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Bekenntnis für eine tolerante Stadt

Jüterbog Bekenntnis für eine tolerante Stadt

Weil Jüterbog bislang vor allem durch negative Ereignisse und Äußerungen in Flüchtlingsfragen aufgefallen ist, will die Flüchtlingshilfe nun ein Zeichen der Toleranz setzen. Das Bekenntnis aus neun Leitsätzen und Maßnahmen soll von den Stadtverordneten beschlossen werden.

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Rathaus in Jüterbog.

Quelle: Peter Degener

Jüterbog. Die Jüterboger Flüchtlingshilfe hat Leitsätze formuliert, in denen sich die Stadt zu einem „gast- und fremdenfreundlichen Zusammenleben“ bekennen soll. Das Toleranzbekenntnis aus neun Punkten soll als positives Signal für Besucher und Neubürger der Stadt aus anderen Ländern von den Stadtverordneten beschlossen werden. „Es geht dabei aber nicht nur um Flüchtlinge, sondern um alle Gäste unserer Stadt“, sagte Pfarrerin Mechthild Falk bei der Vorstellung der Leitsätze am Runden Tisch Asyl.

Das Bekenntnis soll allen Gästen der Stadt dienen, auch Touristen

Darin werden ganz allgemein gehaltene Worte zum Umgang mit Touristen, neuen Einwohnern aus anderen Kulturen sowie Asylbewerbern gefunden. Gerade neue Einwohner bedürften laut dem Papier einer besonderen Aufmerksamkeit – „vor allem in der Ankommensphase“ und „sollen spüren, dass sie hier willkommen sind“. Diskriminierung werde nicht toleriert, Vereine, Einrichtungen und Unternehmen, die sich engagieren, sollen durch die Stadt unterstützt und öffentlich gewürdigt werden.

Ein eigener Beirat für Flüchtlinge und Migranten gefordert

In den Leitsätzen sind auch konkrete Forderungen an die Stadtverwaltung und die Jüterboger Einwohner formuliert: So sollen öffentliche Publikationen möglichst mehrsprachig angeboten werden und Willkommenssets mit Informationen zur Stadt zusammengestellt werden. Auch die Schaffung eines eigenen Beirats für Flüchtlinge und Migranten, wo diese selbst zur Sprache kommen, wird angeregt.

Die Vorlage wurde zudem im Sozialausschuss vorgestellt, denn SPD, Linke und der Stadtverordnete Uwe Hüttner (Vereinigte Fraktion) wollen die Leitsätze in einem gemeinsamen Antrag in die Stadtverordnetenversammlung einbringen. Der Ausschuss empfahl den Stadtverordneten mehrheitlich, sich die Leitsätze als Bekenntnis zu einer weltoffenen Stadt zu eigen zu machen, es gab allerdings auch Fragen zu Formulierungen und Forderungen.

Bald sollen die Stadtverordneten das Bekenntnis beschließen

„Wir werden den Antrag nach dieser ersten öffentlichen Diskussion noch einmal überarbeiten, denn wir wollen möglichst viele Stadtverordnete für das Bekenntnis gewinnen“, sagte Ausschussvorsitzende Maritta Böttcher (Linke) nach der Beratung.

So sollen die konkreten Maßnahmen vom Bekenntnistext getrennt werden. In Rücksprache mit der Flüchtlingshilfe als Urheber des Papiers, wollen die Linke, die SPD und Uwe Hüttner den Antrag daher nicht wie ursprünglich vorgesehen in die nächste Stadtverordnetenversammlung am Mittwoch einbringen, sondern nach erneuerter Beratung voraussichtlich erst in der Oktober-Sitzung.

Asylbewerber in Jüterbog

Die Zahl von Flüchtlingen und Asylbewerbern in den drei Jüterboger Gemeinschaftsunterkünften ist in den vergangenen Monaten gesunken.

Insgesamt leben derzeit 173 Flüchtlinge in der Stadt. Im Februar betrug die Zahl noch 245 Flüchtlinge. Seitdem ist die Unterkunft am Quellenhof geschlossen worden, aber auch die bestehenden Heime sind nicht mehr ausgelastet. Die größte Unterkunft ist das Heim am Waldauer Weg, wo 105 von 120 Plätzen belegt sind.

Hinzu kommen fünf Flüchtlingsfamilien, die bereits eigene Wohnungen in Jüterbog gefunden haben oder kurz vor dem Umzug in die eigenen vier Wände stehen.

Von Peter Degener

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