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Teltow-Fläming Bauboom und Zuzug
Lokales Teltow-Fläming Bauboom und Zuzug
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00:16 16.04.2017
Gienek Swierczynski (l.) und Stanislaw Dabrowski (M.) bei Schalungsarbeiten an einem der drei so genannten Posthäuser in Zossen. Quelle: Frank Pechhold
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Zossen

Bauboom und Zuzug bestimmen das Bild in Zossen. „Spätestens in fünf Jahren hat die Stadt 20 000 Einwohner, wenn nicht schon eher“, so Bürgermeisterin Michaela Schreiber (Plan B). Zurzeit werden rund 300 Mietwohnungen gebaut oder saniert. Hinzu kommen viele geplante oder begonnene Eigenheime. Dieses Wohnraum-Wachstum spricht für Schreibers Prognose.

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Aktuell haben rund 18 500 Menschen ihren Erst- und etwa 400 ihren Zweitwohnsitz in der Stadt. Tendenz steigend. „Dass es so kommen wird, war für mich immer klar. Aber in dieser Geschwindigkeit habe ich nicht damit gerechnet“, sagt Schreiber. Allen Prognosen der Landesstatistiker zum Trotz wächst Zossen in einem rasanten Tempo. „Das hat mit der Berlinnähe zu tun“, weiß die Bürgermeisterin. Wer aus der Hauptstadt oder anderen Bundesländern nach Zossen ziehe, arbeite vielfach in Berlin. „Diese Leute gucken zuerst, wie schnell sie auf der B96 und der A10, mit dem Auto oder Zug früh zur Arbeit und nachmittags zurück kommen.“ Deshalb hätten die Stadtverordneten in dem Flächennutzungsplan ganz klar festgelegt, dass sich die Entwicklung vorrangig entlang der Bahnstrecke vollzieht. „Alles andere wäre unrealistisch.“

Dabendorf ist für Eigenheimbauer schon fast dicht

Dichter an Berlin als alle anderen Ortsteile ist Dabendorf. „Aber dort ist die Luft für Eigenheimbauer wegen der großen Verdichtung schon sehr dünn.“ Besser sehe es in Zossen aus, wo der Bauboom vor drei Jahren angekommen sei. Beispielsweise habe die Zossener Wohnungsbaugesellschaft zwölf Grundstücke für das verhältnismäßig kleine, hinter der Goetheschule gelegene Baugebiet „ Zillebogen“ auf den Markt geworfen. „Innerhalb eines Monats waren sieben Grundstücke verkauft.“ Schreiber zufolge würden auf der Freifläche hinter dem Dänischen Bettenlager viele Einfamilienhäuser entstehen. Hinzu kommt das Projekt „Wohnen am Schloss“, in dessen Rahmen ein Investor auf der Fläche des fast verwaisten Einkaufszentrums Stadtvillen mit rund 200 Mietwohnungen plant.

„Auch in Wünsdorf haben wir eine Kombination aus beidem: Einfamilienhaus-Flächen, die neu auf den Markt kommen, und Wohnungsbau“, sagt Schreiber. Gegenwärtig läuft das Aufstellungsverfahren in der Waldstadt-Nord für den Bauplan „Eichenhain Zwei“. In der Süd-Waldstadt werden viele alte Kasernenblöcke saniert. „Hier haben sich einige Investoren bedeckt gehalten, als die Meldung kam, dass wir eine Erstaufnahmestelle bekommen.“ Allerdings habe sich dies Zurückhaltung rasch gelegt, wie die rege Bautätigkeit zeigt.

Große Welle schwappt von Wünsdorf nach Neuhof über

„Wenn die große Welle in Wünsdorf durch ist, dann wird der Bauboom in Neuhof ankommen.“ Dort habe man in der Siedlung auch zusätzliche Möglichkeiten für Wohnbebauung geschaffen.

Auch in den Ortsteilen ohne Bahnhof geht die Bürgermeisterin davon aus, dass die Einwohnerzahlen so bleiben oder leicht ansteigen. „Diese Dörfer werden sicher nicht den Zuwachs haben wie Dabendorf, Zossen und Wünsdorf. Aber sie schrumpfen auf keinen Fall, sondern wachsen gemächlich.“

In Schöneiche ist die Grundstücksnachfrage größer als das Angebot

Schreiber zufolge gingen im Wohngebiet Glienick Grundstücke, die ewig lange auf dem Markt waren, nun weg. In Kallinchen habe man keine Schwierigkeiten, Grundstücke zu verkaufen. Höher als das Angebot an Baugrundstücken sei die Nachfrage in Schöneiche. Weiter bestehe in Horstfelde, Schünow und Nunsdorf die Möglichkeit, Einfamilienhäuser zu bauen. In Werben sei ein Mini-Bebauungsplan für vier bis sechs Einfamilienhaus-Grundstücke in Arbeit. „Hier haben Interessenten die Möglichkeit, hinter ihrem Haus noch ein Pferd hinzustellen.“

Von Frank Pechhold

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