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Im Kampf gegen die Bürokratie

Flüchtlinge in Großbeeren Im Kampf gegen die Bürokratie

Die Asylbewerber im Großbeerener Übergangswohnheim haben am Wochenende zum Begegnungsfest geladen. Sie kamen mit den Bürgern aus Großbeeren in Kontakt, förderten das gegenseitige Verständnis. Ein bitterer Beigeschmack ist aber die Bürokratie. Flüchtlinge dürfen keine Ausbildungen machen. Es bedarf einer Sondergenehmigung. Und die dauert.

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Großbeeren.  Daniel wird nach vorne gerufen. Er nimmt das Mikrofon in die Hand und will auf Englisch erzählen, wie er von Eritrea nach Großbeeren gekommen ist. Nach ein paar Sätzen sind die Bilder von der wochenlangen Fahrt durch die Wüste und das Mittelmeer so gegenwärtig, dass ihn die Erinnerung überwältigt. „Es ist schwer für die Flüchtlinge, von ihren Erlebnissen zu berichten“, sagt Barbara Matthies. Sie engagiert sich im Großbeerener Übergangswohnheim, das am Sonnabend ein Begegnungsfest feierte.

 Daniel hat seine Geschichte aufgeschrieben. In deutscher Übersetzung hängt sie neben den Erlebnissen der anderen Bewohner im Heim. Von Überfällen und Erschießungen in der libyschen Wüste bis zum Untergang überfüllter Boote können die Großbeerener alles nachlesen.

Ein Flüchtling hat einen Ausbildungsplatz gefunden

In dem Übergangswohnheim am Theodor-Echtermeyer-Weg wohnen vor allem Flüchtlinge aus den Kriegsgebieten in Syrien und Eritrea. Unter den Syrern sind einige Akademiker. „Auch Handwerker sind dabei“, berichtet Barbara Matthies. Sie konnte erfolgreich den ersten Ausbildungsplatz für einen Heimbewohner vermitteln: Ein Pakistaner könne in Bestensee das Bäckerhandwerk erlernen. Nach der Genehmigung durch das Sozialamt suchen Matthies und der künftige Bäckerlehrling jetzt eine Wohnung in Bestensee.

Allerdings liegt hierfür noch keine Genehmigung von der Behörde vor – ein gutes Wohnungsangebot musste daher sogar schon ausgeschlagen werden. Matthies ist enttäuscht: „Ein Ausbildungsplatz für einen Flüchtling könnte doch zum Vorbild für die Region werden.“ Stattdessen hat sie das Gefühl, gegen bürokratische Windmühlen ankämpfen zu müssen. Trotz dieser Schwierigkeiten gibt sie nicht auf. „Es ist eine Bereicherung, sich engagieren zu können“, sagt sie. Eine Hilfe, für die der Sozialarbeiter des Übergangswohnheims, Christian Lähnemann, besonders dankbar ist.

Große Hilfe von der Kirchengemeinde

Am vergangenen Freitag sind 30 Flüchtlinge aus der Erstaufnahmeeinrichtung in Frankfurt (Oder) im Großbeerener Übergangswohnheim angekommen. Die mittellosen Syrer hatten nicht einmal ein Minimum an Verpflegung und Trinken dabei. Lähnemann rief die Kirche an: „Hier ist Land unter!“, schrie er ins Telefon. Noch am selben Abend organisierte die Kirche einen Einkauf, um den Flüchtlingen über das Wochenende zu helfen. „Die neuen Bewohner haben sich gleich engagiert an der Vorbereitung des Festes beteiligt“, erzählt Matthies. Die anderen Heimbewohner hatten Speisen aus ihrer Heimat zubereitet.

Von Krischan Orth

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