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Teltow-Fläming Bauboom in Dahme-Spreewald
Lokales Teltow-Fläming Bauboom in Dahme-Spreewald
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08:16 17.08.2017
Das neue Wohngebiet am Mühlenberg in Königs Wusterhausen. Quelle: Gerlinde Irmscher
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Dahmeland-Fläming

Wenn Königs Wusterhausens Bürgermeister Lutz Franzke (SPD) dieser Tage über Wohnungsbau in seiner Stadt redet, wirft er mit dreistelligen Zahlen nur so um sich: 124 Wohnungen entstehen im neuen Wohngebiet am Mühlenberg, weil die stadteigene Wohnungsbaugesellschaft dort acht Blöcke hochzieht. 100 Wohnungen werden im Königspark gebaut. Außerdem will das Berliner Unternehmen Solwo dort ein ganzes Quartier mit weiteren 300 Wohnungen errichten. „Und im Herbst werden wir das alte Gaswerksgelände ausschreiben, dort sollen auch 120 Wohnungen kommen“, erzählt Franzke. Gar nicht zu reden von den Dreigeschossern, die in einigen der sonst eher kleinteiligen Ortsteile emporwachsen. Wohnungsbau ist das neue große Ding in Königs Wusterhausen – und nicht nur dort.

Stephan Loge (SPD), Landrat von Dahme-Spreewald, hat lange gemahnt, dass der Kreis mehr Wohnungen braucht. An Leerstandsquoten von weniger als einem Prozent verzweifelten seit Jahren Zuzügler, Familien, die sich vergrößern wollten, Alleinerziehende, Studenten. Und dann waren da auch noch die Flüchtlinge. Den Satz „Da muss viel mehr passieren“, wiederholte Loge fast wie ein Mantra.

In der Kreisverwaltung schuf er deshalb extra eine Stelle für Wohnungsbauverwaltung, die ihm direkt unterstellt ist. Zudem hat er bereits im vergangenen Jahr ein Projekt mit der Wildauer Wohnungsbaugesellschaft für den Bau von rund 100 günstigen Wohnungen angeschoben – quasi als Vorbild, obwohl der Kreis sich eigentlich beim Wohnungsbau zurückhält. Die Appelle scheinen aber gefruchtet zu haben. Inzwischen haben die Kommunen und private Investoren ihn und wohl auch den Markt erhört.

Seit Januar wurden im Landkreis Bauanträge für 1673 Wohnungen genehmigt. Das ist sehr viel für Brandenburger Verhältnisse. Nur Potsdam wartet mit ähnlichen Zahlen auf. Die meisten Landkreise liegen höchstens bei 500 Wohnungen, viele deutlich darunter.

Verantwortlich für den Boom, der auch das LDS-Ergebnis des Vorjahres bereits überflügelt hat, ist nicht nur Königs Wusterhausen. Die größte Stadt des Kreises hat zwar den größten Anteil, aber auch in Schönefeld, Wildau, Schulzendorf und Bestensee wird im großen Stil geplant und gebaut.

Selbst in Mittenwalde, das nicht über Neubaugebiete verfügt, entsteht seit zwei Jahren Wohnraum in Größenordnungen, wie man sie bisher nur aus den 1990er Jahren kannte. 2015 und 2016 wurden dort jeweils um die 60 neue Einfamilienhäuser genehmigt, in diesem Jahr dürften es ähnlich viele werden. „Wir merken, dass Investoren Gebiete erschließen, die lange brachlagen“, sagt Bauamtsleiter Marek Kleemann. Und selbst Stephan Loge äußert sich über die Entwicklung im Norden inzwischen zufrieden – auch wenn ihm die Entwicklung im Süden immer noch zu langsam geht.

Der Landkreis Teltow-Fläming, der in den vergangenen beiden Jahren ähnliche Wachstumsraten wie Dahme-Spreewald aufwies, kann da nicht mithalten. Obwohl sich Ludwigsfelde, Rangsdorf und vor allem Blankenfelde-Mahlow stetig entwickeln, lässt die Dynamik beim Wohnungsbau im Vergleich zu den vergangenen Jahren etwas nach. Während der Landkreis im ersten Halbjahr 2016 noch 489 Bauanträge für neue Wohnungen genehmigt hat, waren es 2017 nur noch 385. Das ist ein Minus von 20 Prozent – und weniger als ein Drittel der Wohnungen, die in Dahme-Spreewald neu entstehen werden.

Erklären lässt sich das möglicherweise dadurch, dass Teltow-Fläming eine andere Gemeindestruktur hat als Dahme-Spreewald. Während sich Königs Wusterhausen angesichts des Zuzugsdrucks anschickt, mit komplett neuen Wohnquartieren die 40 000-Einwohner-Marke zu durchbrechen und in Schönefeld ein ganzes Wohngebiet mit Geschosswohnungsbau aus dem Boden gestampft wird, wachsen die Speckgürtelgemeinden von Teltow-Fläming fast ausschließlich aufgrund von Einfamilienhäusern. Das gilt vor allem für die Entwicklungsgebiete der größten TF-Wachstumsgemeinde Blankenfelde-Mahlow.

Tatsächlich werden in der Gemeinde überall Lücken bebaut, das Musikerviertel in Mahlow füllt sich, in Mahlow-Nord versucht ein Investor gerade, die Voraussetzungen für weitere 1000 Häuser zu schaffen. Spruchreif sei das Projekt vielleicht schon Anfang kommenden Jahres, sagt Bürgermeister Ortwin Baier (parteilos). „Ich habe den Vergleich zum vorigen Jahr nicht, aber grundsätzlich ist der Druck weiterhin hoch“, so Baier.

Das kann auch Sheila Brause von der Liegenschaftsverwaltung Acropol bestätigen. Sie kümmert sich aktuell um die Vermietung von Zwei- und Dreizimmerwohnungen, die in einer ehemaligen Kaserne im Jühnsdorfer Weg gebaut wurden. Vor drei Wochen sind die 160 Wohnungen an den Markt gegangen für 8,50 bis 11 Euro pro Quadratmeter – eine seltene Gelegenheit in Blankenfelde-Mahlow. 30 Wohnungen sind schon weg. „Und wir haben zahlreiche weitere Bewerber, deren Unterlagen noch nicht vollständig sind“, sagt Sheila Brause.

Eines der drängendsten Probleme wird durch die aktuelle Bautätigkeit allerdings kaum gelöst werden: Gut 1000 Flüchtlinge leben derzeit in den Unterkünften beider Landkreise, viele davon haben inzwischen ein Anrecht auf eine Wohnung, aber Einfamilienhäuser kommen für sie kaum infrage und die Mieten in den neuen Wohnblöcken, dürften für sie zu hoch sein. Blankenfelde-Mahlows Bürgermeister Baier geht deshalb nicht davon aus, dass alle Flüchtlinge aus der örtlichen Unterkunft auch in der Gemeinde bleiben. „Wir haben schon viele untergebracht, aber die Zahl der kommunalen Wohnungen ist begrenzt und wir müssen auch aufpassen, dass das Verhältnis nicht kippt“, sagt er.

Auch sein Königs Wusterhau­sener Amtskollege Lutz Franzke will sich dieses Problems nicht gesondert annehmen. „Es gibt Fördergeld von Bund und Land, aber wir werden trotzdem keine Wohnungen exklusiv für Flüchtlinge bauen“, sagt er. Die Wohnungspolitik der Stadt ziele mehr auf Fachkräfte. Für die Flüchtlinge sieht er kurzfristig kaum Perspektiven. „Entweder es gibt neue Lösungen, oder sie werden in ihren Unterkünften wohnen bleiben müssen.“

Von Oliver Fischer

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