenius-Institut beauftragt. Michael Hofmann hofft, dass das Gericht seiner Argumentation folgt. Sollte die Gemeinde Blankenfelde-Mahlow Recht bekommen, würde diese Entscheidung die gesamte bisherige Schallschutzpraxis am Flughafen BER infrage stellen. „Der Flughafen müsste dieses Urteil auf alle Objekte anwenden“, sagt Michael Hofmann. Nicht nur die bisherigen Kostenberechnungen könnten dann überholt sein, auch bei der schallschutztechnischen Beurteilung käme es zu gravierenden Änderungen. „Baut man einen weiteren Lüfter ein, der die Luft hinausbefördert, ändern sich durch das zusätzliche Loch in der Wand auch die Schalldämmeigenschaften des Gebäudes“, sagt Hofmann.

Die Flughafengesellschaft äußerte sich auf MAZ-Anfrage knapp: „Wir wenden die DIN 1946-6 im Schallschutzprogramm BER an“, teilte ein Sprecher mit. Man warte die heutige Verhandlung ab, bevor man sich äußere.

Von Christian Zielke

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