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Teltow-Fläming Bei der Arbeitsagentur
Lokales Teltow-Fläming Bei der Arbeitsagentur
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00:56 06.08.2016
Im Gespräch mit Mohammed Sabanci (M.). Quelle: Foto: Oliver Fischer
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Ludwigsfelde

Mittwochvormittag, ein Büro der Arbeitsagentur in Zossen. Am Schreibtisch sitzt ein junger Mann mit rotem Karohemd und auffällig freundlichen Gesichtszügen, der neue Zuversicht ins Leben der Yassins bringt. Er heißt Abdullah Sabanci und er hat Rabiha und Mohammed Yassin in die Agentur bestellt, um mit ihnen über Perspektiven und Chancen zu sprechen, nach denen sie seit Monaten suchen.

Gespräche in Behörden waren für die Yassins oft zäh. Da sie bisher keine Kurse machen durften, beschränkt sich ihr Deutsch immer noch auf einfache Wörter wie „Kühlschrank“, „bitte“ und „sehr gut“. Auch auf Englisch stolperte man in den Amtsstuben bisher eher durch die Vokabeln. Bei Abdullah Sabanci aber fließt das Gespräch, denn neben Englisch und Deutsch spricht er auch Türkisch und etwas Arabisch. Eine halbe Stunde lang redet er in einem Mix aus allen vier Sprachen, was besonders Rabiha entgegenkommt.

Mitarbeiter ist bestens vorbereitet

Außerdem ist er bestens vorbereitet. Er habe einiges über sie zusammengetragen, sagt Sabanci und liest die Bildungsprofile der Yassins vor: Jura-Studium und Ausbildung zur Krankenschwester bei Rabiha, Schiffsingenieur bei Mohammed. Gute Berufe, sagt Sabanci. Da könne man anknüpfen. „Ich sehe da Chancen, Sie sind beide clever.“ Nur müssten sie dafür natürlich Deutsch lernen. „Ohne die Sprache geht es nicht.“ Und sie brauchen Nachweise über ihre Tätigkeit in Syrien, je mehr, desto besser. Das wissen die Yassins auch, bisher standen sie diesen Problemen eher ratlos gegenüber. Die meisten ihrer Zeugnisse liegen auf dem Grund es Mittelmeers, und eigene Bemühungen um Deutschkurse scheiterten mehrfach in der Vergangenheit. Abdullah Sabanci aber bietet Lösungen.

Organisation soll bei Papieren helfen

Für die Papiere schlägt er eine Organisation in Potsdam vor, ein Netzwerk, in dem Experten für Zeugnisse und Zertifikate aus aller Welt tätig sind. „Schicken Sie hin, was Sie haben“, rät Sabanci. Die Experten bewerten die Papiere, vermitteln Übersetzer und geben Tipps, um welche Nachweise die Familie sich noch bemühen sollte.

Und auch für die Sprache hat er endlich etwas im Angebot: zwei Plätze in einem Kurs in Ludwigsfelde. Ein Mix aus Integrationskurs, Sprachkurs und beruflicher Orientierung. Der Kurs soll über acht Monate gehen und täglich sechs Stunden dauern. Beginn: gleich Montag. „Das Niveau ist hoch, das wäre das Richtige für Sie“, sagt Sabanci. „Und die Kinder?“, fragt Rabiha.

Kinderbetreuung ist ein Problem

Speziell die jüngste Tochter Meis ist ein Problem. Sie ist ein gutes Jahr alt, Rabiha hat keinen Kindergartenplatz für sie. Aber Abdullah Sabanci ist auch da optimistisch. Vielleicht könne ja erst mal eine Freundin Meis betreuen? Oder aber es gibt zwei Kurstermine, einen morgens und einen am Nachmittag. „Sie sollten in jedem Fall teilnehmen.“

Rabiha grinst breit, als sie den Raum wieder verlässt. „Der Mann versteht, was wir wollen und ist sehr hilfreich.“, sagt sie. „Wir müssen lernen und arbeiten. Erst dann werden wir uns nicht mehr wie Flüchtlinge fühlen.“

Alle Folgen der MAZ-Serie

Folge 1: Ein Neuanfang

Folge 2: Privatsphäre

Folge 3: Rabi und Hala in der Schule

Folge 4: Freundliche Menschen

Folge 5: Das Boot

Folge 6: Essen für gute Bekannte

Folge 7: Das Jobangebot

Folge 8: Beim Arzt

Folge 9: Beim Basteln fallen Sprachbarrieren

Folge 10: Der Brief

Folge 11: Vom Gefühl, ein Flüchtling zu sein

Folge 12: Deutsche Sprache, schwere Sprache

Folge 13: Das Leben im Heim

Folge 14: Familie Yassin atmet auf

Folge 15: Zwei Zimmer, Küche, kahle Wand

Folge 16: Integration auf dem Fußballplatz

Folge 17: Ramadan im Flüchtlingsheim

Folge 18: Im EM-Fieber

Folge 19: Innere Sicherheit

Folge 20: Das Zuckerfest

Folge 21: Der steinige Weg zurück in den Beruf

Folge 22: Das jähe Ende einer Eigeninitiative

Folge 23: Das jähe Ende einer Eigeninitiative

Folge 24: Schlechte Nachrichten

Info: Die Familie Yassin ist vor dem Bürgerkrieg in Syrien geflohen und lebt jetzt in Ludwigsfelde. Die MAZ berichtet wöchentlich über ihr Leben in Deutschland.

Von Oliver Fischer

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