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Bauboom lässt Handwerker jubeln

Konjunktur-Umfrage Bauboom lässt Handwerker jubeln

Die Handwerkskammern Potsdam und Cottbus melden in ihrer Frühjahrsumfrage Rekordwerte zur wirtschaftlichen Lage der Betriebe. Der anhaltende Boom im Wohnungsbau sorgt vor allem bei Baufirmen und dem Ausbaugewerbe für volle Auftragsbücher und steigende Umsätze.

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In Berlin und Brandenburg brummt der Wohnungsbau. Davon profitieren auch Unternehmen aus der Region.

Quelle: dpa

Dahmeland-Fläming. Das Jahr hat gut begonnen für das Handwerk in der Region Dahmeland-Fläming, sehr gut sogar. Die Handwerkskammern (HWK) Potsdam und Cottbus berichten in ihren Konjunkturumfragen für das erste Quartal 2016 von vollen Auftragsbüchern, zufriedenen Betrieben und guten Aussichten für das laufende Jahr. Der anhaltende Bauboom in der Region und darüber hinaus beschert besonders dem Ausbaugewerbe gute Geschäfte. Die größten Sorgen bereitet nach wie vor der Fachkräftemangel – und der hat sich sogar verschärft.

Hintergrund

Die meisten Handwerksbetriebe im Landkreis Dahme-Spreewald gibt es im Bereich des Bau- und Ausbaugewerbes, 976 sind dort insgesamt registriert. An zweiter Stelle steht das Elektro- und Metallgewerbe mit 808 Betrieben. Mit weitem Abstand folgt das Holzgewerbe, in dem 200 Betriebe registriert sind. Insgesamt sind im Landkreis 3044 Handwerksfirmen ansässig.

Im Landkreis Teltow-Fläming gibt es insgesamt 2697 Handwerksbetriebe. Die größte Rolle spielen Maurer und Betonbauer mit 192 Betrieben. Stark vertreten sind auch Kfz- und Elektrotechniker mit jeweils 179 Betrieben. An dritter Stelle stehen Installateure und Heizungsbauer mit 149 Firmen. Auch ein Bootsbauer und zwei Büchsenmacher gibt es in Teltow-Fläming.

Im Jahr 2015 erwirtschafteten die Handwerksbetriebe im Bereich der HWK Cottbus Gewinne von knapp 3,6 Milliarden Euro.

Auf 10 000 Einwohner kommen in Teltow-Fläming etwas mehr als 166 Handwerksbetriebe. Diese Zahl hat sich seit 1990 mehr als verdoppelt. Die Zahl der Ausbildungsbetriebe ist dagegen im gesamten Kammerbezirk von 1530 im Jahr 1991 auf 1360 im Jahr 2014 gesunken. Die Zahl der Azubis sank im gleichen Zeitraum von 4616 auf 2967.

2015 gab es im Kammerbereich Cottbus 813 Ausbildungsbetriebe, die Zahl der Azubis lag bei 1665.

Grund dafür ist die „Rente mit 63“. Etwa jeder fünfte Betrieb habe im ersten Quartal Mitarbeiter verloren, weil diese die von der Bundesregierung neu geschaffene Möglichkeit genutzt hätten, früher in Rente zu gehen, schreibt die HWK Cottbus: „Damit verschärft sich die Personalsituation in den Unternehmen. In einigen Branchen ist es mittlerweile schwierig, geeignetes Personal als Ersatz zu finden“, heißt es im Bericht. Besonders betroffen seien Firmen mit neun bis 49 Mitarbeitern. Auch viele Betriebe im Bereich der HWK Potsdam suchten „händeringend nach Fachkräften“. Mindestens acht Prozent der 3500 dort befragten Betriebe klagen über Personalmangel und darüber, dass sie freie Ausbildungsstellen nicht besetzen können.

Zahl der zufriedenen Betriebe auf Rekordhoch

Am starken Aufschwung in Westbrandenburg inklusive Teltow-Fläming ändert das aber nichts. 90 Prozent der befragten Betriebe bezeichnen ihre Geschäftslage als gut oder befriedigend – ein Rekordwert, der selbst den letzten Spitzenwert von 2014 um knapp sechs Prozent übertrifft. Mit fast 93 Prozent ist die Zufriedenheit im Ausbaugewerbe am größten. Das sind beispielsweise Elektroinstallateure, Schreiner, Maler und Bauschlosser. Auch das Bauhauptgewerbe, also vor allem Hoch- und Tiefbauunternehmen, profitieren stark vom Konjunkturmotor Wohnungsbau. 92,3 Prozent der befragten Betriebe bezeichnen ihre Lage als gut oder befriedigend. Das sind mehr als 15 Prozent Zuwachs im Vergleich zum Frühjahr 2015.

Der Bauboom in Berlin und dem Umland zieht auch die Betriebe im Kammerbezirk Cottbus inklusive Dahme-Spreewald nach oben. Insgesamt beurteilen dort 90,6 Prozent der 2000 befragten Betriebe ihre wirtschaftliche Lage als gut oder befriedigend. Auf diesem Niveau lag der Wert zuletzt vor vier Jahren. Am höchsten unter allen Handwerkszweigen ist die Zufriedenheit im Ausbaugewerbe, die Quote liegt dort momentan bei knapp 94 Prozent. Mit 92,5 Prozent zufriedener Betriebe liegt das Bauhauptgewerbe auf Platz zwei in Südbrandenburg. In diesem Bereich hat sich die Stimmung im Vergleich zum Vorjahr allerdings deutlich eingetrübt, im ersten Quartal 2015 waren noch fast 97 Prozent der Baufirmen zufrieden mit ihrer Lage. Gleichzeitig verdoppelte sich die Zahl der unzufriedenen Betriebe und fast 40 Prozent hatten zuletzt Umsatzrückgänge zu verzeichnen.

Mehr als jedes zehnte Unternehmen will einstellen

Für das laufende Jahr schätzen die südbrandenburgischen Bauunternehmer ihre Aussichten aber wieder besser ein. 25 Prozent der Firmen rechnen mit steigenden Auftrags- und Umsatzzahlen, mehr als jedes zehnte Unternehmen will Personal einstellen. Die Chancen dafür stehen nach Einschätzung der Kammer gut: Für Berlin und Brandenburg wird eine Umsatzsteigerung von 2,2 Prozent auf 6,8 Milliarden Euro erwartet.

Auch die westbrandenburgischen Firmen blicken optimistisch auf die kommenden Monate. 20 Prozent aller Betriebe rechnen mit einer Verbesserung ihrer Geschäftslage im laufenden Quartal, 67 Prozent erwarten keine Veränderungen. Ähnlich sieht es bei den Umsatzerwartungen aus, 28 Prozent der Betriebe rechnen mit einer Steigerung, nur neun Prozent mit sinkenden Umsätzen. Die guten Aussichten wirken sich auch auf die Nachfrage nach Mitarbeitern aus. Zwölf Prozent aller westbrandenburgischen Handwerksbetriebe wollen einstellen, 84 Prozent ihre Mitarbeiter halten. Außer den Baufirmen wollen vor allem Betriebe aus dem Bereich Nahrungsmittelproduktion einstellen – sofern es der Markt für Fachkräfte zulässt.

Genug Arbeit für die nächsten achteinhalb Wochen

Die starke Konjunktur zeigt sich auch in den Auftragsbüchern. Die durchschnittliche Auslastung der Handwerksbetriebe in Westbrandenburg stieg zuletzt von 76 auf 78 Prozent, jeder vierte Betrieb meldet gar volle Auslastung. Die aktuellen Aufträge halten die Firmen durchschnittlich für die nächsten achteinhalb Wochen beschäftigt, das sind eineinhalb Wochen mehr als im Vorjahreszeitraum. Normalerweise verschlechtert sich im Frühjahr die Auftragslage für die Mehrheit der Firmen, in diesem Jahr hat sich das Verhältnis umgekehrt. Mit Investitionen etwa in Maschinen und Fahrzeuge hielten sich die Firmen allerdings zurück. Nur ein Viertel hat in den vergangenen drei Monaten überhaupt investiert, die Hälfte davon mehr als im Vorjahreszeitraum.

Von Martin Küper

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