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Teltow-Fläming Bauern bangen um die Ernte
Lokales Teltow-Fläming Bauern bangen um die Ernte
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00:18 20.07.2017
Die Wintergerste ist inzwischen von den meisten Äckern verschwunden, aber der feuchte Boden bereitet den Bauern bei der Ernte Probleme. Quelle: Julian Stähle
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Dahmeland-Fläming

Der 29. Juni wird auch für die Landwirte der Region wohl ein denkwürdiger Tag bleiben. Für einige von ihnen könnte es der Tag sein, der ihnen die Ernte verregnet hat.

Bis zu diesem niederschlagsreichsten Tag seit Beginn der Wetteraufzeichnungen hatte es die Sonne durchaus gut mit den Feldfrüchten gemeint, regional sogar zu gut. Auf die Felder von Thomas Göbel etwa, dem Vorsitzenden des Kreisbauernverbandes Südbrandenburg, waren in der gesamten ersten Jahreshälfte keine 200 Liter Regen pro Quadratmeter gefallen, zu wenig für das Getreide auf den Feldern, auch die Ölfrüchte hatten mit der Trockenheit zu kämpfen. „Wir hatten im Getreide und Raps Dürreschäden und dachten schon, dass wir den normalen Jahresniederschlag gar nicht schaffen“, sagt Göbel. Und dann fielen am 29. Juni gleich 130 Liter mit einem Mal.

Göbels Äcker liegen im Spreewald, einem ohnehin eher feuchten Gebiet. Dort gebe es noch immer zahlreiche Felder und Wiesen, die unter Wasser stehen, sagt Göbel. Die Grabensysteme seien überlastet, Wiesen stehen auf feuchten Böden, die von der Sonne nicht mehr abgetrocknet werden können, die Ernte droht bei einigen Landwirten ins Wasser zu fallen.

Aber auch dort, wo seinerzeit etwas weniger Wasser niederging – etwa im Süden von Teltow-Fläming – oder wo die Böden von Natur aus trockener sind, haben die inzwischen zwei Wochen zurückliegenden Starkregenfälle ihre Spuren hinterlassen. Zumal es danach fast überall feucht und kühl blieb. Ein Problem das deshalb derzeit fast alle Landwirte haben: Die Felder sind so nass, dass sie mit Maschinen schlecht oder gar nicht befahren werden können.

Holger Jonas, Landwirt aus dem Heideseer Ortsteil Gräbendorf, macht diese Erfahrung gerade auf einigen Äckern, die sein Betrieb in Bestensee bewirtschaftet. „Da kommen wir im Moment nicht rauf“, sagt Jonas. Sorgen mache er sich deshalb aber bisher noch nicht. „Das kann sich aber innerhalb von ein paar sonnigen Tagen wieder ändern“, sagt er.

Auch Helmut Dornbusch, der Vorsitzende des Kreisbauernverbandes Teltow-Fläming, will nicht allzu schwarz malen. „Es ist keine schöne, aber bisher auch noch keine prekäre Situation. Wir hoffen auf sommerliche Tage, und wenn es davon bald einige am Stück gibt, dann macht die jetzige Feuchtigkeit nichts“, sagt er. Eine Warnung schiebt er aber hinterher: Sollte das nasse Wetter noch anhalten und die Ernte sich weiter verzögern, dann werde das wohl Auswirkungen auf die Qualität des Getreides haben. „Dann können sich Pilze im Getreide bilden“, so Dornbusch.

Ein zweites Problem, das bei einigen Landwirten witterungsbedingt auftritt, und das sich auch mit ein paar warmen Tagen kaum mehr beheben lassen wird, ist der sogenannte Zwiewuchs. „Viele Bestände haben nach dem Regen neu angefangen zu wachsen“, sagt Thomas Göbel. „Getreide, Lupinen und Erbsen waren eigentlich abgereift, sie trieben dann aber plötzlich wieder aus.“ Die Folge: Die Früchte sind teils reif und teils grün, was die Landwirte vor Probleme stellt. Göbel: „Die Technik streikt, die Ernte verzögert sich, man muss trocknen und hat zusätzliche Kosten.“

Es gibt aber auch beruhigende Botschaften. Ob die Sonne jetzt noch kommt oder es weiter feucht bleibt, eine durch und durch negative Bilanz wird die Landwirtschaft in diesem Sommer bei allen Wetterkapriolen kaum mehr verzeichnen. Die Erträge beim Winterweizen, der bereits fast überall vom Feld ist, seien mit etwa 60 Dezitonnen je Hektar zumindest durchschnittlich gewesen, sagt Dornbusch. In seinem Betrieb in Baruth wachsen angesichts des ordentlichen Niederschlags auch die Kartoffeln gut. Den Möhren gefällt der hohe Feuchtigkeitsgehalt in der Erde ebenfalls, und das Grünland, dass den Bauern im Spreewald Sorgen bereitet, sprießt bei ihm so wie es soll.

Am besten steht aber der Mais da – und das flächendeckend. „Wer Mais auf den Feldern hat, der wird derzeit mit einem breiten Grinsen ins Bett gehen“, sagt Holger Jonas. Tatsächlich ragen die Maispflanzen für die Jahreszeit schon ungewöhnlich hoch. „Das ist die Pflanze, die von der Witterung absolut profitiert. Ich kann mich nicht erinnern, wann wir zum letzten Mal solche Mais-Bestände hatten“, sagt Helmut Dornbusch. Mit etwas Glück und einer a

Von Oliver Fischer

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