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Bäderchef entschuldigt sich für peinlichen Fehler

Kristalltherme mit geschmackloser Werbung Bäderchef entschuldigt sich für peinlichen Fehler

Peinlicher Aussetzer der Kristall-Bäder AG: Sie hat eine Veranstaltung eines ihrer Bäder am 9. November als "Kristall-Nacht" beworben. An diesem Tag wird der Reichsprogromnacht - auch Kristallnacht genannt - gedacht. Der Bäderbetreiber Heinz Steinhart hat sich jetzt für den Fehler entschuldigt.

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Ludwigsfelde. Mit bundesweiter Empörung wegen eines mehr als peinlichen Aussetzers sieht sich die Kristall-Bäder AG konfrontiert, die in Deutschland zwölf Bäder betreibt, darunter die Saunatherme Ludwigsfelde.

Der 9. November ist wegen der Reichsprogromnacht von 1938 mit organisierten und gelenkten Gewaltmaßnahmen des Nazi-Regimes gegen Juden – auch Kristallnacht genannt – eines der unrühmlichsten Daten deutscher Geschichte. Für diesen am Samstag wieder bevorstehenden 9.November hatte der Wellnesspark Bad Klosterlausnitz in Thüringen eine „lange romantische Kristall-Nacht“ angekündigt. Das weiß man nun bundesweit.

Denn darauf reagierten nicht nur Besucher mit Empörung und Erstaunen über so viel Instinktlosigkeit, sondern auch Medien wie Spiegel online oder die Münchener Abendzeitung. Wörtlich hieß der „Genießen Sie die Abendstunden im romantischen Licht der Kerzen und entspannen Sie bei heißen Aufgüssen! Bis Mitternacht erleben Sie gefühlvolle Stunden im zauberhaften Ambiente unserer Therme!“

Auf der Facebook-Seite des Wellnessparks entschuldigt sich ein Verantwortlicher mit den Worten: „In aller Form möchten wir uns für unsere unsensible Namensfindung für die Veranstaltung am 9.11.2013 entschuldigen. Natürlich war das ausgesprochen unpassend.“

Heinz Steinhart, Chef der Kristall-Bäderkette, sagte der MAZ: „Ich bedaure das sehr und kann nur versichern: Wir haben mit dem braunen Gesindel überhaupt nichts am Hut.“ Diese Unbedachtheit sei schlimm, die Reaktionen darauf müsse das Unternehmen jetzt durchstehen. Weiter sagt er: „Sicher wird man mir aber auch Recht geben, dass es sehr schwer ist, alle Nazi-Begriffe aus dem Alltag rauszuhalten.“ So sei bei der aktuellen Diskussion wegen des Hitlergrusses „Heil Hitler“ inzwischen auch gefordert worden, die Silbe Heil- aus der Werbung für seine mit Heilwasser betriebenen Einrichtungen zu streichen. „Unser Kristall ist ein Bergkristall und hat mit der Heilerin Hildegard von Bingen zu tun“, so Steinhart.

Von Jutta Abromeit

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Die beliebte Therme in Ludwigsfelde (Teltow-Fläming) soll größer werden. Das wünscht sich die Betreiberin, die Kristall Bäder AG, und stellt entsprechende Pläne vor. 20 Millionen Euro soll das kosten. Für den Umbau muss die Therme im nächsten Jahr allerdings vorübergehend geschlossen werden.

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