Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Teltow-Fläming Bauprobleme am Amtsgericht – Fahrstuhl fehlt
Lokales Teltow-Fläming Bauprobleme am Amtsgericht – Fahrstuhl fehlt
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:16 26.12.2017
Rollstuhlfahrer Hartmut Schulze kommt ohne fremde Hilfe nicht ins Gebäude. Das Amtsgericht hat zum Ärger von Evelin Kierschk keinen Fahrstuhl. Quelle: Margrit Hahn
Anzeige
Luckenwalde

Evelin Kierschk ist stinksauer. Die Vorsitzende des Senioren- und Behindertenbeirates der Stadt Luckenwalde kämpft mit um Barrierefreiheit in öffentlichen Gebäuden.

Gehbehinderte müssen ins Gericht getragen werden

Seit 2012 setzt sie sich dafür ein, dass im Luckenwalder Amtsgericht zwei Fahrstühle eingebaut werden. Wer als Rollstuhlfahrer oder Gehbehinderter in das Gerichtsgebäude möchte, muss klingeln. Sein Anliegen wird laut Kierschk dann vor der Tür behandelt. Wer eine Vorladung bekommt, erhält automatisch die Mitteilung, dass das Amtsgericht nicht barriefreif ist. Dann muss ein Fahrdienst Betroffene ins Gebäude tragen. Evelin Kierschk und ihre Mitstreiter sind davon ausgegangen, dass es im Zuge der Gerichtssanierung mit den Fahrstühlen nicht mehr lange dauert. Das Geld dafür war im Landeshaushalt eingestellt.

Handlauf statt Fahrstuhl in Planung

Doch jetzt erfuhr sie, dass die Fahrstühle nicht mehr zur Debatte stehen. Von einem seniorenfreundlichen Handlauf ist die Rede. „Wie rückschrittlich ist das denn?“, fragt Kierschk. Sie hatte seiner Zeit an den damaligen Justizminister Volkmar Schöneburg (Linke) geschrieben und wandte sich immer wieder an Landtagsabgeordnete. All die Jahre verfolgte sie die Bautätigkeit im Gerichtsgebäude und wies den Bauherren, den Landesbetrieb für Liegenschaften und Bauen, immer wieder auf den Lift-Einbau hin.

„Ich möchte wissen, wo das Geld geblieben ist“, sagt Evelin Kierschk. Zudem interessiert sie, wann die Bauarbeiten abgeschlossen sein sollen und die Mitarbeiter wieder in das denkmalgeschützte Gebäude in der Lindenallee einziehen.

Landesbaubetrieb: „Gravierende Verzögerungen“

Wie Pressesprecherin Ulrike Rehberg vom Brandenburgischer Landesbetrieb für Liegenschaften und Bauen (BLB) auf MAZ-Anfrage mitteilt, ist die barrierefreie Erschließung des Amtsgerichts Luckenwalde nach wie vor beschlossen. „Die Haushaltsmittel dafür sind eingestellt und genehmigt. Es gab aber leider einige gravierende Verzögerungen“, erklärt sie. So habe keine denkmalrechtliche Zustimmung für den Anbau am Seitenflügel vorgelegen.

Unabhängig von der fehlenden Zustimmung zur barrierefreien Erschließung wurden bis Mitte 2015 im Hauptgebäude einige Maßnahmen in Abstimmung mit dem Behindertenrat vorgezogen. „Von Mitte 2015 bis Ende 2016 kam es infolge der notwendigen Maßnahmen zur Unterbringung von Asylsuchenden zur Unterbrechung der Maßnahmen“, fügt Ulrike Rehberg hinzu.

Neue Auflagen wegen höherer Sicherheitsstandards

Ab Januar 2017 mussten die Planungen stark verändert werden. Es gab neue Auflagen beispielsweise zu den Sicherheitsanforderungen an Gerichte – wie eine Sicherheitsschleuse – oder die Hofentwässerung zum Schutz vor Starkregen. „Die überarbeite Haushaltsunterlage ist seit September 2017 anerkannt. Für die Weiterführung der Baumaßnahme ist die Zustimmung durch die Bauaufsicht erforderlich“, sagt Rehberg. Geplanter Baubeginn ist im dritten Quartal 2019.

Bisherige Baumaßnahmen im Amtsgericht

Die Außenwandabdichtung von Haupt- und Seitenflügel wurde erneuert.

Die Neugestaltung aller Räume, Flure, Treppenhäuser und Fenster des Hauptgebäudes unter denkmalgerechten Aspekten wurde durchgeführt.

Ein Behinderten-WC im Hauptgebäude wurde eingerichtet und die Sanitäranlagen insgesamt saniert.

Die Säle wurden mit akustischen Anlagen wie einer induktive Höranlage und Aufrufanlagen ausgestattet.

Türelemente und Handläufe wurden montiert.

Die unteren Denkmalschutzbehörde des Landkreises Teltow-Fläming hat 2013 bestätigt, das am Hauptgebäude sowie am geplanten Neubau eines Seitenflügels jeweils ein Aufzug angebaut werden kann. „Laut BLB ist die Beantragung der Genehmigung für die Aufzüge sowie für die Errichtung des neuen Seitenflügels seit Jahren in Arbeit. Bis dato ist jedoch bei der unteren Denkmalschutzbehörde kein Antrag für den Anbau eines Aufzugs oder den Neubau eingegangen“, heißt es seitens der Behörde.

Von Margrit Hahn

Lokales Hennickendorf - Der Bedarf ist da

Der Anbau der Kita, die neue Heizungsanlage und die Außengestaltung kosten 1,3 Millionen Euro. Je schneller die Ausschreiben erfolgen, je eher kann es losgehen. Eltern in Hennickendorf warten sehnsüchtig auf Kitaplätze.

26.12.2017

Kopieren verboten – Weil Rangsdorfs Bürgermeister Klaus Rocher (FDP) einen Antrag der FW-AfR-Fraktion umformuliert hat, gab es nun Ärger mit Kommunalaufsicht und Verwaltungsgericht. Unterdessen zweifelt der Bürgermeister den Status der Fraktion an, die seit mehr als einem Jahr praktisch nur aus Ralf von der Bank besteht.

26.12.2017

Die Dahmer Stadtverordneten haben kurz vor Weihnachten noch grünes Licht für die Planung eines Windparks in der Nähe des Ortsteils Niebendorf-Heinsdorf gegeben. Die Windräder fanden zwar kaum Sympathisanten, sind aber unvermeidlich. Über einen Bebauungsplan will die Stadt Einfluss auf die Ausführung behalten.

25.12.2017
Anzeige