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Beliebt bei Bootsfahrern und Anglern

Dahme und Nuthe Beliebt bei Bootsfahrern und Anglern

Am Sonntag ist der internationale Tag des Flusses. Er wird jährlich begangen, um die Bedeutung von Wasserstraßen in aller Welt hervorzuheben. In der Region Dahmeland-Fläming sind die beiden größten Flüsse die Dahme und die Nuthe. Die eine ist besonders bei Wassertouristen beliebt, die andere bei Angler. Besonders sauber sind sie jedoch beide nicht. Ein Portrait.

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Mit 66 Kilometern ist die Nuthe der zweitlängste Fluss in der Region. Hier ein Stauwehr der Nuthe im Ludwigsfelder Ortsteil Gröben.

Quelle: Michael Hübner

Dahmeland-Fläming. An haffartige Breiten, eine Seeschlacht, schmale Defilees und Ruderstangen erinnert sich Theodor Fontane, wenn er in seinen „Wanderungen durch die Mark Brandenburg“ an die Dahme denkt. Mit ihren 95 Kilometern Länge – von ihrer Quelle bei Schöna-Kolpien bis zur Mündung an der Berliner Stadtgrenze in Schmöckwitz – ist sie der längste Fluss der Region und damit einer der wichtigsten hiesigen Wasserwege. Für Bootstouristen ist sie ein beliebter Wasserweg.

Nuthe ist wichtig für Angler

In der Region ist neben der Dahme vor allem die rund 66 Kilometer lange Nuthe wichtig. Auch wenn Fontane im Gegensatz zur Dahme nur über sie spottete. Als Salmonidengewässer hat sie für Angler eine große Bedeutung. Am Wochenende feierten beide Gewässer ihren Ehrentag, den internationalen Tag der Flüsse. Er erinnert seit 2005 an die Bedeutung aller Wasserstraßen dieser Welt. Der Tag hebt den Wert von Flüssen hervor und erhöht das öffentliche Bewusstsein für ihre Reinhaltung und Pflege.

Nuthe

Länge: 66 Kilometer, fließt vor allem (auf 51 Kilometern) durch den Landkreis Teltow-Fläming.

Quelle: Entspringt bei Dennewitz im Fläming.

Mündung: Fließt in Potsdam in die Havel.

Extreme: Bei Hochwasser liegt die tiefste und breiteste Stelle im Rückhaltebecken der Nuthe in Jüterbog.

Ökologische Gesamtbewertung: 5 (schlecht).

Wichtigste Nutzung: Angeln.

Drei Behörden zuständig

Für die Pflege und Reinhaltung der Dahme sind auf drei Abschnitten unterschiedliche Behörden verantwortlich: Von der Quelle bis Märkisch-Buchholz ist der Wasser- und Bodenverband (WBV) Obere Dahme-Berste zuständig, von Märkisch-Buchholz bis Prieros das Landesamt für Umwelt (LfU) und von Prieros bis Berlin der Bund. Die Nuthe wird vom WBV Nuthe-Nieplitz unterhalten. Insgesamt fließen pro Jahr etwa 300 000 Euro in die Pflege von Nuthe und Dahme. Dazu zählen unter anderem das Krauten von Böschungen und das Erhalten der Schiffbarkeit. Hinsichtlich der Wasserqualität hat sich vor allem bei der Nuthe viel getan.

Namensgeberin für Rohrbeck

So richtig schön wirkt sie allerdings nicht, die Nuthe. Vielmehr wie ein braune Brühe, deren Ursprung zwischen Dennewitz und Niedergörsdorf liegt. An Jüterbog, Luckenwalde und Trebbin vorbei fließt sie einmal durch den Landkreis Teltow-Fläming und mündet in Potsdam in die Havel. Für einen Ort in der Region hat sie eine historische Bedeutung: Rohrbeck. Rohrbeck erhielt im 19. Jahrhundert seinen Namen von dem Fluss. Damals war er noch ein dicht bewachsener Bach. Der Ortsname entstand aus „Rohr“ (Schilf) und „Beck“ (Bach). Wirtschaftlich diente die Nuthe vor allem der Bewässerung von umliegendem Acker- und Weideland. Teile ihres Einzugsgebietes wurden großflächig melioriert.

Rieselfelder verunreinigten Nuthe

Doch die Nuthe hatte lange Zeit ein Problem: Sie war extrem dreckig. Noch bis Mitte der 1990er Jahre war der nördliche Teil des Nuthe-Gebietes von Rieselfeldern geprägt. Die Abwässer der Berliner verschmutzten den Fluss so stark, dass er in den 1980ern als stark nitrat-, schwermetall- und ammoniumbelastet galt. Nach Angaben der Umweltwissenschaftlerin Anja Voß führte zudem die Ableitung von phosphathaltigem Waschmittel, das zu DDR-Zeiten sorglos verwendet wurde, zu einer erhöhten Phosphatbelastung. Auf Höhe der ehemaligen Truppenübungsplätze bei Kloster Zinna war die Verschmutzung besonders hoch, dort leiteten die Sowjets ihre Abfälle in die Nuthe.

Weniger verschmutzt als vor zehn Jahren

Auch heute ist die Nuthe noch belastet. Ihre ökologische Gesamtbewertung wird nach Wasserrahmenrichtlinie als „schlecht“ (Klasse 5) bewertet. Allerdings ist die Nuthe schon deutlich weniger verschmutzt als noch vor einem Jahrzehnt. Grund dafür sind laut Wissenschaftlerin Anja Voss der Rückgang der Berieselung, phosphatfreie Waschmittel und die verbesserte Technik der Kläranlagen. Außerdem hat sich laut Ulrich Thiel, Mitarbeiter für Gewässerwirtschaft des Landanglerverbands Brandenburg, der Wasserzustand nach Abzug der sowjetischen Truppen sprunghaft verbessert.

Zu DDR-Zeiten keine Forellen mehr in der Nuthe

„Die Nuthe war in Höhe von Kloster Zinna biologisch so gut wie tot“, sagt Thiel. „Heute finden wir dort den besten Lebensraum für Fische.“ Das liege an den natürlichen Strukturen, denn dort gebe es keine künstlichen Eingriffe in den Lauf des Flusses. „Der natürliche Forellenbestand in der Nuthe war spätestens mit der DDR erloschen“, erzählt Ulrich Thiel. In den Neunzigern wurden wieder junge Forellen ausgesetzt, in diesem Jahr gab es zum 800-jährigen Stadtjubiläum von Luckenwalde eine ebensolche Aktion.

Wasserqualität der Dahme ist deutlich besser

Im Vergleich zur Nuthe sieht die Dahme deutlich besser aus. Nach der Wasserrahmenrichtlinie wird sie ökologisch als „mäßig“ (Klasse 3) eingestuft. In der Nähe von Seen erzielt sie teilweise die Klasse 2. Welche Bedeutung die Dahme für ihren Landkreis hat, erschließt sich schon am Namen desselben: Dahme-Spreewald. Und auch die Landschaft Dahmeland ist nach ihr benannt. Von Märkisch Buchholz bis Berlin ist sie auf 51 Kilometern schiffbar.

Dahme

Länge: 95 Kilometer, fließt vor allem durch den Landkreis Dahme-Spreewald.

Quelle: Auf dem Austenberg bei Schöna-Kolpien.

Mündung: In Schmöckwitz in die Spree.

Extreme: Die tiefste und breiteste Stelle liegt im Streganzer See.

Ökologische Gesamtbewertung: 3 (mäßig).

Wichtigste Nutzung: Wassertourismus.

Besonders im Raum Königs Wusterhausen hat der Fluss eine immense Bedeutung für den Wassertourismus. Zwischen 10 000 und 12 000 Sportboote passieren jährlich die Schleuse Neue Mühle in Königs Wusterhausen.

Dahme fließt durch Naturschutzgebiet

„Eine Fahrt auf der Dahme ist Naturerlebnis pur – kein Wunder, dass der Tourismus da extrem boomt“, sagt Torsten Woitke, Geschäftsführer des Wasser- und Bodenverbands Dahme-Notte. Immerhin führt ihr Lauf direkt durch ein Naturschutzgebiet. Der Verband ist für den zweiten Abschnitt der Dahme – von Prieros bis Märkisch-Buchholz – zuständig und unterhält die Schleusen in Prieros und an der Hermsdorfer Mühle. So bekommt Woitke auch mit, wer auf der Dahme unterwegs ist.

Hoffnung auf Wassertourismus

„Die Touristen kommen von überall her, hauptsächlich natürlich aus Berlin“, sagt er. Sie seien auf allen möglichen Booten unterwegs – von der Yacht bis zum kleinen Paddelboot. „Wir haben hier aber keinen Bierkastentourismus“, sagt Woitke. „Sondern eher die Wasserwanderer.“ Das könne auch daran liegen, dass ab Märkisch-Buchholz Schluss ist.

Es gibt laut Torsten Woitke immer wieder Überlegungen, eine Möglichkeit zu schaffen, um über Märkisch-Buchholz zurück nach Berlin zu fahren. Allerdings würde so ein ausgebauter Wasserweg nicht über die Dahme führen können. Ein solches Projekt zu verwirklichen, könnte die hiesige Wirtschaft weiterhin fördern. „Damit würden wir den Wassertourismus noch einmal deutlich stärken“, sagt Woitke.

Von Anja Meyer

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