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Behinderte Menschen machen Theater

Jüterbog/ Luckenwalde Behinderte Menschen machen Theater

Abwechselnd lachen und weinen kann, wer als Zuschauer des Bühnenstück „Sinnflut“ erlebt. Menschen mit Handicap, die alltags in den Elsterwerkstätten in Herzberg und Jüterbog arbeiten, bringen das Improvisationsstück nun in Luckenwalde auf die Bühne.

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Therapeutin Kirstin Kusatz ist Mitgründerin der Theaterwerkstatt und bei „Sinnflut“ Projektleiterin.

Quelle: Uwe Klemens

Jüterbog/ Luckenwalde. „Bitte warten, sie werden platziert“, heißt es am 14. Oktober im Luckenwalder Stadttheater. Nicht nur, weil das im Theater eben so ist, sondern auch, weil das Liebespaar Uffe und Fenna, die die Hauptfiguren des Stücks „Sinnflut“ sind, erleben, wie es sich anfühlt, hin und her geschoben zu werden.

Voller Ungeduld warten die etwa 25 Akteure auf und hinter der Bühne auf den großen Tag der Aufführung. Denn auf einer Bühne zu stehen, noch dazu vor großem Publikum, ist für die Laiendarsteller, die alle Mitarbeiter der Behindertenwerkstätten des Elsterwerkes in Herzberg und Jüterbog sind, alles andere als alltäglich. Die Bühne gibt ihnen Gelegenheit, über sich selbst hinauszuwachsen. Das Lieblingszitat von Stephan Martin, der Uffe verkörpert, steht stellvertretend für viele. „Auch wenn mein Glück nicht einfach vom Himmel fällt und ich nicht die besten Startbedingungen erhielt, so will ich mich trotzdem nicht aufgeben, sondern mutig voranschreiten und mich zu jenem Menschen entwickeln, der ich im Grunde meines Herzens immer schon gerne sein wollte.“

Theater als Ausgleich zum Werkstattalltag

Die 2011 gegründete Kulturwerkstatt der Einrichtung ist eines der wichtigen Elemente der „Therapiefreien Zone, in der als Ausgleich zum Werkstattalltag Musik-, Theater- und Sportprojekte angeboten wurden. Der erste Höhepunkt der Theaterwerkstatt was die Erarbeitung des Bühnenstückes „Sinnflut“, das 2013 seine Premiere erlebte und vom Publikum mit Begeisterung aufgenommen wurde, wie Projektleiterin Kirstin Kusatz schildert. Nur die Grundidee, in Miniaturszenen komische, tragische und tragikomische Alltagssituationen zu beleuchten, stammt von ihr“, erzählt Kusatz. Der „Rest“ ist ein Mix aus den Regie-Einfällen, die den Darstellern während der Proben kamen, und Improvisation.

Pointierter Mix aus gestischem und Sprechtheater

Dass das Stück mit dem Untertitel „Im Treibsand der Jahreszeiten“ bei den Zuschauern auf so große Resonanz stieß, dürfte vor allem an der pointierten Erzählweise und dem gelungenem Mix aus gestischem – und Sprechtheater liegen. Auf ihrer gemeinsamen Wanderung geraten Fenna und Uffe in jede Menge Situationen, die man zwar auch aus dem eigenen Alltag kennt, aber noch nie aus der Distanz des Theaterzuschauers betrachtet hat. Die selbstgefälligen Beamten oder die wie hirnlose Roboter agierenden Mitmenschen gehöen dazu.

Die Proben finden wöchentlich wechselnd im Stammhaus in Herzberg, sowie in Jüterbog statt. In dieser Woche wird im Luckenwalder Stadttheater geprobt, damit sich die Darsteller an die große Bühne und den riesigen Saal gewöhnen können. Dass der zur Premiere am 14. Oktober um 15 Uhr nicht leer bleibt, hofft das Ensemble.

Von Uwe Klemens

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