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Bahnübergänge kosten Zossen Millionen

Ausbau der Dresdner Bahn Bahnübergänge kosten Zossen Millionen

Teuer und nervig: Wegen des geplanten Ausbaus der ICE-Strecke Berlin-Dresden müssen sich die Kommunen im Süden Berlins auf erhebliche Einschränkungen einstellen. Allein in Zossen sind neun Bahnübergänge betroffen. Es drohen Vollsperrungen und Umleitungen.

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2020 könnte das Warten an der Schranke – hier am Bahnhof Zossen – ein Ende haben: Dann soll die Strecke nach Dresden fertig sein.

Quelle: Josefine Sack

Zossen. Wegen des geplanten Ausbaus der ICE-Strecke Berlin-Dresden müssen sich die Kommunen im Süden Berlins künftig auf erhebliche Einschränkungen einstellen. Allein in Zossen sind neun Bahnübergänge von dem Großprojekt betroffen. Über den aktuellen Stand aller Querungen in der Stadt informierte Bürgermeisterin Michaela Schreiber (Plan B) auf der jüngsten Stadtverordnetenversammlung vor Pfingsten.

Demnach muss ab August rund um den Bahnübergang Neuhof mit massiven Beeinträchtigungen gerechnet werden: Hier soll bis Dezember 2017 eine Straßenüberführung mit einem einseitigem Radweg sowie einem barrierefreien Fußweg samt Rampen entstehen. Während der gesamten Bauzeit ist der Bahnverkehr ab Wünsdorf in Richtung Süden gesperrt. Ein Schienenersatzverkehr wird eingerichtet. Ab Sommer 2017 müssen auch Autofahrer Einschränkungen in Kauf nehmen: Dann soll die Bundesstraße 96 für voraussichtlich vier Wochen gesperrt werden. Grund hierfür ist Verlegung der alten Strecke an die neue Trasse.

ICE mit 200 km/h unterwegs

Der Ausbau der Strecke von Berlin nach Dresden wurde 2003 in den Bundesverkehrswegeplan aufgenommen. Die Strecke von Blankenfelde bis wenige Kilometer vor Dresden wird derzeit auf die Höchstgeschwindigkeit von 200 Kilometer pro Stunde ausgebaut. Weil die Bahn auf der neuen Fernverkehrsstrecke künftig deutlich schneller unterwegs ist als bisher, sind Schranken als ebengleiche Querungen zwischen Bahn- und Pkw-Verkehr dann nicht mehr zugelassen. Die alten Bahnübergänge müssen daher durch Brücken oder Tunnel ersetzt werden.

Die Kosten hierfür werden nach dem Eisenbahnkreuzungsgesetz aufgeteilt: Ein Drittel übernimmt die Bahn, ein Drittel der Bund und ein Drittel der Straßenbaulastträger, das kann je nach Art der Straße der Bund, das Land, der Kreis oder die Kommune sein. Bei der Kostenbeteiligung steht immer die günstigste Variante im Vordergrund. Wünscht eine Kommune eine andere, teurere Variante, trägt sie für den Umbau 100 Prozent der Mehrkosten.

Halbschranke und Kopfsteinpflaster

Als erledigt gilt bisher die Querung zwischen Lindenbrück und Zesch . Bisher existierte hier ein Bahnübergang mit Halbschranke. Die Kopfsteinpflasterstraße wurde für insgesamt 3,5 Millionen Euro durch eine Brücke ersetzt. Weil es sich um eine kommunale Straße handelt, ist die Stadt Zossen für die Instandhaltung, die Verkehrssicherung und den Winterdienst in Lindenbrück verantwortlich.

Am Bahnübergang in Wünsdorf soll ein Tunnel für Radfahrer und Fußgänger entstehen. Die Straßenüberführung für Fahrzeuge soll in Höhe des Kreisverkehrs mit Anbindung an die Friedenstraße verlegt werden. Voraussichtlicher Baubeginn ist 2019. Schätzungen zufolge betragen die Kosten circa 3,2 Millionen Euro. Der Anteil der Stadt Zossen beläuft sich auf rund eine Millionen Euro. Das Bahnhofsgebäude in Wünsdorf bleibt bestehen. Derzeit bereitet die Verwaltung die Gestaltung des neuen Vorplatzes, in die auch die Bürger einbezogen werden sollen, vor.

Unklar ist, wie es am Bahnübergang Zossen/Mellensee in der Thomas-Müntzer-Straße weitergeht: Hier behindert der schlechte Baugrund auf beiden Seiten der Trasse die Planungen der Bahn. Solange das Gleisbett im Sumpf nicht verstärkt wird, dürfen Züge den Abschnitt nur mit 30 Kilometer pro Stunde passieren. Aufgrund dieser schwierigen Stelle habe der Ausbau der Strecke im Süden erst einmal Priorität, informierte Bürgermeisterin Schreiber.

Infos : http://www.zossen.de/buerger/aktuelles-thema/bahnquerungen.html

Von Josefine Sack

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