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Begeistert von Spreewaldgurke und Autobahn

Zwei Amerikaner ziehen positive Bilanz ihres Parlamentarischen Patenschafts-Programms in der Region Begeistert von Spreewaldgurke und Autobahn

Zwei junge Amerikaner haben für ein Jahr die Region erkundet. Sie sind Teilnehmer des Parlamentarischen Patenschafts-Programm. Dabei können junge Menschen für ein Jahr Deutschland erkunden. In Rangsdorf haben sie von ihren Erfahrungen berichtet.

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Peter Socha, Jana Schimke, Benjamin Browne (v.l.).

Quelle: Aileen Hohnstein

„Jetzt habe ich das Wort vergessen – auf Deutsch und auf Englisch!“ Benjamin Browne guckt erst leicht irritiert zu seinen Gesprächspartnern, dann muss er lachen. Auch Peter Socha geht es nicht anders. Immer wieder kommen ihm bestimmte englische Begriffe nicht mehr ins Gedächtnis. Und das, obwohl Englisch doch seine Muttersprache ist.

Im Rangsdorfer Wahlkreisbüro der CDU berichten die beiden Amerikaner von ihren Erfahrungen des vergangenen Jahres. Sie nehmen am Parlamentarischen Patenschafts-Programm (PPP) teil, das jungen Deutschen und Amerikanern den einjährigen Aufenthalt im jeweils anderen Land ermöglicht. Eingeladen zu Kaffee und Kuchen hatte Jana Schimke, Mitglied des Deutschen Bundestages. Sie wählt nicht nur deutsche Bewerber aus ihrem Wahlkreis aus, die am Patenschafts-Programm teilnehmen wollen, sie ist auch Patin für amerikanische Stipendiaten in Teltow-Fläming sowie Dahme-Spreewald. Immer wieder fragt sie nach, ob die sich bei ihrem Aufenthalt bislang auch wohl fühlten.

Das Programm

Für ein Jahr leben junge Deutsche in Gastfamilien, nehmen am Schulalltag teil oder absolvieren ein Praktikum. Im Gegenzug kommen Amerikaner nach Deutschland. Das Parlamentarische Patenschafts-Programm (PPP) soll seit 1983 das gegenseitige Verständnis beider Länder fördern.
Das PPP-Stipendium ermöglicht den Aufenthalt in Amerika und beinhaltet Reise- und Programmkosten sowie Versicherungen.
Bewerben können sich Schüler und Auszubildende von 15 bis 24 Jahren mit guten Englisch-Kenntnissen.
Bis zum 12. September sind Bewerbungen unter www.bundestag.de/ppp oder www.giz.de/usappp möglich.

Da braucht sie sich keine Gedanken zu machen. Heimweh? Davon ist bei beiden keine Spur. Eher bedauern sie, dass ihr Deutschlandjahr im Juni zu Ende ist. Erfahrungen gesammelt haben sie reichlich. Vor allem der 19-jährige Peter Socha, der aus Seattle im Bundesstaat Washington kommt.
Beim Praktikum in der Oberförsterei Königs Wusterhausen hat er die Forstarbeit in allen Facetten erlebt: Im Winter wurde nach Schädlingen im Waldboden gesucht, er hat bei Kartierungen geholfen, im Frühling haben Chefin Beate Dalitz und ihre Mitarbeiter die Schäden von Nonnen und Kiefernspannern begutachtet. Sogar bei einer Leiterfahrt der Feuerwehr in die Eichenkronen war er dabei. Besonderer Höhepunkt war ein Flug im Hubschrauber, der zur Schädlingsbekämpfung eingesetzt wurde.
„Ich habe wirklich alles gesehen, von Anfang bis Ende. Das fand ich toll“, sagt Peter. Hilfreich wird es auch sein. Schließlich will er Biologie in Kanada studieren.
„Spreewaldgurken sind gut. Ich muss unbedingt welche in die USA mitnehmen“, erwidert Peter auf die Frage, was ihm in Deutschland gefallen hat. Nach einigem Überlegen fällt ihm doch noch etwas ein, was er bemängelt: „Ich darf hier wegen der Versicherung kein Auto fahren. Und die Autobahnen möchte ich auf jeden Fall ausprobieren.“ Eine Rückkehr nach Deutschland scheint sicher.
Gekommen um zu bleiben, ist hingegen Benjamin Browne. Er macht ein Praktikum beim Zentrum für Luft- und Raumfahrt. „Ich möchte später Astronaut werden“, erzählt der 18-Jährige, der aus Panama City in Florida kommt. Deshalb möchte er in Wildau oder an der Technischen Universität in Berlin studieren. Nach einer Wohnung in der Hauptstadt sucht er bereits.
Begeistert ist Benjamin auch von der Brandenburger Landschaft. Wälder, Ebenen und Seen – die Abwechslung sagt ihm zu. „In Florida haben wir ja nur Sumpf.“ Schon als 14-Jähriger habe er sich vorgenommen, einmal den Schwarzwald zu besichtigen. Das hat er zwar noch nicht geschafft, doch war dies einer der Gründe, warum er sich für das Jahr in Deutschland beworben hatte. Ebenso wie Peter übrigens ohne Vorkenntnisse der deutschen Sprache. Das hat sich schnell beim Zusammenleben mit den Gastfamilien geändert. Peter ist besonders fasziniert von den langen Worten, die es hier gibt. „Hubschrauberlandeplatznummer“ heißt das längste Wort, das er je gehört hat.
Gespannt hört Jana Schimke den Geschichten der zwei Stipendiaten zu und sagt: „Deshalb ist dieses Programm so wichtig. Es hilft jungen Menschen, über den eigenen Tellerrand zu schauen. Sie lernen darüber andere Kulturen und Menschen kennen.“

Von Aileen Hohnstein

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