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Beleidigung der Feuerwehr hat juristisches Nachspiel

Dahme Beleidigung der Feuerwehr hat juristisches Nachspiel

Die Feuerwehr in Dahme ist im Januar zu einem Dachstuhlbrand gerufen worden. Beim Löschen wurden die Feuerwehrmänner von einem Anwohner beschimpft und beleidigt. Amtsdirektor David Kaluza (parteilos) will nun Anzeige bei der Polizei erstatten.

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Das Brandhaus in der Grünstraße ist hinüber, aber die Nachbarhäuser konnten gerettet werden.

Quelle: Feuerwehr Dahme

Dahme. „Jeder einzelne unserer Kameraden ist bereit, wenn andere Menschen Hilfe benötigen, alles stehen und liegen zu lassen, um zu helfen“, sagt Nico Richter. Was der Dahmenser, der seit 25 Jahren Feuerwehrmann und inzwischen stellvertretender Amtsbrandmeister ist, am Abend des 12. Januar erleben musste, hat ihn tief erschüttert und bewegt ihn noch immer.

Extrem gefährliche Situation

Punkt 17.58 Uhr wurden an jenem Freitagabend die Kameraden zu einem Dachstuhlbrand in die Dahmer Grünstraße gerufen. „Die Situation war extrem gefährlich, da die Bebauung dort sehr eng ist und die Straße sehr schmal, wir also um jeden Preis verhindern mussten, dass das Feuer auf die Nachbarhäuser übergreift“, sagt Amtsbrandmeister Karsten Schmidt. Beim Ausrollen und notwendigen Entlüften der Löschwasserschläuche trat Wasser aus dem Verteiler, was sich, technisch bedingt, nicht verhindern lässt. Als sich in der Einfahrt zu einem Nachbargrundstück eine Pfütze bildete, trat dessen Bewohner auf den Plan.

„Die Worte ,Arschlöcher’ und ,Idioten’ war bei dessen permanenter Beschimpfung noch das Harmloseste“, erinnert sich Nico Richter, der das meiste davon über sich ergehen lassen musste. Zeit, sich mit dem renitenten Wutbürger auseinanderzusetzen, hatten die Feuerwehrleute in diesem Augenblick angesichts der Lage nicht.

Massiv eingeschüchtert

„Aber die Kameraden waren massiv eingeschüchtert und in ihrem Agieren gehemmt, so dass die unter die Gürtellinie gehenden Beschimpfungen letztlich nicht nur beleidigend waren, sondern auch die Arbeit der Wehr sehr behinderten“, sagt Richter, der den Beleidiger seinerseits einen „rücksichtslosen und egoistischen Mitbürger“ nennt und noch immer darüber rätselt, was den Mittsechziger so aus der Fassung gebracht haben könnte.

Stellvertretender Amtsbrandmeister Dahme, Nico Richter

Stellvertretender Amtsbrandmeister Dahme, Nico Richter

Quelle: privat

„Das aus dem Schlauch tretende Wasser war schnell weg und selbst wenn es durch einen Feuerwehreinsatz doch einmal einen Schaden geben sollte, würde dafür unsere Versicherung aufkommen“, erläutert Schmidt die rechtliche Lage.

Polizei griff ein

Da der Anwohner dennoch nicht mit seinen Beschimpfungen aufhörte, wandten sich die Feuerwehrleute an die Polizei, die den Mann vom Einsatzort verwies und ihn zu einer Entschuldigung aufforderte. Auf letzteres warten das Wehrführer-Duo und dessen Kameraden noch immer.

Zurückgekehrt vom Einsatz, bei dem die Nachbarhäuser und auch das des schimpfenden Anwohners gerettet werden konnten, waren die Beleidigungen das bestimmende Thema. „Kleinere Beschimpfungen gibt es immer mal, zum Beispiel, wenn wir wegen eines Einsatzes eine Straße sperren müssen und Autofahrer deshalb verärgert sind – aber in dieser Massivität haben wir das bisher nicht erlebt“, sagt Richter, der seinem Herzen auf der Facebook-Seite der Wehr Luft machte. Mehr als 13 000-mal wurde der Eintrag angeklickt, viele Leser dankten in ihren Kommentaren den Feuerwehrleuten für ihren Einsatz und sprachen ihnen Mut zu, auch mit Beleidigungen fertig zu werden. Einstimmig plädierten die Feuerwehrleute dafür, gegen den Anwohner Anzeige zu erstatten.

Amtsdirektor will Anzeige erstatten

Über Facebook erfuhr Amtsdirektor David Kaluza von dem Vorfall und fühlte sich im Rahmen seiner Fürsorgepflicht in die Verantwortung genommen: „Für ein solches Verhalten von Bürgern habe ich keinerlei Verständnis und werde den Vorfall zur Anzeige bringen, auch aus den Hintergrund heraus, dass der Bürger genügend Zeit hatte, sich bei der Wehrführung und den Kameraden für sein Verhalten zu entschuldigen.“ Dass er dies nicht getan habe, zeige, dass er sein Verhalten nicht ansatzweise bereue. „Ich hoffe und wünsche mir, dass die Ermittlungsbehörden dieses Fehlverhalten konsequent verfolgen und das dies ein bedauerlicher Einzelfall bleibt“, sagt Kaluza, der als Amtsdirektor auch Dienstherr der Feuerwehr ist. Deutschlandweit gibt es inzwischen zahlreiche ähnliche Fälle, die mit dreistelligen Geldstrafen geahndet wurden.

Von Uwe Klemens

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