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Bauern ziehen durchwachsene Erntebilanz

Landwirtschaft Bauern ziehen durchwachsene Erntebilanz

Loblieder auf die vergangene Erntesaison wollen weder die Bauern in Dahme-Spreewald noch die in Teltow-Fläming singen – wobei letztere noch eher Grund dazu hätten. Die Erträge im Süden von Teltow-Fläming können sich durchaus sehen lassen. Wenn sich das Getreide nur besser verkaufen ließe.

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Getreideernte in Trebbin.

Quelle: Danilo Hafer

Dahmeland-Fläming. Thomas Goebel, Vorsitzender des Bauernverbandes Südbrandenburg, ist dieser Tage immer noch auf dem Feld. In seinem Betrieb steht der Körnermais noch. „Wir müssen warten, bis alles abgetrocknet und nichts mehr grün ist, deshalb wird sich die Ernte noch etwas hinziehen“, sagt er. Aber der Körnermais ist die letzte Feldfrucht, die eingebracht werden muss, und im Gegensatz zum Silomais spielt er gemessen an den Anbauflächen ohnehin keine große Rolle. Deshalb kann Goebel auch leichterdings eine Abschlussbilanz des diesjährigen Erntejahres in Dahme-Spreewald ziehen. Und die fällt – genau wie die des Landesbauernverbandes und die des Bauernverbandes Teltow-Fläming – durchschnittlich bis unterdurchschnittlich aus.

Massive Einbußen beim Raps

Das liege nicht nur an den Ernteergebnissen, obwohl man sich die auch besser gewünscht hätte, sagt Goebel. Der Raps beispielsweise war eine Katastrophe mit Einbußen von bis zu einem Drittel im Vergleich zum Vorjahr. Ursache war zum Teil die Trockenheit. Zum Teil hatten die Bauern aber auch deutlich stärker mit Schädlingen zu kämpfen, weil der Raps nicht mehr gebeizt werden darf.

Dahme-Spreewald: Getreideernte auf Vorjahresniveau

Beim Getreide schrammte man in Dahme-Spreewald nur knapp an den Vorjahresergebnissen vorbei – aber auch die waren nicht besonders. „Im Süden haben wir noch etwas bessere Ergebnisse erzielt, aber je weiter man nach Norden kommt, desto stärker hat die Frühsommertrockenheit zugeschlagen. Entsprechend gering waren dort die Erträge“, sagt Thomas Goebel. Das gilt für den Winterweizen genauso wie für Winterroggen und Wintergerste. Hinzu kommt in Dahme-Spreewald der karge Boden, weshalb die Erträge teilweise deutlich unter dem Landesdurchschnitt liegen. Während brandenburgweit etwa 65,3 Dezitonnen Winterweizen je Hektar vom Feld geholt wurden, erntete man in Dahme-Spreewald nur 56,8 Dezitonnen je Hektar.

Teltow-Fläming: Ergebnis über Landesdurchschnitt

In Teltow-Fläming dagegen lagen die Bauern mit 73,8 Dezitonnen Winterweizen je Hektar deutlich über dem Landesdurchschnitt. Auch bei anderen Feldfrüchten konnten die Landwirte in Teltow-Fläming mehr ernten als ihre Kollegen im Osten. „Die Ergebnisse sind aber bei uns punktuell sehr unterschiedlich ausgefallen, das lag an der unterschiedlichen Niederschlagsverteilung“, sagt Helmut Dornbusch, der Vorsitzende des Kreisbauernverbandes Teltow-Fläming. So haben die Betriebe rund um Jüterbog deutlich bessere Erträge erzielt als etwa die Agargenossenschaften in Trebbin oder Großmachnow. Dornbusch: „Da gab es ein ganz starkes Gefälle, das habe ich so noch nicht erlebt."

Schlechte Preise

Freilich nutzen auch die besten Erträge wenig, wenn sich das Getreide nicht gewinnbringend an den Kunden bringen lässt, und das war in diesem Jahr ein Problem in der konventionellen Landwirtschaft. Die Getreidepreise lagen deutlich unter dem Vorjahresniveau. Während man vor drei oder vier Jahren noch 25 Euro und mehr für eine Dezitonne Brotweizen bekam, lag der Preis in diesem Sommer nur noch bei 14,25 Euro. Der Landesbauernverband hat ausgerechnet, dass ein durchschnittlicher Landwirtschaftshof dadurch im Vergleich zum vorigen Jahr rund 30 000 Euro verloren hat. „Derzeit gibt es auch keine Anzeichen dafür, dass die Tendenz bei den Preisen im kommenden Jahr wieder nach oben geht“, sagt Helmut Dornbusch. Thomas Goebel vom Südverband sieht die Ursache dafür auf dem Weltmarkt. „Früher richtete sich der Preis nach Angebot und Nachfrage. Jetzt gibt es eine Leitwährung, und das ist der Ölpreis“, sagt Goebel. „Auch wir als Produzenten von Rohware unterliegen dem Preis von Rohöl, und der ist nun einmal am Boden.“

Preise im Ökolandbau stabil

Weniger betroffen davon sind die Kartoffelbauern, die gute Erträge bei stabilen Preisen einfahren konnten, und die Öko-Bauern, von denen es insbesondere in Dahme-Spreewald viele gibt. Der Landkreis ist derjenige mit den deutlich größten Anbauflächen in der brandenburgischen Öko-Landwirtschaft, weshalb er auch am stärksten vom anhaltenden Boom der Branche profitiert. „Während der Ökolandbau jahrelang mit niedrigen Preisen zu kämpfen hatte, sind die Preise für Bio-Getreide jetzt auf höherem Niveau stabil“, sagt Thomas Goebel. Die größten Öko-Betriebe haben ihren Sitz alle im Spreewald.

Zahlen und Fakten

Die größten Anbauflächen haben
in der Region der Winterroggen (LDS: 11 400 Hektar/TF: 13 500 Hektar) und der Futtermais (8500/13 500), gefolgt von Winterweizen (3100/8000), Winterraps (3200/6700) und Wintergerste (3900/5300).

Der Ertrag bei Roggen lag in LDS bei 41,3 Dezitonnen je Hektar, in TF bei 47,1. Landesschnitt: 46,6.

Mais: Ertrag in LDS 307,5 Dezitonnen je Hektar, TF 293,6. Landesschnitt: 330.

Weizen: LDS 56,8 dt/ha, in TF 73,8. Landesschnitt: 65,3.

Raps: LDS 30,2 dt/ha, in TF 28,6.
Landesschnitt: 26,8.

Gerste: LDS 58,4 dt/ha, in TF 70,1.
Landesschnitt: 59,2.

Triticale: LDS 43,7 dt/ha, in TF 43,3. Landesschnitt: 50,2.

Sonnenblumen: LDS 17,2 dt/ha,
in TF 22,1. Landesschnitt: 21,4.

 

Von Oliver Fischer

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