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Teltow-Fläming Begegnung beim Sprühen
Lokales Teltow-Fläming Begegnung beim Sprühen
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04:20 29.07.2016
Sprayen unter fachlicher Anleitung mit Daniel Ihrke (2.v.r.).
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Wünsdorf

Wünsdorfer Schüler und aus Kriegs- und Krisengebieten geflüchtete Minderjährige, unter anderem aus Afghanistan, aus Syrien und dem Libanon, treffen sich in dieser Woche in der Oberschule Wünsdorf, um gemeinsam zu sprayen, zu kochen und einfach Spaß zu haben. „Schließlich sind ja Ferien“, sagt DRK-Sozialpädagogin Mandy Weisheit.

Profi-Sprayer aus Berlin dabei

Sie hat gemeinsam mit Katharina Barth vom Helmut-Gollwitzer-Haus diese Begegnungswoche ins Leben gerufen. Gefördert wird das Projekt von der Kaiserin-Augusta-Stiftung Potsdam. Eingeladen ist der Profi-Sprayer Daniel Ihrke aus Berlin. Der 28-Jährige setzt sich dafür ein, unabhängig von Graffiti-Aktionen, Begegnungsräume zwischen den Kulturen zu schaffen. „Manchmal bin ich ganz schnell der Kumpel, der neutral ist, dem man sein Herz ausschüttet. Auch das ist wichtig.“

Jugendliche sollen von Ängsten loskommen

Seit sechs Jahren etwa leitet er Workshops und ist dafür deutschlandweit unterwegs. Der studierte Grafik-Designer mit Künstlernamen „rugby 87“, fühlt sich ein bisschen wie ein Sozialarbeiter. „Besonders für die geflüchteten Jugendlichen ist ein Vertrauensverhältnis von enormer Bedeutung“, bestätigt Melinda Bock, Betreuerin vor Ort. „Die Jugendlichen sollen von ihren Ängsten loskommen, sie für ein paar Stunden am Tag vergessen.“

Sehnsucht nach der Familie

Der 17 Jahre alte Mohammed Taleb aus dem Libanon etwa sehnt sich nach seiner Großfamilie. „Meine Eltern, die vier Brüder und sechs Schwestern, wollen auch nach Deutschland“, erzählt er. „Hier gibt es Frieden und liebe Menschen.“ Seit rund acht Monaten ist er hier.

Neue Fähigkeiten

Vor neun Monaten kam Eisa Ahmadi aus Afghanistan. Seine Eltern leben im Iran. Der 15-Jährige besucht in Wünsdorf die 8. Klasse. Ihm gefällt die Schule. Mit Graffiti kenne er sich schon ein bisschen aus, meint er. Mohammed hingegen hat zum ersten Mal eine Spraydose in der Hand. Auch Melissa sprüht bei dieser Begegnungswoche in Wünsdorf zum ersten Mal. Bislang hat sie vor allem gezeichnet. Der Kontakt mit den fremden Jugendlichen sei anfangs komisch gewesen, sagt sie. Auch wegen der so anders klingenden arabischen Sprache. Chris Weber, 25 Jahre und Teamer, also Begleiter, für internationale Jugendbegegnung, berichtet von Kennenlern-Spielen und Sprachanimationen, die er macht, damit sich die Teilnehmer der Woche besser kennenlernen können. „Jugendliche können die Sprachenvielfalt schätzen lernen.“

Abschlussessen geplant

Die 16-jährige Alina aus Bestensee empfindet die Begegnungswoche als eine Bereicherung und hat deshalb gleich noch ihre Wünsdorfer Freundin Sarah mitgebracht. Am Freitag soll zum Abschluss des Projektes gemeinsam ein arabisches Gericht gekocht und gegessen werden. Denn, „auch gemeinsames Essen verbindet“, sagt Sozialpädagogin Weisheit.

Von Gudrun Ott

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