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Teltow-Fläming Bauboom im Musikerviertel
Lokales Teltow-Fläming Bauboom im Musikerviertel
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05:21 13.01.2018
Peter Krywald entwickelt Grundstücke und baut Häuser im Mahlower Musikerviertel. Quelle: Foto: Christian Zielke
Mahlow

Wachstumsgemeinde, Boomtown – Blankenfelde-Mahlow erlebt seit Jahren einen nicht enden wollenden Zuzug. Um mehr als 300 Einwohner wächst die Gemeinde pro Jahr.

Wer wissen will, wo viele der Neubürger leben, muss ins neue Musikerviertel gehen. Die Straßen tragen Namen von Komponisten wie Berlioz, Chopin oder Rimski-Korsakow. An ihnen entlang wachsen Einfamilienhäuser in die Höhe. Fast wöchentlich wird irgendwo ein Richtfest gefeiert oder es ziehen neue Leute in die Nachbarschaft.

Der Traum vom Eigenheim im Grünen ist ein gutes Geschäft für Peter Krywald. Als Geschäftsführer der Projektentwicklungsgesellschaft Krynos und der Hausbaufirma Town & Country bietet er das komplette Programm von der Entwicklung des Grundstücks bis zum schlüsselfertigen Eigenheim. „Blankenfelde-Mahlow ist attraktiv“, sagt er.

Fluglärm ist für die Hausbauer kein Hindernis

Drei Faktoren spielen für die Neubürger eine Rolle: die gute Verkehrsanbindung mit der S-Bahn, das Gewerbegebiet in Dahlewitz mit Rolls-Royce und die Hoffnung auf den Flughafen BER. „Irgendwann wird er ja mal eröffnen“, sagt Peter Krywald. Dass die Flieger dann direkt über den Häusern des Musikerviertels starten und landen stört viele Hausbauer nicht. Schon jetzt stehen die Häuser in der Einflugschneise und zum Teil direkt unter Hochspannungsleitungen. Nur wenige Meter nebenan rauschen die Züge auf dem Berliner Außenring vorbei. „Die Leute arrangieren sich damit“, sagt Peter Krywald. Viele Neu-Mahlower suchen bewusst die Nähe zum künftigen Flughafen. Ihnen sind die gute Lage und die Infrastruktur offenbar wichtiger als der Lärm der Jets. Probleme, seine Flächen loszuwerden, hat Peter Krywald jedenfalls nicht. Von den 22 Grundstücke auf rund 11 000 Quadratmetern habe er fast alle verkauft, ohne dass er viel Werbung machen musste. „Das Gebiet in Mahlow ist praktisch ein Selbstläufer“, sagt Krywald.

Ende des Wachstums

1990 hatten die fünf Orte, die heute die Gemeinde Blankenfelde-Mahlow bilden, zusammen 14 600 Einwohner.

Mit 27 729 Menschen (Stand: 31. Dezember 2017) hat sich die Einwohnerzahl seit der Wiedervereinigung fast verdoppelt.

In einer Prognose des Landes Brandenburg aus dem Jahr 2011 wird für das Jahr 2020 eine Einwohnerzahl von 27.577 angenommen.

Für das Jahr 2030 geht das Land sogar von einer auf 27 097 Einwohner sinkenden Bevölkerung aus.

Eine Studie der Bertelsmann-Stiftung aus dem Jahr 2015 prognostiziert ebenfalls ein Ende des Wachstums.

Im Vergleich zum Jahr 2012 soll die Bevölkerung in Blankenfelde-Mahlow bis 2030 um 2,2 Prozent auf 26 219 Einwohner abnehmen.

In seinem Büro beobachtet Bürgermeister Ortwin Baier (SPD) diese Entwicklung mit einer Mischung aus Freude und Sorge. Freude wegen der vielen jungen Familien, die da kommen und Sorgen angesichts ihrer Erwartungen. Schon jetzt platzen die Kindergärten der Gemeinde aus allen Nähten. In mühseligen Auseinandersetzungen mit dem Land bemüht sich die Gemeinde, mit Sondergenehmigungen mehr Kinder in den bestehenden Einrichtungen unterzubringen.

Flughafen blockiert neue Wohngebiete

„Auf Dauer wird das nicht reichen“, sagt Ortwin Baier. Die Entwicklung der vergangenen Jahre habe viele in der Gemeinde überrascht, hatte doch die flughafenbedingte Siedlungsbeschränkung die Entwicklung neuer Wohngebiete praktisch unmöglich gemacht. Dieses Erweiterungsverbot galt jedoch nicht für bereits beschlossene Gebiete. Der Bebauungsplan für das südliche Musikerviertel ist von 2001 und beschrieb viele Jahre nur eine Acker- und Wiesenfläche. Als Peter Krywald die Fläche 2016 gekauft hat, begann der Bauboom. In den alten Plänen hatte sich die Gemeinde ein Grundstück an der Richard-Wagner-Chaussee gesichert. Auf dem Höhepunkt der Flüchtlingswelle sollte dort ein Übergangswohnheim entstehen, jetzt ist die Rede von einer zusätzlichen Kita.

Ortwin Baier geht davon aus, dass Blankenfelde-Mahlow in den nächsten zehn Jahren entgegen aller Prognosen (siehe Kasten) die 30 000-Einwohner-Marke knackt. „Ich denke, dann haben wir die Grenzen des Wachstums erreicht.“

Von Christian Zielke

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