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Teltow-Fläming Bauern wollen Ortsumfahrung nutzen
Lokales Teltow-Fläming Bauern wollen Ortsumfahrung nutzen
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05:55 18.08.2016
Sieben Minuten dauert die Fahrt eines Mähdreschers auf der Umgehungsstraße. Insgesamt ist dies jedoch das kleinere Übel. Quelle: Uwe Klemens
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Jüterbog

Die Erneuerung der B102 innerhalb der Jüterboger Altstadt ist seit knapp zwei Jahren für viele Autofahrer ein Ärgernis. Allerdings: Die Agrarbetriebe in der Region profitieren von der Situation. Denn eine Ausnahmeregelung ermöglicht nun großen und langsamen Fahrzeugen das Befahren der sonst für sie gesperrten Ortsumfahrung (B101), die seit ihrer Inbetriebnahme als sogenannte Kraftfahrtstraße gewidmet ist.

Bauern befürchten das Ende der Ausnahmegenehmigung

Inzwischen nähert sich der erste Bauabschnitt der B102-Erneuerung dem Ende und die Landwirte befürchten damit auch das Ende der Sondergenehmigung, was nicht nur ökonomisch, sondern auch unter Umweltgesichtspunkten problematisch wäre.

„Die Strecke auf der Umgehungsstraße ist exakt 3,4 Kilometer lang, wofür ein großer Traktor mit Anhänger oder ein Mähdrescher rund sieben Minuten benötigt“, rechnet Mario Schwanke, Chef der am meisten betroffenen Jüterboger Agrargenossenschaft vor. „Durch die Stadt sind es zwar auch nur 4,4 Kilometer, aber ein Traktor mit Anhänger oder ein Mähdrescher, der auf den Acker am anderen Ende der Stadt will, braucht dafür, je nach Verkehrslage, zwischen 15 und 20 Minuten.“

Mario Schwanke, Chef derJüterboger Agrargenossenschaft Quelle: UWe Klemens

Was sich relativ überschaubar anhört, summiert sich im Laufe einer drei- bis vierwöchigen Erntesaison bei bis zu 30 Fahrten pro Tag und einem durchschnittlichen Kraftstoffverbrauch von 8,5 Litern Diesel auf eine große Menge an Arbeitszeit, Diesel und Kohlendioxid.

Unfallrisiken für Landmaschinen im Innenstadtverkehr

Dass Schlimmste ist für Schwanke jedoch die Zitterpartie, die die Fahrt mit den großen, schlecht überschaubaren Fahrzeugen durch die engen Straßen der Innenstadt für die Fahrer bedeutet. „Das größte Problem sind die Radfahrer, die sich beidseitig und oft mit hoher Geschwindigkeit an unseren Fahrzeugen vorbeischlängeln und dem Fahrer kaum Zeit zum Reagieren lassen“, sagt Schwanke. Als besonders gefährdet sieht der Genossenschaftler auch Rollstuhlfahrer, Skater und Leute mit Kinderwagen, die ihrerseits schlecht auf Bewegungen der großen Fahrzeuge reagieren können.

Mähdrescher auf der B101-Ortsumfahrung. Quelle: Uwe Klemens

Dass die Jüterboger Bauern mit diesem Problem nicht allein dastehen, weiß Kreisbauernverbands-Geschäftsführerin Silvia Fuchs, die sich deshalb vor zwei Jahren um die generelle Aufhebung des Fahrverbots bemühte und das Straßenverkehrsamt des Landkreises um Hilfe bat. „Ergebnislos“, sagt sie enttäuscht. Der Kreis dürfe auf Landes- und Bundesstraßen zwar Beschränkungen erlassen, geltende Beschränkungen aber nicht aufheben, wie Hubert Grosenick, Leiter des Straßenverkehrsamtes TF, bestätigt. Auch seitens der Stadt sähe man es aufgrund der großen Gefahr zwar gern, dass die Agrartechnik über die Umgehungsstraße fährt, hat aber ebenfalls kein Mitspracherecht, bedauert Ordnungsamtsleiter Joachim Wasmansdorff.

Bauamtsleiterin macht Hoffnung

Nach Auffassung von Jüterbogs Bauamtsleiterin Kira Wenngatz, haben die Landwirte für eine endgültige Klärung ihres Problems noch etwas Luft. „Nach meinem Kenntnisstand gilt die Ausnahmeregelung nicht bis zum Ende des ersten Bauabschnitts an der B102, sondern bis zum Ende der Gesamtbaumaßnahme, was noch ein paar Jahre dauern wird.“

Gemeinsam hoffen Silvia Fuchs und Mario Schwanke nun auf Einsicht durch das Landesamt. Eines ihrer stärksten Argumente ist die Tatsache, dass seit Freigabe der Ortsumgehung keinen Unfall mit einem Agrarfahrzeug gab.

Von Uwe Klemens

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