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Bauherr trägt Gerüst-Streit mit Banner aus

Zossen Bauherr trägt Gerüst-Streit mit Banner aus

Eigentlich hatte Fredy Steinecker mit einer viel kürzeren Zeit für die Außenarbeiten an seinem Haus im Herzen Zossens gerechnet. Aber versteckte Schäden und einige terminuntreue Firmen machten ihm einen Strich durch die Rechnung. Das alles führte letztlich zum Baugerüst-Streit mit der Stadt. Davon zeugt ein Banner an der Fassade.

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Abgerüstet: Mit diesem Banner an seinem Haus Berliner Straße/Ecke Kirchstraße macht Fredy Steinecker seinem Ärger Luft.

Quelle: foto: Frank Pechhold

Zossen. Das Weinfest hinterlässt bei Fredy Steinecker einen bitteren Nachgeschmack. Auf Anordnung des Zossener Ordnungsamtes musste er das Gerüst an dem Eckhaus in der Berliner Straße abbauen lassen, um die Sicherheit der Festbesucher zu gewährleisten. Steineckers Meinung dazu steht auf einem großen Banner an der gerüstfreien Fassade: „’Danke’ an die Stadtverwaltung, dass das Gerüst NUR zum Weinfest abgebaut werden musste. Obwohl die Baumaßnahmen NICHT fertig sind! Ist das Willkür? Macht?“ Bürgermeisterin Michaela Schreiber (Plan B) weist die erhobenen Vorwürfe ganz entschieden zurück.

Steinecker erwarb das uralte Wohn- und Geschäftshaus 2013. Der Zossener entschied sich dazu, den Schandfleck zu beseitigen und das Stadtbild aufzuwerten. Drei Jahre später wurde das Haus unter Denkmalschutz gestellt. „Die damit verbundenen Auflagen kosten mich rund 100 000 Euro mehr.“ Insgesamt stecke er etwa 800 000 Euro in die Sanierung. Fördermittel für das im Sanierungsgebiet gelegene Gebäude habe er nicht bekommen.

Klare Ansage aus dem Rathaus

Im März 2017 beantragte Steinecker, ein Baugerüst bis Ende Juni aufzustellen. Anfangs forderte das Ordnungsamt von ihm, ein Gerüst mit Fußgängertunnel zu bauen. Steinecker zufolge koste so ein Tunnel monatlich 1500 Euro. „Dafür bekomme ich ein neues denkmalgerechtes Fenster“. Um ihm die Tunnel-Kosten zu ersparen, bewilligte die Stadt ein normales Gerüst. „Allerdings haben Gerüstbauer und Eigentümer von uns die klare Ansage gekriegt, dass bis zum Weinfest wieder beide Gehwege an der Berliner Straße offen sein müssen“, sagt Bürgermeisterin Schreiber.

„Eigentlich sollten die Außenarbeiten an Dach und Fassade bis Juli fertig sein“, so der Bauherr. Weil immer mehr Schäden zum Vorschein kamen und einige Firmen sich nicht an Absprachen hielten, geriet der Zeitplan durcheinander. Deshalb musste Steinecker erst die Verlängerung für das Gerüst bis Ende August, dann über das Weinfest hinaus bis Ende November beantragen. „Bis dahin war die Stadtverwaltung immer kompromissbereit.“ Nun aber beharrte Ordnungsamtsleiterin Stefanie Wegner auf der Forderung, das Gerüst bis 1. September, 12 Uhr, abzubauen. Andernfalls lasse man auf Steineckers Kosten (rund 1000 Euro) abrüsten. In der Ordnungsverfügung heißt es: „Wir erwarten mindestens 6000 Besucher, die allen an Ihrem Haus vorbei müssen. Aus den Erfahrungen der letzten beiden Jahre gehen wir von mindestens 3000 Fahrzeugen aus.“ Weiter benötige man die Straße als Rettungsweg. Gegen die Verfügung ging Steinecker beim Verwaltungsgericht Potsdam mit einem Eilantrag vor. Schließlich handele es sich bei der Berliner Straße um eine Einbahnstraße, kämen die Gäste nicht auf einmal und erst recht nicht nur auf diesem Weg zu dem dreitägigen Weinfest. „Das Gericht hat die Entscheidung der Stadt bestätigt“, so Bürgermeisterin Schreiber.

Neuer Antrag für Gerüst wurde gestellt

Mittwoch hat Steinecker beantragt, das Gerüst wieder aufzustellen. Noch einmal gebe man nicht nach, so Schreiber. „Der Bauherr erhält definitiv die Auflage, ein Gerüst mit Tunnel zu bauen“.

Von Frank Pechhold

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