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Teltow-Fläming Babyboom im Luckenwalder Krankenhaus
Lokales Teltow-Fläming Babyboom im Luckenwalder Krankenhaus
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05:05 06.08.2016
Ärzte, Schwestern und Hebammen freuen sich mit Jennifer und Jan Passow über den neuen Erdenbürger namens Luc. Quelle: Margrit Hahn
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Luckenwalde

Auf der Entbindungsstation im Luckenwalder DRK-Krankenhaus herrscht Babyboom. So viele Kinder wie in den vergangenen Monaten gab es seit 1991 nicht mehr. Im vergangenen Jahr wurden von Januar bis zum 5. August 233 Geburten registriert, im selben Zeitraum 2016 sind es bereits 280. Insgesamt waren es 2015 genau 401 Geburten – berücksichtig man die sechs Zwillingsgeburten kommt man auf 407 Babys.

Juli ist mit 54 Entbindungen Spitzenmonat

Sylvine Freese, Chefärztin der gynäkologischen Abteilung, und ihr Team sind zufrieden: „Wir freuen uns sehr darüber. Das bedeutet zwar auch einen höheren Arbeitsaufwand, aber das ist Arbeit, die wir gern machen.“ Nicht zuletzt hofft man, dass so auch die wohnortnahe Versorgung für die Schwangeren gewährleistet bleibt.

Der Juli war mit 54 Entbindungen in diesem Jahr bisher Spitzenreiter. „Über 50 Entbindungen in einem Monat hatten wir 15 Jahre nicht. Wir haben sonst im Schnitt 26“, sagt Hebamme Sylvia Dibow. Da kann man nur spekulieren, was im Zeugungsmonat Oktober gewesen sein könnte – Stromausfall, ein schlechtes Fernsehprogramm oder mieses Wetter. „Wir haben auch schon überlegt, können uns aber an kein besonderes Ereignis erinnert“, fügt Sylvine Freese lachend hinzu.

Dolmetscher als Begleitperson gewünscht

Es gibt einige Frauen, die aus Bad Belzig nach Luckenwalde kommen, weil die Entbindungsstation dort geschlossen wurde. Und es gibt einen Zuwachs an Geburten wegen der Migranten. „Dies stellt uns vor enorme Herausforderungen“, weiß die Chefärztin aus Erfahrung. Dabei geht es nicht nur um andere Kulturen und Rituale, sondern auch religiöse Aspekte müssen berücksichtigt werden. Das größte Problem sei aber die Sprache. „Wir wären glücklich, wenn ein Dolmetscher als Begleitperson dabei wäre“, fügt Freese hinzu. Trotzdem freue man sich auf der Entbindungsstation über die Flüchtlingsfrauen, über die man auch neue Kulturen und Religionen kennen und so auch die Menschen besser verstehen lerne.

Blaulich-Baby aus Petkus

Die Geburt ihrer Hannah wird Jacqueline Seemer in besonderer Erinnerung bleiben. Die Petkuserin lag schon in den Wehen, als sie Mittwoch um 22.30 Uhr den Rettungsdienst anrief. „Zum Glück gibt es hier eine Wache. Es dauerte nur wenige Minuten, bis Hilfe kam“, erzählt sie.

Als die Rettungssanitäter eintrafen, sollten zuerst die Formalitäten erledigt werden. Als die 27-Jährige aber darauf hinwies, dass es ihre vierte Niederkunft war, wussten die Helfer, dass Eile geboten war. Jaqueline Seemer hoffte, dass sie es zur Geburt noch bis ins Krankenhaus nach Luckenwalde schaffen würde.

Doch Hannah machte ihr einen Strich durch die Rechnung. Um 23.06 Uhr, der Rettungswagen war gerade in Jänickendorf, erblickte die kleine Dame das Licht der Welt. „Während der Fahrer langsam rechts ran fuhr, war das Baby schon da“, berichtet die vierfache Mutter.

Dass alles schnell gehen würde, hatte sie erwartet. Auch bei den anderen drei Kindern – dem achtjährigen David, dem vierjährigen Lucas und der zweijährigen Marie – dauerten die Geburten nur jeweils ein bis zwei Stunden. „Aber das jetzt war der Knaller“, schätzt die Landwirtin ein.

Die Ansicht teilt auch Rettungssanitäterin Cornelia Gehrke-Ewert. Es war für die 39-Jährige das erste Mal, dass sie als Geburtshelferin in Aktion treten musste. „Es war aufregend, aber es lief alles so gut. Mein Kollege hat mich sehr unterstützt“, freut sich die Retterin.

Der August scheint laut Anmeldungen ebenfalls ein geburtenstarker Monat zu werden. Was das letzte Quartal 2016 bringt, kann aber noch nicht vorhergesagt werden. „Wir hoffen aber, dass der positive Trend anhält“, sagt die Chefärztin.

Baby-Boom in Luckenwalde. Quelle: dpa

Ihrer Ansicht nach lässt sich die Arbeit nur mit einem stabilen Stamm an Mitarbeitern erledigen. Durch das Ausscheiden einer Hebamme aus persönlichen Gründen, ist eine Stelle frei. Die zu besetzen, scheint allerdings schwierig, denn überall werden Hebammen gesucht. Wegen der geburtenschwachen Jahre wurde die Ausbildung von Hebammen vernachlässigt. Das bekommt auch das Luckenwalder Krankenhaus zu spüren.

Hebammen sind auch Namensgeber

Hebammen helfen nicht nur Kindern auf die Welt, manchmal sind sie sogar Namensgeber. Wenn Eltern noch keinen Namen fürs Baby parat haben, kommt es vor, dass sie den der Hebamme wählen. Noch öfter sollen Ärzte, Schwestern oder Hebammen mitentscheiden, wenn Mütter und Väter zwei oder drei Namen zur Auswahl haben und nicht wissen, wie ihr Sprössling heißen soll. „Dass ist gar nicht so selten“, erklärt Oberärztin Jana Strutzenberg, die wie ihre Kollegen kein Problem damit hat, derartige Hilfestellungen zu leisten.

Die Geburtenzahlen von Mädchen und von Jungen halten sich übrigens fast die Waage. Im vorigen Jahr waren es neun Jungen mehr. Dieses Jahr sind es bisher 139 Mädchen und 141 Jungen.

Von Margrit Hahn

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