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Bauunternehmer will Explosionsplatte sanieren

Ludwigsfelde wollte Haus abreißen Bauunternehmer will Explosionsplatte sanieren

 Ein Berliner Bauunternehmer will die sogenannte Explosionsplatte in Ludwigsfelde (Teltow-Fläming) kaufen und sanieren. Das Gebäude war bei einer Gasexplosion 2012 beschädigt worden und soll abgerissen werden, die meisten Mieter sind bereits ausgezogen. Doch der Bürgermeister hat Bedenken gegen den Verkauf.

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Für den Explosionsblock an der Zetkinstraße in Ludwigsfelde interessiert sich nun ein Berliner Unternehmer.

Quelle: Jutta Abromeit

Ludwigsfelde. Totgesagte leben länger – vielleicht auch die erste "Platte", die in Ludwigsfelde abgerissen werden soll. Doch der Druck auf den Wohnungsmarkt im Hauptstadt-Umland ist hoch wie lange nicht. Am Donnerstag hat der Berliner Bauunternehmer Jan-Rudolph Ihle ein Gespräch beim Ludwigsfelder Bürgermeister Frank Gerhard (SPD). Der ist auch Aufsichtsratschef der kommunalen Wohnungsgesellschaft Märkische Heimat. Sie wollte ihren "Explosionsblock" an der Zetkinstraße abreißen, sanieren war ihr zu teuer. Nun würde Ihle jedoch sieben bis zehn Millionen Euro investieren, um das Haus mit seinen derzeit 60 Wohnungen "salonfähig" zu machen.

Am 1. Juli 2012 hatte es im dritten Obergeschoss der Nummer 36 eine Gasexplosion gegeben. Drei Personen wurden verletzt, am schwersten der Verursacher, der Aufgang war nach Feuer und Löschwasser unbewohnbar. Mit der Abrissentscheidung der Märkischen Heimat zog ein Mieter nach dem anderen aus, bald folgt der letzte. Dann sollte die Feuerwehr das Haus als Übungsobjekt bekommen, bis 2017/18 an der Zetkinstraße ein Neubau entstehen soll. Stadtbrandmeister André Schütky will dort "das Vorgehen in Treppenhäusern" üben. Wird das Haus nicht mehr gebraucht, auch mit echtem Wasser.

Der Bürgermeister steht vor einem Dilemma: "Es ehrt uns, dass sich Auswärtige für unsere Immobilien interessieren." Als Aufsichtsrat der Wohnungsgesellschaft könne er das Kaufangebot aber kaum annehmen, man stehe bei den Mietern im Wort. Denen hatte man gesagt, ihr Zuhause wird abgerissen, dort entsteht "neuzeitlicher Wohnraum". "Es gibt in der Stadt schon zu viele sanierte Drei-Raum-Wohnungen. Der Mix stimmt nicht, das hören wir auch bei Neubürgerempfängen." Die Wohnungsgesellschaft wolle zudem zuerst die Zweigeschosser am Stadtwerke-Parkplatz Potsdamer Straße sanieren. Spätestens Ende 2016 sollen die Wohnungen dort bezugsfertig sein, dann folge der Neubau Zetkinstraße. "Mehr Verkauf als schon ein Großteil vom Dichterviertel wäre für die Wohnungsgesellschaft nicht gut, irgendwann fehlt dann die Substanz", sagt Gerhard.

DieMärkische Heimat in Zahlen

  • Die Wohnungsgesellschaft Märkische Heimat in Ludwigsfelde ist eine hundertprozentige Tochter der Stadt, nach dem Mauerfall hervorgegangen aus der ehemaligen Kommunalen Wohnungsverwaltung.
  • Das Unternehmen verfügt in Ludwigsfelde über das zahlenmäßig größte Mietangebot von mehr als 4200 Einheiten in allen Stadtteilen.
  • Nach eigener Angabe gibt es Wohnobjekte in allen Baualtersklassen. Die Märkische Heimat bietet sanierte und nicht sanierte Wohnungen sowie Mietparkplätze und Gewerbeimmobilien an, außerdem Baugrundstücke.

Doch der Grundstückskauf ist für Ihle nicht zwingend: "Wir haben in Berlin Erfahrung mit Objekten bis 400 Wohnungen und würden dieses Haus auch nur sanieren." Dabei gehe er wie in Siethen auf Mieterwünsche ein, um Menschen lange an Wohnorte zu binden." In Siethen würden etwa Wohnungsgrundrisse geändert oder Badewannen eingebaut. Er könne sich an der Zetkinstraße auch das oberste Geschoss als Schrägdach mit Lofts oder anderen Veränderungen vorstellen, um dort gefragte Vier- und Fünf-Raum-Wohnungen entstehen zu lassen.

Von Jutta Abromeit

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