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Benefizkonzert mit Fahrrädern als Eintritt

Jüterbog Benefizkonzert mit Fahrrädern als Eintritt

Integration ist das Leitbild der Jüterboger Einrichtung der Johanniter-Unfall-Hilfe, in der derzeit 20 unbegleitete, minderjährige Flüchtlinge leben. Wenn die Jungs und jungen Männer jedoch zum Jugendclub der Stadt möchten, um sich dort in ihrer Freizeit auch mit Deutschen zu treffen, müssen sie mindestens 30 Minuten weit laufen. Ein Konzert soll das nun ändern.

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Mit vielen Spenden wollen die Jugendlichen ihre Räder nach dem Konzert selbst reparieren.

Quelle: Victoria Barnack

Jüterbog. Mit dem Benefizkonzert am 9. Oktober des Saxofonensembles Ton-Fall in der Jüterboger Liebfrauenkirche möchten die Organisatoren des Rotary Clubs Kloster Zinna und der Evangelischen Kirchengemeinde Jüterbog vor allem den jugendlichen Flüchtlingen in der Stadt helfen. Das gelingt aus Erfahrung besser mit Sach- und Zeitspenden als mit Geld. „Von Frau Falk haben wir erfahren, dass viele Flüchtlinge gern ein Fahrrad hätten“, erzählt Christina Unnerstall, die Integrationsbeauftragte des Rotary Clubs.

Sie hatte deshalb eine unkonventionelle Idee für das Benefizkonzert. „Das Publikum soll bei dem Konzert keinen Eintritt zahlen“, erklärt sie, „sondern ganze Fahrräder oder Ersatzteile spenden.“ Ob das Rad fahrtüchtig oder defekt ist, spielt dabei erst einmal keine Rolle. Auch Einzelteile wie Schläuche, Klingeln oder Räder werden ebenso gern gesehen wie Fahrradhelme und Fahrradschlösser.

Selbstständige Reparaturen

Die Reparaturen der kaputten Drahtesel wollen die Jugendlichen im Anschluss selbst übernehmen. Einige von ihnen nutzen die Chance, zu schrauben auch als Praxiserfahrung für die Berufsvorbereitung. „Denn viele unserer Jungs haben den Wunsch, Kfz-Mechatroniker zu werden“, erzählt Sozialarbeiter Torsten Przybilski. Deshalb ermutigt Christina Unnerstall auch Gäste ohne Fahrradspende, zum Benefizkonzert zu kommen. „Vielleicht kann ja jemand seine Zeit und Unterstützung bei der Reparatur anbieten“, hofft sie.

Außerdem werden die Flüchtlinge seit mehreren Monaten von der Kreishandwerkerschaft Teltow-Fläming unterstützt. Auf dem Jüterboger Lehrbauhof wurde eine Fahrradwerkstatt eingerichtet, in der ausreichend Werkzeug für Reparaturarbeiten vorhanden ist. Sie war entstanden, als es im vergangenen Jahr den ersten Spendenaufruf für Fahrräder in Jüterbog gegeben hatte. Damals wurden jedoch ausschließlich komplette Geräte gesucht. „Die Möglichkeit, dass nun auch alte Fahrräder zum Ausschlachten gespendet werden können, sehe ich als Chance für unsere Flüchtlinge“, sagt Mechthild Falk von der Flüchtlingshilfe.

Bald eigene Fahrräder

Derzeit werden 20 unbegleitete, minderjährige Flüchtlinge in Jüterbog von der Johanniter-Unfall-Hilfe betreut. Noch müssen sie sich fünf fahrbare Untersätze teilen. „Wir haben aber wahnsinnig viele defekte Fahrräder bei uns zu stehen, die wir hoffentlich mit den gespendeten Ersatzteilen fahrtüchtig machen können“, sagt Torsten Przybilski. Zudem wollen die Jugendlichen bei der Vorbereitung und Durchführung des Konzertes anpacken. „Denn sie wissen, dass es ihnen zugute kommt“, sagt der Sozialarbeiter. Durch die Unterstützung des Rotary Clubs wurden den Jugendlichen in Jüterbog bereits andere Erlebnisse ermöglicht.

Die Zusammenarbeit mit der Einrichtung startete mit dem Beginn der Sommerferien, als die Rotarier den Geflüchteten einen Schwimmkurs und je eine Saisonkarte für das Freibad in Jüterbog finanzierten.

Von Victoria Barnack

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