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Beifall für Lüders und die Feuerwehr

Zossen Beifall für Lüders und die Feuerwehr

Beifall in der Zossener Stadtverordnetenversammlung ist eine Seltenheit. Diesmal gab es gute Gründe dafür. Einerseits legte Hans-Jürgen Lüders (SPD) sein Mandat als Stadtverordneter aus gesundheitlichen Gründen nieder. Andererseits haben die freiwilligen Feuerwehrleute rund 400 Einsätze gefahren, um Sturmschäden zu beseitigen.

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Mit Blumen und Präsentkorb wurde der scheidende Zossener Stadtverordnete Hans-Jürgen Lüders (sitzend) verabschiedet.

Quelle: foto: Frank Pechhold

Zossen. Beifall für Hans-Jürgen Lüders (SPD) und alle Kameraden der freiwilligen Feuerwehren gab es Mittwochabend in der Sitzung der Zossener Stadtverordneten. Lüders legt sein Mandat als Stadtverordneter aus gesundheitlichen Gründen zum Monatsende nieder. Die Feuerwehrleute haben stürmische Tage hinter und weitere Einsätze vor sich, um die von „Xavier“ angerichteten Schäden zu beseitigen.

Fraktionschef Hermann Kühnapfel (CDU) würdigte Lüders’ Verdienste. Von Wilhelm Busch stamme die Weisheit: „Meistens hat, wenn zwei sich scheiden, einer etwas mehr zu leiden“. Möglicherweise sei es in diesem Falle Lüders, der in Zukunft auf seine – wenn auch manchmal streitbaren – Kollegen aus der Stadtverordnetenversammlung und den Ausschüssen verzichten müsse. Der 72-Jährige ist seit 1990 Stadtverordneter. Als Bürgermeister bestimmte er von 1994 bis 2004 die Entwicklung in Zossen maßgeblich mit. Noch bis Ende Oktober leitet er den Finanzausschuss und gehört den Ausschüssen Kultur, Tourismus und Landesgartenschau beziehungsweise Recht, Sicherheit und Ordnung an. „Wir waren in Sachthemen nicht immer einer Meinung“, so Kühnapfel. Das sei ganz normal. Aber wesentlich sei, wie man mit den Themen und einander umgehe. Nach der Laudatio verabschiedeten Bürgermeisterin Michaela Schreiber, Stadtverordnetenvorsteher Olaf Manthey (beide P lan B) sowie die Vorsitzenden aller Fraktionen Hans-Jürgen Lüders mit herzlichen Worten, Blumensträußen und einem Präsentkorb aus ihren Reihen.

Nachfolge für Lüders im Stadtparlament ist noch offen

Wer für Lüders nachrückt, ist offen. Erster potenzieller Nachrücker ist Bernd Klauck. Momentan habe Klauck noch Zeit, um darüber nachzudenken, ob er das Mandat annimmt, sagte Siegmund Trebschuh, Vorsitzender des SPD-Ortsvereins Zossen, Donnerstag der MAZ.

Kaum Zeit zum Luftholen hatten die freiwilligen Feuerwehrleute seit dem 5. Oktober, als Sturm „Xavier“ im Stadtgebiet wütete. „Bis Dienstag rückte die Feuerwehr zu rund 400 Einsätzen aus“, so Bürgermeisterin Michaela Schreiber. „Die Stadt Zossen bedankt sich herzlich für den fast übermenschlichen Einsatz der Kameraden, die bis zur körperlichen Erschöpfung gekämpft haben!“ Im Einsatz waren vier Drehleitern, eine Hubarbeitsbühne des Stadtbetriebes, zwei Krane, ein Traktor und alle Feuerwehrfahrzeuge. Bäume seien auf Straßen, Laternen, Dächer gefallen oder drohten umzustürzen. Oberste Priorität sei es in der Sturmnacht gewesen, Bundes-, Landes- und Kreisstraßen frei zu räumen und befahrbar zu machen. Der Zeltplatz in Kallinchen habe evakuiert werden müsse. Alle Camper habe man in der örtlichen Feuerwache untergebracht. Ein Wohnhaus habe vorübergehend gesperrt werden müssen, weil ein Baum auf das Dach gestürzt war. Auch auf den Wünsdorfer Jugenclub „Phönix“ sei ein Baum gefallen. „Glücklicherweise ist da kein größerer Schaden entstanden“, so Schreiber. Die Verwaltungschefin bezifferte die Kosten der Einsätze auf rund 50 000 Euro. „Nach Einschätzung des Stadtbetriebes werden die Aufräumarbeiten trotz der Unterstützung von Fachfirmen noch mindestens acht Wochen dauern“, so Schreiber. Alle auf einer Prioritätenliste erfassten Schäden würden nach und nach abgearbeitet.

Von Frank Pechhold

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