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Bahnbetriebswerk ist nur noch Geschichte

Jüterbog Bahnbetriebswerk ist nur noch Geschichte

Auf ihr Betriebswerk waren Jüterbogs Eisenbahner fast 80 Jahre lang besonders stolz. In diesem Monat wäre das Technikwunder 100 Jahre alt geworden. Bis auf ein paar Schuttberge ist nicht mehr da.

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Bahnbetriebswerk kurz vor dem Abriss. Als Helmut Meck vor 22 Jahren dieses Foto machte, war das Aus für das früher bedeutsame Bahnbetriebswerk bereits beschlossene Sache.

Quelle: Helmut Meck

Jüterbog. Die alte Uniform hat Helmut Meck noch immer, eine Hand voll Mützen, die er als Dampflok- und später Diesellokführer trug, liegen sorgsam verstaut als letzte Erinnerungsstücke an seinen Traumberuf auf dem Dachboden.

Anfang Oktober hätte es für den 76-Jährigen und seine einstigen Kollegen Grund zum Feiern gegeben. Denn das Bahnbetriebswerk am Jüterboger Stadtrand, dass 2002 endgültig stillgelegt und in diesem Jahr vom neuen Eigentümer wohl illegal abgerissen wurde, nahm vor genau 100 Jahren am damals schon bedeutsamen Eisenbahnknotenpunkt Jüterbog seinen Dienst auf.

Als Helmut Meck vor 22 Jahren dieses Foto machte, war das Aus für das früher bedeutsame Bahnbetriebswerk bereits beschlossene Sache

Als Helmut Meck vor 22 Jahren dieses Foto machte, war das Aus für das früher bedeutsame Bahnbetriebswerk bereits beschlossene Sache.

Quelle: Helmut Meck

Spätestens seit dem in diesem Jahr erfolgten Abriss durch den Neueigentümer ist von dessen einstiger Bedeutung überhaupt nicht mehr viel zu sehen.

Ein Vorgängerbau des im Eisenbahnerjargon „Bw“ genannten Komplexes, der vis-á-vis des Bahnhofsgebäudes stand, musste wegen des damals geplanten, viergleisigen Ausbaus der Strecke weichen und wurde durch den Bau eines neuen Bw in der Nähe des Neuheimer Weges ersetzt.

„1914 wurde durch die Königliche Eisenbahndirektion Halle/ Saale deshalb der Antrag auf Errichtung eines Lokomotivschuppens mit zehn Stellplätzen gestellt, der noch während der Bauzeit in Betrieb ging“ erinnert sich Jüterbogs letzter Bahnhofsvorsteher Reiner Szameit, der sich, wie Helmut Meck, ebenfalls um die Bewahrung und Aufarbeitung der Jüterboger Eisenbahngeschichte bemüht, selbst aber nie im Bw arbeitete.

Helmut Meck mit seiner Dienstuniformjacke

Helmut Meck mit seiner Dienstuniformjacke.

Quelle: Uwe Klemens

Die Weichen für Mecks Eisenbahner-Karriere stellte sein Vater Johann Meck, der mit dem damaligen Bw-Vorsteher Edmund Heuchert befreundet war und arrangierte, dass sein Sohn hier Mitte der 1950er Jahre eine Lehre als Dampflokschlosser und -führer absolvieren durfte.

„Lokführer und überhaupt Eisenbahner war ich mit Leib und Seele und bin es eigentlich noch immer“, sagt Meck, der 1973 zwar den Dienst auf den fauchenden, inzwischen überwiegend mit Diesel betrieben Rössern quittierte, aber auch als Eisenbahnsport-Funktionär sein Büro im Bw erhielt.

Wie alle großen Jungs und Eisenbahnfreaks blieb Meck sein Leben lang sowohl von der Eisenbahntechnik, als auch von der Wuchtigkeit der Eisenbahnbauten begeistert. „Das Jüterboger Bw galt zu DDR-Zeiten als das am besten ausgestattete, sodass wir hier Sachen machen konnten, zu denen man nicht mal in Wittenberg oder Berlin die Möglichkeit hatte“, blickt er noch voller Begeisterung zurück.

Als die Deutsche Bahn vor 22 Jahren beschloss, das Bw aufs Abstellgleis zu befördern, waren dort noch 300 Mitarbeiter beschäftigt. Eine Zahl, die selbst Außenstehenden eine Ahnung von seiner Größe gibt. 2002 rollte die letzte Lok aus der Halle.

Von Uwe Klemens

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