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Bekämpfung aus der Luft

Eichenprozessionsspinner Bekämpfung aus der Luft

In der Gemeinde Nuthe-Urstromtal wurde am Montag mit der diesjährigen Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners in der Region Dahmeland-Fläming begonnen. Brandenburgs Agrar- und Umweltminister Jörg Vogelsänger war vor Ort und sprach mit den zuständigen Forstleuten.

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Der Hubschrauber startet gestern von Kemnitz aus in Richtung Felgentreu.

Quelle: Margrit Hahn

Kemnitz. Brandenburgs Agrar- und Umweltminister Jörg Vogelsänger startete am Montag in Kemnitz die diesjährige Bekämpfungsaktion des Landesbetriebs Forst Brandenburg gegen den Eichenprozessionsspinner. Dafür hatte er sich die äußerste Ecke der Gemeinde Nuthe-Urstromtal ausgesucht. „Wer einmal davon betroffen war, weiß, wie wichtig diese Maßnahmen sind“, sagte Vogelsänger. Es gebe zwar immer wieder Skeptiker und Zweifler, aber im Laufe der Zeit hätte die Bevölkerung das ökologische Mittel akzeptiert. „Es gibt Bundesländer, die setzen ganz andere Mittel ein“, so der Minister. Zudem würden es die Eichen nicht lange aushalten, wenn die Spinner an ihnen fressen. Revierförsterin Bärbel Kuhlbrodt ist der Ansicht, dass es eine Verpflichtung ist, die 200 bis 300 Jahre alten Eichen zu erhalten.

Die Revierförsterin   zeigt die Schilder, die gestern nach der Sprühaktion im Wald angebracht wurden

Die Revierförsterin zeigt die Schilder, die gestern nach der Sprühaktion im Wald angebracht wurden.

Quelle: Hahn

„Wir müssen uns beeilen, dass der Wind nicht stärker wird, sonst bringt die Aktion nichts“, sagt Einsatzleiter Michael Kopka. Der Hubschrauber war bereits mit 350 Litern des Insektizids Dipel ES befüllt und Pilot Werner Thomas hatte die Koordinaten sowohl auf der Karte als auch auf seinem Laptop gespeichert. Er fliegt seit 26 Jahren: „Trotzdem ist es jedes Jahr wieder spannend.“

Acht Hektar in Kemnitz besprüht

Die Aktion in Kemnitz dauerte nur wenige Minuten, da nur acht Hektar besprüht wurden. Der Zeitpunkt erschien den Forstleuten als gut geeignet, denn die Eichenprozessionsspinner dürfen das dritte Larvenstadium noch nicht erreicht haben, denn dann fliegen die ersten Härchen bereits. Außerdem muss solange gewartet werden, bis die Blätter der Eichen so groß sind, dass von dem Pflanzenschutzmittel genügend an den Blättern kleben bleibt und sich die Schädlinge damit vollfressen können. Und die Bedingungen müssen stimmen. Der Wind darf nicht zu stark sein, die Temperaturen nicht über 25 Grad steigen und es darf nicht regnen – ansonsten würde das Pflanzenschutzmittel sofort abgewaschen.

Der Pilot Werner Thomas hat  zur Sicherheit  die genauen Daten auf der Karte und zusätzlich auf dem Laptop gespeichert

Der Pilot Werner Thomas hat zur Sicherheit die genauen Daten auf der Karte und zusätzlich auf dem Laptop gespeichert.

Quelle: Margrit Hahn

„Nur durch die gezielte und rechtzeitige Bekämpfung mit selektiv wirkenden Insektiziden lässt sich die Ausbreitung des Eichenprozessionsspinners in Brandenburg wirksam eindämmen. Nur so können Wälder und Menschen vor den lästigen Tieren geschützt werden“, sagte Kopka. Ein natürlicher Zusammenbruch der Eichenprozessionsspinner-Population ist gegenwärtig nicht zu erwarten, da natürliche Feinde fehlen. Zudem waren die meteorologischen Verhältnisse im vergangenen Jahr für die Entwicklung des Schadinsekts sehr günstig.

Gezielte Maßnahmen aus der Luft

„Es lohnt nicht, mit Einzelmaßnahmen zu beginnen. Besser sind gezielte Maßnahmen aus der Luft“, fügte Kopka hinzu. Dort, wo in den vergangenen Jahren aus der Luft gesprüht wurde, konnten Erfolge erzielt werden. „Allerdings müssen auch nur dort Insektizide zum Einsatz kommen, wo tatsächlich Raupen sind. Eine prophylaktische Bekämpfung ist nicht sinnvoll, sonst gewöhnen sich die Viecher an das Zeug“, fügte er hinzu.

In diesem Jahr wird der Eichenprozessionsspinner in Brandenburg auf einer Waldfläche von rund 460 Hektar vom Hubschrauber aus mit Dipel ES bekämpft. Zudem werden einzelne Bäume sowie Straßen- und Alleebäume in betroffenen Landkreisen mit Sprühkanonen vom Boden aus behandelt. Wo der Einsatz von Insektiziden nicht möglich ist, müssen Raupennester und Gespinste mechanisch entfernt werden.

Die Revierförsterin hat mit den Waldarbeitern Schilder angebracht. Diese weisen darauf hin, dass in den gespritzten Waldflächen in den kommenden drei Wochen keine Beeren oder Pilze gesammelt werden dürfen.

Von Margrit Hahn

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