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Bauern stellen sich gegen Vorurteile

Kreisbauerntag in Werder Bauern stellen sich gegen Vorurteile

Verbraucher schauen heute kritisch auf die, die unsere Nahrung produzieren. Doch auch die Liste der bäuerlichen Sorgen ist lang, wie der Bauerntag zeigte. „In kürzester Zeit haben wir Landwirte ein Drittel Einkommenseinbuße hinnehmen müssen, ohne dass es die Bevölkerung gemerkt hat, denn die Regale waren immer voll“, sagte Redner Helmut Dornbusch.

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Aufmerksam lauschten Landwirte und Gäste den Worten der Redner. In der Diskussion am Ende gab es nur wenige Wortmeldungen.

Quelle: Uwe Klemens

Werder. „Landwirtschaft ist wie eine Milchkuh: Wenn man sie gut füttert, bekommt man einiges zurück, nicht nur Methan, sondern eben auch Milch.“ Die Erkenntnis von Helmut Dornbusch, Vorsitzender des Kreisbauernverbandes Teltow-Fläming, zog sich wie ein roter Faden durch alle Reden und Bekenntnisse des Kreisbauerntages 2017, der unter dem Motto stand, „Gutes bewahren – Erfahrungen nutzen – Zukunft gestalten“. Auf dem Erlebnishof Werder lauschten die Landwirte aufmerksam den Worten der Vertreter von Verbänden, Ämtern und Politik.

Lange Liste von Sorgen

Dornbuschs Auflistung der bäuerlichen Sorge ist lang und reicht von überzogen empfundenen Düngemittelverordnungen, überbordender Bürokratie, allgemeiner Stimmungsmache, Umbau der Subventionspolitik bis zum immer drängender werden Problem eines angemessenen Umgangs mit dem Wolf und den Auswirkungen von Tierseuchen, wie gegenwärtig der Geflügelpest.

„Wir Landwirte brauchen eine Risikoabsicherung“, lautet eine der seit langem bestehenden Forderungen der Bauern, die Dornbusch mit dem Hinweis untermauert: „In kürzester Zeit haben wir Landwirte ein Drittel Einkommenseinbuße hinnehmen müssen, ohne dass es die Bevölkerung gemerkt hat, denn die Regale waren immer voll.“

Groll gegen Kampagne von Umweltministerium

Den pauschalen Vorwurf, Tierwirtschaft betreibende Landwirte hätten neben hohen Erträgen nicht zugleich auch immer das Wohl der Nutztiere im Auge, kann Helmut Dornbusch schon lange nicht mehr hören. Aus seinem Groll gegen die jüngste Plakatkampagne von Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) macht Dornbusch keinen Hehl, jedoch ohne die dort angesprochenen Missstände genauer zu erörtern.

Seiner Ansicht nach gäbe es Kritik vor allem von jenen, die nicht wüssten, wie Landwirtschaft funktioniert. Als Beispiel nannte er die Diskussion um die Kürzung von Schwänzen in der Schweineproduktion. „Warum die Ringelschwanz-Diskussion so in den Mittelpunkt gerückt wird, kann ich nicht nachvollziehen. Aber biologische Kreisläufe brauchen Tierhaltung. Wir Landwirte brauchen eine Antwort, ob wir im Landkreis in der Zukunft die Tierhaltung gestalten.“

Gegen Kreisgebietsreform

Viel Lob gab es von Dornbusch für die Zusammenarbeit mit den Fachämtern der Kreisverwaltung. Er stellte sich zugleich gegen die Kreisgebietsreform. „In der Verwaltung eines größeren Kreises wäre die Nähe zu unseren Problemen nicht mehr gegeben“, sagte er.

Die Bedeutung der Landwirtschaft als einem der ältesten Produktionszweige, vor allem im strukturschwachen Raum, stellte dann auch Landrätin Kornelia Wehlan (Linke) an den Beginn ihres Grußwortes. Die Landrätin sagte, dass Landwirte über die eigentliche Produktion hinaus auch die Landschaft gestalten und somit Mitverantwortung tragen, den ländlichen Raum attraktiv zu gestalten. Sie sicherte seitens der Verwaltung eine größtmögliche Unterstützung zu.

Staatssekretärin will Missstände abbauen

Eine „gezielte Falschinformation der Bevölkerung“ nannte Landwirtschafts-Staatssekretärin Carolin Schilde die Kampagne der Bundesumweltministerin. „Wo es Missstände gibt, müssen wir gemeinsam daran arbeiten, sie abzubauen.“ Als Praxisbeispiel nannte sie die derzeitige Suche nach den Ursachen, woher hohe Nitratwerte im Boden tatsächlich kommen. Statt 13 gibt es deshalb inzwischen landesweit 57 Meßstellen. Als Sofortmaßnahme beim Wolf nannte sie die Einstellung von zwei Wolfsbeauftragten, deren Beratungsangebot Landwirte in Anspruch nehmen können.

Mit den genannten Problemen offen umzugehen, sich gegen Anfeindungen aber zu wehren, dafür warb auch Henrik Wendorff, Präsident des Landesbauernverbandes. Das klare Bekenntnis der Landesregierung zur Landwirtschaft ist in seinen Augen das richtige Signal.

Von Uwe Klemens

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