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Baustelle auf der Empore

Kirchenorgel wird saniert Baustelle auf der Empore

Die Orgel in der Ludwigsfelder Kirche ist auseinandergenommen worden, sie wird derzeit saniert. Sie hatte in den vergangenen Jahren viel Dreck abbekommen, dadurch waren die Töne nicht mehr sauber zu hören. Die Kirchengemeinde braucht allerdings noch Spenden für die Sanierungskosten.

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Auf der Empore. Pfarrer Bernd Dechant sieht sich die Baustelle an. Die Pfeifen über der Tastatur sind ausgebaut.

Quelle: Stephan Laude

Ludwigsfelde. Cembalo und Keyboard, das sind momentan die Begleitinstrumente zu den Gottesdiensten in der Ludwigsfelder evangelischen Kirche St. Michael. Die Orgel ist nicht benutzbar. Sie wird saniert. Ein großer Teil der 874 Pfeifen ist ausgebaut.

Das vom VEB Orgelbau Bautzen hergestellte Instrument wurde erst 1974 in der Kirche eingebaut. Nicht zuletzt durch die Errichtung des im Dezember 2014 eingeweihten Gemeindezentrums nebenan hatte sich verstärkt Schmutz in der Orgel angesammelt. Aber sie hatte nicht nur eine Reinigung dringend nötig, es zeigten sich auch Schäden. Unter anderem brauchen die metallenen Prospektpfeifen – das sind die, die ganz vorne stehen, wie Pfarrer Bernd Dechant erklärt – neue Füße, weil die alten unter ihrem Eigengewicht zusammengesackt waren. Die meisten Holzpfeifen sind aber in Ordnung, nur die größte von ihnen hatte einen Riss. Sie liegt schon repariert wieder auf der Empore.

Insgesamt sind es mehr als 600 Pfeifen, die Orgelbaumeister Markus Roth überholt. Bisher waren diese Pfeifen schwer zugänglich. Roth baut deshalb ein Gangbrett in die Orgel. Damit wird es künftig leichter, die Pfeifen zu stimmen. Außerdem hat Roth den Elektromotor, der die Orgel mit dem nötigen Luftstrom, Wind genannt, versorgt, besser eingehaust, damit er nicht zu hören ist. Schimmelschäden mussten auch beseitigt werden.

Wenn das Instrument komplett gereinigt und repariert ist, wird es noch gestimmt. Man werde dann deutlich hören, dass die Orgel wieder richtig klingt, versichert Roth, der selbst über das Orgelspielen zu seinem Beruf als Orgelbauer gefunden hat. Seit 1999 ist er selbstständig. Seine Werkstatt hat er in Bergholz-Rehbrücke (Potsdam-Mittelmark). Rechtzeitig zu Ostern will er mit den Arbeiten fertig sein.

Pfarrer Dechant rechnet mit Sanierungskosten von etwa 12 000 Euro. Ein Teil der Summe soll aus Rücklagen bezahlt werden, der Kirchenkreis hat eine Beteiligung zugesagt, durch Kuchenverkauf am Tag der Deutschen Einheit und am 1. Advent vorigen Jahres war auch noch einiges zusammengekommen. Aber ganz reicht das Geld noch nicht. Der Pfarrer würde sich sehr über Spenden freuen.

Die Orgel wird nicht nur zum Gottesdienst genutzt. Regelrechte Begeisterung hatte Ende Januar ein Konzert ausgelöst, das Kantorin Kathrin Heilmann an der Orgel und der junge Musiker Markus Lindenberg bestritten. Lindenberg spielte Schlagzeug und Pauke – eine Zusammenspiel von drei Instrumenten also, wie es nur sehr selten zu erleben ist.

Die Kirche St. Michael war 1955 fertiggestellt worden – als einer der ganz wenigen Kirchenneubauten in den ersten Jahren der DDR. Etwas mehr neue Gotteshäuser wurden erst ab 1978 errichtet, nachdem sechs Jahre zuvor mit Hilfe der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und westdeutscher Diözesen ein Sonderbauprogramm aufgelegt worden war. Die Pläne für die Ludwigsfelder Kirche stammen von dem Kirchenbaurat Winfried Wendland, der ganz in der Nähe, in Gröben, geboren wurde. Mitten im Ort durfte die Kirche nicht errichtet werden. So hatten viele Ludwigsfelder das Gebäude kaum wahrgenommen, berichtet Bernd Dechant, der erst der dritte Pfarrer auf dieser Stelle ist. Erst seit jüngster Zeit gibt es eine Sichtachse vom Zentrum aus. Anders als in vielen Nachkriegskirchen Westdeutschlands, wo man sich neuer Baumaterialien wie Glas und Sichtbeton bediente, ist die Kirche in Ludwigsfelde mit ihren Holzbalken und der ebenfalls hölzernen Decke dem Stall von Bethlehem nachempfunden.

Von Stephan Laude

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