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Teltow-Fläming Bären-Streit im Wildpark Johannismühle eskaliert
Lokales Teltow-Fläming Bären-Streit im Wildpark Johannismühle eskaliert
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02:15 28.08.2017
Der Eingang zum größeren der beiden Bärengehege im Wildpark, in dem Ex-Zirkusdame Karla nun ohne ihre Schwestern Dolly und Mausi leben muss. Quelle: Jutta Abromeit
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Klasdorf

Riesenstreit gibt es im Wildpark Johannismühle, einer der größten touristischen Attraktionen im Baruther Urstromtal. Es geht um den Tod der früheren DDR-Staatszirkus-Braunbärdamen Dolly und Mausi im Juli und Anfang August. Dieser Zoff wird nun nicht mehr nur hinter den Kulissen, sondern inzwischen auch öffentlich nachlesbar im Internet ausgetragen.

Dort wird die Tötung vom jetzigen Wildpark-Geschäftsführer Julian Dorsch wie berichtet als Erlösung von schlimmen körperlichen Leiden gesehen, von Wildpark-Gründer und Ex-Chef Frithjof Banisch als Mord. Der eine sagt, die Zirkustiere seien früher nicht richtig gehalten und ernährt worden, der andere sieht es genau umgekehrt und meint, die Tiere bekämen heute zu wenig Pflege und Futter. Banisch lebt auf dem Wildpark-Gelände, Dorsch hat die Geschäftsführung seit 2015/16 inne. Beide Männer machen sich das Leben schwer, so dass die Polizei bereits mehrfach aufs Gelände kommen musste. Beide zeigten sich wegen verschiedenster Dinge gegenseitig an; es geht um Sachbeschädigung, Verleumdung, Tierschutz-Verletzungen und anderes.

Petra Sperlich bei einem ihrer vielgefeierten Auftritte mit den Braunbären im DDR-Staatszirkus Quelle: Privat

Wie in den vergangenen Jahren mehrfach berichtet, haben die vier ehemaligen Braunbär-Zirkusdamen im Wildpark Johannismühle ihren Alterssitz. In einem Gehege lebte Mausi mit Dolly und Karla, im anderen Katja mit dem dazugenommenen Bärenmann Igor. Mausi und Dolly wurden eingeschläfert. „Karla muss nun völlig verunsichert allein in dem Riesengehege leben“, sagt Petra Sperlich. Sie und ihr Mann Franz waren mit ihren Bären-Dressuren international gefeierte Artisten im DDR-Staatszirkus. „Dass jetzt sowohl am Gehege als auch im Internet öffentlich zu lesen ist, dass die Tiere schlecht behandelt worden wären, das ist für uns das Schlimmste“, sagt Petra Sperlich gegenüber der MAZ.

Ganz offensichtlich prallen bei diesem Streit zwei gegensätzliche Auffassungen aufeinander. Wie manche Menschen Leistungssport als Erfüllung sehen, andere ihn dagegen verteufeln, so lebte Ehepaar Sperlich für die Braunbär-Dressur, Wildpark-Eigentümer Jörg Stubbe dagegen bereitet für die Staatsanwaltschaft Anzeigen wegen Verstoßes gegen den Artenschutz vor.

Braunbär Igor im Wildpark Johannismühle. Quelle: Jutta Abromeit

Der Baruther ist Steuerberater und Stadtverordneter der Partei Die Linke. „Wir als Eigentümerfamilie der Wildpark-Betreibergesellschaft und des Geländes (135 Hektar, d.Red.) haben von 2013 bis 2016 rund eine Million Euro Schulden und Verlust ausgeglichen, damit es überhaupt weitergehen kann, sonst hätten alle Tiere getötet werden müssen“, sagt er. Für ihn waren die Zirkusbären bei nicht artgerechter Haltung gedrillt. „Das musste zu gesundheitlichen Schäden führen“, sagt er.

Petra Sperlich, Banischs Lebensgefährtin, sagt: „Wir haben zehn Jahre lang mit den Tieren gelebt, sind mit ihnen in aller Welt aufgetreten. Die Tiere waren top gepflegt“, so die 63-Jährige, die in Berlin mit Kinderartisten arbeitet. Auch wenn sie Dolly zuletzt im Wildpark wochenlang nicht gesehen hatte, noch einen Tag vor ihrem Tod war die Bärendame gekommen und hatte ihrer einstigen Dompteuse Küsschen gegeben. „Sie war mein Baby... Auch ich bin alt und habe was an den Knochen, muss man mich da auch einschläfern?“ Für sie bleiben vor allem solche Fragen: „Herr Banisch und sieben weitere Leute hatten Hausverbot im Park, und am nächsten Tag war Mausi tot...“

Von Jutta Abromeit

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