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Teltow-Fläming Benefiz-Stummfilmabend gegen den Holzwurm
Lokales Teltow-Fläming Benefiz-Stummfilmabend gegen den Holzwurm
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04:35 04.07.2016
Pfarrerin Susanne Hennrich und Kreiskantor Peter-Michael Seifried vor dem Filmabend auf der Orgelempore. Quelle: H.-Dieter Kunze
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Rohrbeck

„Wenn nicht bald etwas unternommen wird, bleibt auf der Empore nur noch Staub als Überrest der Hübner-/Baer-Orgel übrig.“ Mit diesen eindringlichen Worten erklärte Kreiskantor Peter-Michael Seifried am Samstagabend, wie dringend das Gehäuse des hunderte Jahre alten Instruments in der Rohrbecker Dorfkirche eine Restaurierung nötig hat. Denn diese „Königin der Instrumente“ sei ein wahrer Juwel in der Orgel-Landschaft der Region, unterstrich er.

Anlass war ein Film-Konzert-Abend, den Seifried ausrichtete. Die – trotz Fußball-Europameisterschaft – 30 erschienenen Zuhörer und viele andere Rohrbecker kennen das Problem und möchten gern helfen. Gleichzeitig hatten die Besucher an diesem Abend ein schönes Musik- und Filmerlebnis und taten nach dem Konzert gern etwas in die Kollekte.

Johannes Lorenz am Beamer zur Filmschau in der Rohrbecker Kirche. Quelle: H.-Dieter Kunze

Susanne Hennrich, Pfarrerin der Kirchengemeinde Borgisdorf, – dazu gehört auch Rohrbeck – begrüßte die Gäste und den Organisten. Peter Michael-Seifried gab in seiner gewohnt lockeren Art Erläuterungen zu den Werken und begleitete sie auf der Orgel.

Im ersten Film, „Die Reise zum Mond“, ließen die Filmemacher anno 1902 ihrer Fantasie freien Lauf, wie sie sich ein solches Unterfangen vorstellten. Ein Flug zum Erdtrabanten? Kein Problem, Gelehrte stiegen in voller Standesgarderobe in eine enge Kapsel. Die wurde mit einer riesigen Kanone direkt zum Ziel geschossen. Die „Mondbewohner“ waren über die Störung durch „Erdlinge“ keinesfalls erfreut und griffen sie an. Ein Wissenschaftler entdeckte als Wunderwaffe gegen sie aufgespannte Regenschirme. Bei der Berührung zerfielen die Mond-Bewohner zu Staub. Der Rückflug war problemlos, die Kapsel kippte von einer Klippe und fiel gen Erde, der Empfang dort war phänomenal.

Hintergrund

Zur Bekämpfung von Holzwürmern gibt es drei gängige Methoden.

1. Orgel und Kirchenraum auf mindestens 60 Grad erwärmen.

2. Anwendung eines Spezialgases oder Sauerstoffentzug.

3 Hylotox: Mit dem Gift wurde früher in Ost und West der Orgelkörper eingestrichen. Es war zwar effektiv, aber hochgiftig und auch für die Menschen gefährlich.

Als zweites Werk wurde gezeigt „Tod in der Orgel“, 2014 gedreht in der Nikolai-Kirche Jüterbog, die Macher und Mitwirkenden sind allesamt Einheimische, einschließlich der Pfarrer Bernhard Gutsche und Mechthild Falk. Das Werk war ein Geschenk der Kirchengemeinde für Peter-Michael Seifried.

Das Faible des Kreiskantors für Stummfilme, die musikalisch begleitet werden, ist bekannt. „Man hat einen doppelten Kunstgenuss, optisch und musikalisch“, erklärte er lachend.

Das Instrument selbst ist in einem guten Zustand. Über eine Spendenaktion waren die Pfeifen schon einmal erneuert worden. Doch das hölzerne Orgelgehäuse macht immer wieder Sorgen. Es wurde bereits einmal mit einem hochgiftigen Mittel behandelt. Allerdings werden damit nur die vorhandenen Schädlinge abgetötet, es bietet keinen dauerhaften Schutz. Nun ist eine neue Behandlung – wahrscheinlich mit einer anderen Methode – nötig.

Die erste Orgel wurde 1762 von Johann Ephraim Hübner (1713-1781), Orgelmacher in Grimma und Düben, gebaut. Erneuert wurde sie dann 100 Jahre später von Gottfried Wilhelm Baer, der auch die Orgeln in Kloster Zinna und Bochow gebaut hat.

Von H.-Dieter Kunze

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