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Backwerk mit Folgen

Kuchen-Affäre im Wahlkampf in Am Mellensee Backwerk mit Folgen

Tortenschlacht in der Gemeinde Am Mellensee: Der CDU schmeckte es gar nicht, dass Bürgermeisterkandidat Bernd Setny auf dem Seniorenfest Kuchen mit SPD-Schriftzug verteilte. Für diese Wahlwerbung sollten sich die Sozialdemokraten an den Kosten der Feier beteiligen. Eine schönere Debatte hat man in Klausdorf wohl lange nicht erlebt.

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Retour-Kuchen: Kay Brückner versuchte Gemeindevertreter und Gäste mit sozialdemokratischer Backkunst überzeugen.

Quelle: Zielke

Am Mellensee. Eine süß-klebrige Affäre überschattet den Bürgermeisterwahlkampf in der Gemeinde Am Mellensee und die SPD gießt weiteres Öl ins Feuer – oder Teig in die Schüssel.

Auf der Gemeindevertretersitzung am Mittwoch versuchte SPD-Fraktionsmitglied Kay Brückner mit neuerlichem Backwerk Politiker und Öffentlichkeit zu überzeugen. Sein Retour-Kuchen auf dem in dicker rosa Creme-Schrift die Buchstaben seiner Partei zu sehen waren, war wohl als Anspielung auf den Kuchen zu verstehen, den SPD-Bürgermeisterkandidat Bernd Setny zum diesjährigen Sommerfest der Senioren in der Klausdorfer Mehrzweckhalle gebacken und verteilt hatte. Dieser Kuchen lag dem CDU-Vorsitzenden Lutz Lehmann derart schwer im Magen, dass er Setny die Hälfte der Kosten des Sommerfestes überbraten wollte. Lehmann sah darin den Missbrauch einer gemeindlichen Veranstaltung für politische Zwecke. Setny, der mit seinen 53 Jahren noch gar nicht im Seniorenalter sei, habe sich die Eintrittskarte zu der Veranstaltung gar „erschwindelt, um Propaganda zu machen“, empörte sich der Linken-Fraktionsvorsitzende Klaus Wendt. Er habe von mehreren Teilnehmern des Festes gehört, die sich über die Kuchenverteilaktion beschwerten. Immerhin habe Bernd Setny nach der Kritik seinen Kuchen wieder eingepackt, doch die Konsequenzen liegen der Gemeinde wohl noch länger im Magen. Thomas Kosicki (UWG) regte an, künftig keine politischen Veranstaltungen mehr in gemeindlichen Gebäuden zu erlauben. Nur so könne man Neonazis und andere „Kräfte, die wir nicht wollen“ vor die Tür setzen. Es scheint also höchste Gefahr zu bestehen, dass NPD-Vertreter die Gemeinde mit braunem Schokokuchen überschwemmen. Bei der SPD fand man den Vergleich jedenfalls überhaupt nicht witzig. „Wir werden hier mit einem Nazi-Aufmarsch verglichen“, empörte sich Kay Brückner. Doch es nützte nichts: Auf dem Fischerfest in der kommenden Woche müssen die SPD-Wahlkämpfer ihre roten Shirts wohl zu Hause lassen. Sonst haben sie sich immer einen Spaß daraus gemacht, beim Teichziehen Farbe zu bekennen. „Schade, dass man nun nicht mehr sehen soll, wie sich die SPD zum Obst macht und wir uns ins Wasser schubsen lassen“, sagte Fraktionsmitglied und Kuchenbäcker Kay Brückner.

Die anfängliche Fassungslosigkeit schlug bei den zahlreichen Zuschauern schnell in diebische Freude darüber um, mit welcher Ernsthaftigkeit Politiker über eine scheinbare Petitesse debattieren können. Auch unter den Gemeindevertretern bissen sich einige heftig auf die Lippen. Lutz Lehmann änderte seinen Antrag ab und machte aus der Zahlungsverpflichtung eine freiwillige Spende für die Seniorenarbeit – und scheiterte mit nur einer Stimme. So hat man sich immerhin die Blamage vor der Kommunalaufsicht erspart, die den Beschluss wohl beanstandet hätte.

Von Christian Zielke

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