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Bauaufsicht verbietet Nutzung der Alten Hütte

Verdacht auf Statikprobleme Bauaufsicht verbietet Nutzung der Alten Hütte

Kurz vor den Jubiläumsfeierlichkeiten zum 300. Gründungstag des Glasmacherortes Baruther Glashütte hat die Bauaufsicht die Alte Hütte von 1844 gesperrt. Es besteht der Verdacht, dass die Statik nicht ausreichend gesichert ist. Eine Überprüfung der Statik wurde im Zuge der Baugenehmigung 2001 vermutlich vergessen.

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Museumsleiter Georg Goes ist völlig überrascht von der Statik-Beschwerde.

Quelle: MAZ

Luckenwalde/Glashütte. Die Kreisverwaltung Teltow-Fläming steht vor einem Rätsel: Wie sieht es mit der Statik der Alten Hütte im Museumsdorf Glashütte aus?

Sohn des damaligen Statikers reicht Mängelanzeige ein

Die Untere Bauaufsichtsbehörde hat den zentralen Veranstaltungsort des kreiseigenen Industriedenkmals sperren lassen und eine Nutzungsuntersagung verfügt. Das berichtete Amtsleiter Norbert Jurtzik am Dienstagabend im Ausschuss für Regionalentwicklung und Bauplanung. Seiner Behörde liege eine Mängelanzeige vor. So habe der Sohn des damals beauftragten Statikers darauf hingewiesen, dass es 2001 bei der Erteilung der Baugenehmigung der Alten Hütte als Veranstaltungsort keine Überprüfung der Statik gegeben hat.

Landrätin als Eigentümerin: „Das ist eine missliche Situation“

Ende der 1990er Jahre wurde die 1844 errichtete Alte Hütte als Halle rekonstruiert. Dabei sei wohl erheblich in die Statik eingegriffen worden, berichtete Jurtzik. Als sie dann später als Versammlungsstätte genehmigt wurde, sei es vermutlich unterlassen worden, die Statik zu überprüfen. Da nun nicht auszuschließen sei, dass das Dach den statischen Erfordernissen nicht genüge, habe man handeln müssen.

Jubiläumsprogramm

Seit 1716 wird in Glashütte Glas produziert. Zum 300-jährigen Bestehen des Glasmacherdorfes sind eine Vielzahl von Sonderausstellungen, Märkte, Konzerte und Kunstereignisse geplant, die unter anderem in der Alten Hütte stattfinden sollen.

Am Wochenende 7./8. Mai findet das Jubiläumsfest mit Kunsthandwerkermarkt, Kinder-Malwettbewerb, abendlichem Lichterfest und der Landesparade der Bergleute statt.

Das Kulturlandjahr soll am 20. Mai in der Alten Hütte eröffnet werden mit den Ministerinnen für Kultur und In-frastruktur. Das Thema lautet: „Kulturgut Handwerk – Handwerk zwischen Tradition und Innovation“.

„Das ist eine missliche Situation“, sagte Landrätin Kornelia Wehlan (Linke) im Ausschuss, „wir sind Eigentümer – und das ist kein Aushängeschild für den Kreis.“ Wehlan forderte so schnell wie möglich Klarheit, wie es weitergehen soll. Schließlich steht der 300. Geburtstag des „wohl schönsten voll erhaltenen Glasmacherorts Europas“ (so das Museumsdorf Glashütte über sich selbst) kurz vor der Tür.

Museumsleiter ist verwundert: „Die Alte Hütte steht wunderbar da!“

Museumsleiter Georg Goes war am Donnerstag zu einer Krisensitzung im Luckenwalder Kreishaus und versteht die Welt nicht mehr. „Die Alte Hütte steht wunderbar da, gerade wurde die Beleuchtung vom Kreis erneuert und jetzt das!“ Goes verweist darauf, dass es sich damals nicht nur um eine bloße Rekonstruktion gehandelt habe, sondern um einen behördlich genehmigten Ausbau. „Und jetzt sagt jemand, die Statik sei nicht geprüft worden“, wundert sich Goes.

Damalige Bearbeiter sind nicht mehr im Dienst

Um die Statik genau zu überprüfen, wäre ein riesiger Aufwand nötig und würde laut einem Gutachten einen sechsstelligen Betrag kosten. Um das zu vermeiden, suchen Mitarbeiter der Bauaufsicht, des Bauamts und des Denkmalschutzes fieberhaft nach alten Akten, um herauszufinden, was damals an Baumaßnahmen durchgeführt wurde. Nachfragen bei den damals zuständigen Amtspersonen kann man nicht, weil keiner mehr von ihnen im Dienst ist.

Zuständiger Dezernent: „Verfahrene Kiste“

„Das ist eine verfahrene Kiste“, sagt der für Bau, Bildung und Kultur zuständige Dezernent Karsten Dornquast. Er hofft, dass am Montag bei einem Vor-Ort-Termin Lösungen für Sofortmaßnahmen gefunden werden, um die Nutzungsversagung wieder aufheben lassen zu können.

Von Hartmut F. Reck

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