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Bald alles wieder unter Dach und Fach

Blankensee Bald alles wieder unter Dach und Fach

Das Bauernmuseum in Blankensee erhält ein neues Reetdach. Das alte war undicht. Eine Berliner Spezialfirma bringt die aus gebündeltem Schilfrohr bestehende Abdeckung auf. Das Naturmaterial stammt aber nicht vom Blankendsee gleich nebenan, sondern aus der Türkei, weil in Deutschland aus Naturschutzgründen kaum noch Schilf geschnitten werden darf.

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Die Nordseite des neuen Reetdachs auf dem Bauernmuseum Blankensee ist bereits fertiggestellt.

Quelle: Fotos: Hartmut F. Reck (2)

Blankensee. Das historische Fachwerkhaus, in dem das Bauernmuseum in Blankensee untergebracht ist, steht zwar noch eingerüstet da, aber die Fortschritte bei der Dachsanierung sind schon deutlich sichtbar. So ist die Nordseite des Dachs bereits mit neuem Reet bedeckt, während die beiden Reetdachdecker Torsten Göhlith und Marko Dartscht auf der Südseite das gebündelte Schilfrohr noch verlegen und festklopfen.

Höchste Zeit

„Es war höchste Zeit, dass hier etwas geschieht“, sagt Beate Rantzsch von der Stadtverwaltung Trebbin. „Wir haben seit zwei oder drei Jahren darüber geredet, aber weil es sich dabei um eine freiwillige Leistung handelt, ist die Maßnahme immer wieder aus dem Haushaltsplan geflogen.“ Doch in dieser Zeit wurde der Zustand des ursprünglichen Reetdachs immer schlechter.

Regen drang durch

„Das Dach war undicht und es regnete durch“, berichtet Museumsleiterin Carola Hansche. Dafür, dass das Dach jetzt erneuert wird, nahm sie gern in Kauf, dass das Museum im Oktober für zwei Wochen geschlossen werden musste – wegen der starken Staub- und Schmutzbelastung während des Abdeckens des alten Reetdachs.

Inzwischen ist das Museum aber wieder zu den üblichen Besuchzeiten geöffnet mit der kleinen Einschränkung, dass während der Bauarbeiten im Dachgeschoss keine Sonderausstellung stattfindet.

Die Reetdachdecker Torsten Göhlith (l) und Marko Dartscht arbeiten derzeit an der Südseite des Museumsdaches

Die Reetdachdecker Torsten Göhlith (l.) und Marko Dartscht arbeiten derzeit an der Südseite des Museumsdaches.

Quelle: Hartmut F. Reck

Die zuwendungsfähigen Gesamtkosten betragen nach Auskunft von Beate Rantzsch rund 90 000 Euro. Davon übernimmt das brandenburgische Ministerium für ländliche Entwicklung, Umwelt und Landwirtschaft 67 400 Euro, was einer Förderquote von 75 Prozent entspricht. Ursprünglich sollte die Baustelle schon Ende Oktober wieder geräumt sein, berichtet Beate Rantzsch, „aber wir sind guter Dinge, dass spätestens zu Weihnachten alles fertig ist“.

Sturmsicherste Dachbedeckung

Der Grund für die Verzögerungen: Sturmschäden bei anderen Baustellen der Reetdachfirma, die erst einmal behoben werden mussten. Dabei gebe es überhaupt keine sturmsichereren Dächer als die aus Reet, sagt Marco Weichert, Chef des Unternehmens Weichert Reetbedachungen & Ökobau GmbH. Die Ursachen für die beschädigten Reetdächer seien vielmehr umgestürzte Bäume gewesen, die die Dächer beschädigt hätten. „Schließlich sind die Häuser auf den Halligen in der Nordsee auch mit Reet gedeckt“, sagt Weichert. „Und die haben einiges an Sturm auszuhalten.“

Viele Reetdächer im Berliner Umland

Dass Weicherts Firma ausgerechnet in Berlin sitzt und nicht an der Küste, verwundert nur auf den ersten Blick. „Es gibt im Berliner Umland viele Reetdächer“, weiß er. Sie seien im ländlichen Raum sogar noch verbreiteter gewesen. „Leider sind viele verschwunden.“

Doch Marko Weichert und seine Mitarbeiter haben genug zu tun. Vor allem im Berliner Umland und im Spreewald. Aber auch deutschlandweit und im benachbarten Ausland sind ihre Fähigkeiten gefragt.

Naturmaterial kommt zumeist aus der Türkei

Das Schilfrohr stammt nicht direkt vom Blankensee gleich nebenan. Weichert lässt sich das Material vorwiegend aus der Türkei kommen. „Das hat einen sehr harten Halm.“ Aber auch aus Rumänien, Polen und Ungarn bezieht er das Schilfrohr. In Deutschland werde aus Naturschutzgründen kaum noch Schilf geschnitten, weiß er, was zur Folge habe, dass die Seen hier immer mehr verlanden.

Von Hartmut F. Reck

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