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Begegnungen gegen Vorurteile und Berührungsängste

Baruth Begegnungen gegen Vorurteile und Berührungsängste

Beim vierten Tag der Toleranz des Landkreises ging es in diesem Jahr ins Schloss Baruth. Ein Filmprojekt sorgte dabei für besonders emotionale Momente.

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In jeder Sprache gleich: Beim gemeinsamen Kicken gab es keine Verständigungsschwierigkeiten.

Quelle: Isabelle Richter

Baruth. „Mir liegt das Thema sehr am Herzen. Man muss sich auch mit denen, die hier ankommen, auseinandersetzen“, sagt Andrea Bornschein. Die Luckenwalderin besuchte am Sonnabendnachmittag ganz bewusst das Schloss Baruth. Denn hier wurde zum vierten Mal der Tag der Toleranz gefeiert.

Projekte mit Spaß und Ernsthaftigkeit

Der Aktionstag findet jedes Jahr an einem anderen Ort im Landkreis statt und wird von der Partnerschaft für Demokratie (Lokaler Aktionsplan Teltow-Fläming) und einem Bündnis von Netzwerkpartnern und Kulturinitiativen organisiert.

Hintergrund

Der Tag der Toleranz findet im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben“ statt. 2015 startete es als Nachfolger des Lokalen Aktionsplans mit einer Fördersumme von 30,5 Millionen Euro.

Dabei werden deutschlandweit Initiativen, Vereine und Bürger unterstützt, die aktiv gegen Rechtsextremismus und Gewalt kämpfen.

Die Projekte und Maßnahmen sind mit einer Laufzeit von bis zu fünf Jahren geplant.

Dabei stellen die Flüchtlinge gemeinsam mit ihren Unterstützern ein buntes Programm auf die Beine. Neben Informationsvorträgen, einem Kindertheater und verschiedenen Mitmachaktionen wurden aber auch spezielle Themen behandelt.

Ein selbstgedrehter Film berührt die Zuschauer

In dem Film „Sprachlos in Teltow-Fläming“ erzählten mehrere junge Männer ihre persönliche Geschichte, ohne dabei ein Wort zu sagen. Die emotionalen Szenen von der Flucht bis zur Ankunft in Deutschland und der Integration in die neue Heimat rührten die Zuschauer.

Medienprofi Michael Krömer hat den Film produziert und die Jugendlichen bei den Dreharbeiten unterstützt. Doch die Auseinandersetzung mit der Vergangenheit war für die Geflüchteten nicht immer leicht. „Es gab immer wieder Flashbacks mit starken, emotionalen Momenten“, berichtet Krömer.

Derzeit arbeitet die Gruppe an einem neuen Projekt zu einer anderen Thematik. Mehr will das Filmteam aber noch nicht verraten.

In der Küche konnten Besucher verschiedene Speisen aus den Herkunftsländern der Flüchtlinge probieren

In der Küche konnten Besucher verschiedene Speisen aus den Herkunftsländern der Flüchtlinge probieren.

Quelle: Isabelle Richter

Auch Sohail Ashfag hat sich an dem Filmprojekt beteiligt. Der 18-Jährige kam vor zwei Jahren nach Deutschland und musste sich an einiges gewöhnen. Anderes Essen, andere Mentalität, andere Bräuche – eine schwierige Situation für den damals 16-Jährigen, denn er war allein.

Der Pakistani flüchtete vor dem Krieg, in dem er engste Familienangehörige – darunter seine Eltern – verlor. Noch heute fällt es ihm schwer, darüber zu sprechen.

Seit der Ankunft hat sich viel verändert

Schwer war für ihn auch der Start in Deutschland. „Es war schwierig, die neue Kultur und die neue Sprache kennenzulernen“, sagt er. Heute fällt ihm die Kommunikation viel leichter. Momentan macht er eine Ausbildung zum Fachlagerist.

Sohail ist zufrieden mit dieser Entwicklung. „Am Anfang kannten wir keine Leute, weil wir kein Deutsch sprechen konnten. Da saßen wir nur in unseren Zimmern. Das war nicht so schön. Jetzt kennen wir aber mehr deutsche Leute und gehen oft raus“, sagt er.

Trotz der tollen Angebote in Baruth blieben die Mitwirkenden am Festtag fast ausschließlich unter sich. „Es ist schade, dass nicht mehr Leute so ein Angebot nutzen“, findet Besucherin Andrea Bornschein.

Von Isabelle Richter

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