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Bahn baut in der großen Badewanne

Baruth Bahn baut in der großen Badewanne

Rund 12 Millionen Euro investiert die Bahn in den Ausbau des Baruther Bahnhofs. Dabei handelt es sich um das größte Einzelprojekt im Rahmen der Ertüchtigung der Strecke Berlin-Dresden. Dort entsteht auch eine barrierefreie, von der Stadt Baruth bezahlte, rund 1,7 Millionen Euro teure Unterführung.

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Rainer Maaß (l.) von der Firma Spitzke und Bahn-Projektleiter Marcus Reuner betreuen die Bahnhofsbauarbeiten in Baruth.

Quelle: Frank Pechhold

Baruth. Spundwände aus Stahl markieren auf der Baruther Bahnhofsbaustelle den Verlauf der barrierefreien Unterführung. Wo jetzt das Grundwasser knapp drei Meter tief steht, wachsen bald Tunnel, Treppen und Rampen in einer dann leer gepumpten Spundwand-Badewanne mit anderthalb Meter dickem Betonboden.

„Das ist ein technisch und terminlich anspruchsvolles Vorhaben“, sagt Projektleiter Rainer Maaß von der Großbeerener Firma Spitzke. Von der „größten Einzelmaßnahme beim Ausbau der Bahnstrecke Berlin-Dresden“ spricht Marcus Reuner, Projektleiter bei der Deutsche Bahn Netzbau AG. Rund 12 Millionen Euro werden zwischen der Radeländer Brücke und dem Stellwerk verbaut. Dort entstehen neben der Unterführung zwei je 270 Meter lange Bahnsteige mit Wegeleitsystem, Beleuchtung, Beschallung und Zuganzeige.

Fertigstellungstermin am 17. März 2017

Weiter wird es wie gehabt jeweils zwei Haupt- und Überholgleise geben. Mit den beauftragten Unternehmen – eine Arbeitsgemeinschaft der Firmen Johann Bunte Bauunternehmung, Hentschke Bau, Spitzke – habe man den 17. März 2017 als Fertigstellungstermin vereinbart, so Reuner. „Aktuell liegen wir gut im Zeitplan.“

Bis zu einer Tiefe von drei Metern wird der mit einer schwarzen Torfschicht durchsetzte  Boden ausgetauscht

Bis zu einer Tiefe von drei Metern wird der mit einer schwarzen Torfschicht durchsetzte Boden ausgetauscht.

Quelle: Frank Pechhold

Und das trotz einiger im Erdreich verborgener Überraschungen. „Damit muss man auf so einer großen Baustelle immer rechnen“, sagt Rainer Maaß. Zunächst wurden alle alten Gleisanlagen und Bauwerke beseitigt, dann in dem Moorgebiet jede Menge torfhaltiger Boden ausgetauscht. „Bei diesen Arbeiten sind wir auf Wasserleitungen und Stromkabel gestoßen, die irgendwann mal in der Erde verbuddelt wurden“, so Maaß. Allerdings seien diese Versorgungsstränge in den Ende der 1930er Jahre angefertigten Bestandsplänen nicht verzeichnet gewesen.

Überholgleis bleibt an alter Stelle

Erschwerend kam hinzu, dass ein aktuelles Baugrundgutachten stellenweise nicht den natürlichen Gegebenheiten entsprach. Beispielsweise da, wo die beiden neuen Überholgleise verlegt werden sollen, nämlich auf demselben Fleck, wo die alten lagen. Weil die Züge in diesem Bereich nicht schneller als 60 Kilometer pro Stunde fahren dürfen und den Boden damit nicht so extrem wie bei Tempo 200 belasten, „sollte die Erde unter den Überholgleisen eigentlich nicht ausgetauscht werden“, sagt Marcus Reuner.

Allerdings habe sich erst vor zwei Wochen bei Schürfarbeiten herausgestellt, dass dort keine homogene Erdschicht liegt. Vielmehr sei man auf jede Menge Torf, Schilfreste und sogar ganze Baumstämme im Boden gestoßen, so Reuner. Aus diesem Grund wird nun der Boden auf der ganzen Baustelle im Schnitt bis zu einer Tiefe von drei Metern ausgetauscht. „Da kommen wir auf mehrere zehntausend Kubikmeter, schätzt Rainer Maaß.

Hintergrund

Die 73 Kilometer lange Strecke Baruth- Hohenleipisch wird für Tempo 200 mit neuen Gleisen, Oberleitungen und einer elektronischen Zugsteuerung ausgebaut. 20 Bahnübergänge werden durch Brücken oder Tunnel ersetzt.

Die Kosten liegen bei 475 Millionen Euro, wovon der Bund 240 Millionen, die Bahn 120 Millionen und das Land Brandenburg 12 Millionen Euro tragen.

Die Fahrzeit zwischen Berlin und Dresden soll sich von derzeit 116 auf 107 Minuten verkürzen.

Mehr Informationen:
www.bauprojekte.deutschebahn.com

1000 Kubikmeter Beton werden für die Tragschicht der Bahnsteigunterführung, etwa die gleiche Menge für das eigentliche Bauwerk einschließlich zwei Treppen und zwei Rampen mit einem Gefälle von sechs Prozent benötigt. Die Unterführung kostet rund 1,7 Millionen Euro und wird von der Stadt Baruth bezahlt. So entsteht ein Bahnhof mit barrierefreiem Zugang. Damit müssen Rollstuhlfahrer und Mütter mit Kinderwagen voraussichtlich ab August 2017 endlich nicht mehr wie bisher die vielen Treppen über eine Metallbrücke nehmen, wenn sie in den Zug Richtung Berlin oder Dresden einsteigen wollen.

Von Frank Pechhold

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