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Teltow-Fläming Behinderte fordern barrierefreies Jüterbog
Lokales Teltow-Fläming Behinderte fordern barrierefreies Jüterbog
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20:50 03.05.2016
Hohe Bordsteinkanten erschweren Evelyn Baer (l.) und Angelika Küchner jede Fahrt in die Innenstadt. Quelle: Josefine Sack
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Jüterbog

Seit Evelyn Baer im Rollstuhl sitzt, wird jeder Weg zur Tortur. Wenn sie von Neuheim aus zum Einkaufen in die Jüterboger Innenstadt fährt, nimmt sie oft Umwege in Kauf. Denn viele Gehwege sind so kaputt, dass sie kaum befahrbar sind. Dort, wo es gar nicht geht und die hohen Bordsteinkanten mit dem Rolli unüberwindbar sind, fährt Evelyn Baer­ auf der Straße – und ist damit nicht einzige.

Behindertenverband beklagt kaputte Wege

Seit Jahren beklagt der Behindertenverband Jüterbog die mangelnde Barrierefreiheit in der Stadt. Am Dienstag hat der Verein anlässlich des europäischen Protesttags zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen von der Aktion Mensch zur traditionellen Stadtrundfahrt eingeladen, um auf kritische Stellen aufmerksam zu machen.

Aktionstag 5. Mai


Seit 23 Jahren veranstalten Verbände und Organisationen der Behindertenhilfe rund um den 5. Mai überall in Deutschland Podiumsdiskussionen, Informationsgespräche oder auch Demonstrationen.

Ziel des Europäischen Protesttags zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung ist es, die Kluft zwischen dem im Grundgesetz verankerten Anspruch der Gleichberechtigung für alle Menschen und der Lebenswirklichkeit Stück für Stück zu überwinden.

Auch in diesem Jahr war die Liste, die Vorstandsmitglied Volker Andreß Vertretern der Stadtverwaltung vorlegte, lang: Vor allem beklagte er den desolaten Zustand diverser Wege und Straßen. Ein Schwerpunkt ist der Pflasterweg in der Schlossstraße in der Kurve kurz hinter der Abzweigung zur Schillerstraße in Richtung der Kita „Spiel mit“. Auch das Musikerviertel bereitet dem Verband Sorgen: „Hier fehlen überall Absenkungen“, kritisierte Andreß.

Hohe Bordsteinkanten machen es Rollifahrern schwer

„Dass die Bordsteinkanten an vielen Ecken zu hoch sind, sehe ich ein“, sagte Bauamtsmitarbeiter Udo Reichert. Eine pauschale Abarbeitung nannte er aber „illusorisch“. Stattdessen bat er um eine Prioritätenliste: „Es wäre hilfreich, wenn Sie konkrete Stellen benennen könnten“, gab Reichert dem Vorstand mit auf den Weg.

Neue Bänke für den Schlosspark Jüterbog

Eine schnelle Lösung fand die Stadt für den Schlosspark: Ursprünglich gab es in der denkmalgeschützten Anlage zehn Bänke. Bis auf eine fielen diese reihenweise dem Vandalismus zum Opfer. Wegen der fehlenden Sitzgelegenheiten könnten gehschwache Menschen den Park kaum nutzen, bedauerte Andreß. „Wir können hier noch ein paar Bänke aufstellen“, sicherte Bauhofleiter Heiko Ratsch sofort zu. Noch während der Stadtrundfahrt rief er seine Mitarbeiter an und veranlasste, zwei Bänke aufstellen zu lassen.

Fehlende Parkplätze an Supermärkten

Was die Parkplatzsituation an Supermärkten angeht, sind der Stadt hingegen die Hände gebunden: Entweder würden die Schilder missachtet oder die für Menschen mit Behinderungen vorgesehenen Stellplätze fehlten ganz, klagte Andreß. „Es handelt sich um Privatparkplätze, da können wir als Stadt nur schwer Einfluss nehmen“, erläuterte Bauamtsmitarbeiter Reichert. Man könne die Händler lediglich darauf hinweisen, entsprechende Flächen auszuschildern. Für Evelyn Baer sind die Parkplätze nicht das größte Problem. Das Einkaufen in der Altstadt ist für sie sowieso „passé“, sagt sie. Statt Treppen wünscht sich Baer mehr Rampen – so hätten endlich auch Rollifahrer die Chance, wieder durch die Läden zu bummeln.

Von Josefine Sack

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