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Baustelle für Besucher offen

Bau des Rangsdorfer Tunnels lockt Neugierige an Baustelle für Besucher offen

Bald soll es in Rangsdorf einen Tunnel geben, um den Verkehr zu entlasten. Am Mittwoch konnten sich Neugierige die Baustelle anschauen. Viele Besucher haben offenbar nur noch wenig Vertrauen in den Zeitplan großer Bauprojekte.

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Bagger heben derzeit den künftigen Tunnel aus. Im Februar 2015 könnten dort die ersten Autos fahren.

Quelle: Christian Zielke

Rangsdorf. Großer Bahnhof auf einem Bahnhof, der kaum noch als solcher zu erkennen ist. Etwa 50 Neugierige wollten am Mittwoch hautnah erleben, wie es mit der Tunnelbaustelle in Rangsdorf vorangeht. Der SPD-Ortsverein hatte drei Baufachleute der Bahn eingeladen. Sie erklärten, was derzeit und zukünftig auf einer der größten Baustellen der Umgebung passiert.

„Seid ihr im Plan?“, war die häufigste Frage. Seit dem BER-Debakel ist das Vertrauen in Bauprojekte offenbar massiv gesunken. Michael Bung, Projektleiter für die Berlin-Dresdner Bahn konnte beruhigen: „Wir liegen im Plan.“ Ein paar Verzögerungen gebe es bei einem 40 Millionen Euro teuren Projekt immer, doch das Ziel, den Tunnel und die neuen Bahnsteige bis Ende 2015 fertigzustellen, sei nach wie vor realistisch. Anders als bei vielen Baustellen an der Strecke nach Dresden, gebe es in Rangsdorf eine breite Unterstützung. „Man merkt, dass die Leute voller Vorfreude sind“, sagt Bung. Er spricht von einem „Paradeprojekt“. Wenn alles fertig ist, genießen die Rangsdorfer viele Vorteile: nie wieder an der Schranke stehen, ein moderner Bahnhof und Lärmschutzwände, die das Rauschen der Züge dämpfen, die mit bis zu 200 Kilometern in der Stunde vorbei fahren.

Brigitte Hansche freut sich schon auf diese Zeit. An das derzeitige Provisorium habe sie sich gewöhnt. „Ich fahre viel mit der Bahn. Die Verspätungen halten sich sehr in Grenzen.“ Nur eines wird sie vermissen: das Läuten der Schranken. „Wenn ich im Sommer im Garten sitze, höre ich das gerne. Es hat etwas Anheimelndes, fast Romantisches.“

Rainer Pannier interessiert sich vor allem für ein unscheinbares Gleis, von dem sich die Planer nicht sicher sind, ob es später einmal liegen bleiben oder abgebaut werden soll. Der Blankenfelder kämpft seit Jahren für die S-Bahn-Verlängerung nach Rangsdorf. „Wenn die Dresdner Bahn fertig ist, wird die Strecke stark ausgelastet sein. Auch die Anhalter Bahn ist sehr beansprucht. Wir brauchen die S-Bahn“, sagt er.

Michael Blume, der Teilprojektleiter der Bahn, schaut gespannt auf die kommende Woche. Dann soll eine Betonsohle auf den Grund der schon als Rangsdorfer Schwimmhalle bezeichneten Grube eingebracht werden. Bagger heben derzeit den späteren Tunnel bis auf neun Meter Tiefe aus. „Wenn der Beton drin ist, können wir das Wasser abpumpen“, sagt Blume. Darauf soll dann die Brücke errichtet werden, auf der später die Gleise liegen. Wenn alles gut geht, hofft Blume, fahren im Februar 2015 die ersten Autos durch den Tunnel. Schon im Juni kommenden Jahres soll der Bahnsteig Richtung Berlin fertig sein. Eine provisorische Fußgängerbrücke wird die bisherige ersetzen.

Von Christian Zielke

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