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Berauscht auf dem Strich

Hohenseefeld Berauscht auf dem Strich

Wie gefährlich es ist, wenn sich Autofahrer nicht an die Gesetze halten und zu schnell oder unter Drogen unterwegs sind, lernten Kinder in Hohenseefeld im spielerischenSelbstversuch und beim scharfen Lasern auf der Straße.

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Berauscht hat man auf dem geraden Strich keine Chance.

Quelle: Uwe Klemens

Hohenseefeld. Der Freitagnachmittag war für die Mädchen und Jungen der Hohenseefelder Kinder- und Jugendfeuerwehr und des Jugendklubs fast schon wie eine Extra-Stunde Mathematik-Unterricht. Wie viel Meter fährt ein Auto, wenn plötzlich ein Kind auf die Straße springt und der Fahrer nach dem ersten Schreck versucht zu bremsen, bis es steht? Dass der tatsächlichen Anhalteweg bei Tempo 30 etwa doppelt so lang ist, wie der reine Bremsweg, stellten sie selbst verblüfft fest. Um ihre eigenen Reaktionsschnelligkeit zu testen, hatte Gemeinde-Jugendkoordinator Manfred Thier mal wieder von der Präventionsabteilung der Polizei den Reaktionstester mitgebracht. Den zu bedienen, war nicht nur eine sportliche Herausforderung, sondern auch eine lehrreiche Sache. Bei stolzen 0,35 Sekunden lag die Bestzeit. Trotzdem hätte selbst der schnellste Reagierer bei Tempo 30 unterhalb von zehn Metern jeden umgefahren.

Autofahrer im Rausch sind unberechenbar

Dass die Sache noch gefährlicher wird, wenn ein Autofahrer zwei, drei Bierchen oder mehr oder einen Joint intus hat, merkte jeder, der probierte, sich mit der Rausch-Simulationsbrille beim Balancieren auf dem roten Strich gerade zu halten. „Das“, so Thier, „ist der Grund, warum wir das hier heute machen. Denn ihr wisst ja, dass sich nicht jeder Autofahrer an die Gesetze hält. Wenn ihr dann nicht selber etwas aufpasst, habt ihr keine Chance.“

Auch die Revierpolizisten Ute Krenz und Jakow Bieber waren der Einladung des Jugendkoordinators und der Feuerwehr-Jugendwarte Lars Hannemann und Tobias Henze gerne gefolgt. „Und das aus zweierlei Gründen“, sagt die Oberkommissarin. „Zum einen, weil wir die Jugendarbeit der Hohenseefelder Wehr immer sehr gerne unterstützen. Zum anderen, weil wir uns nachher zusammen mit den Kinder an die Straße stellen und gemeinsam Autofahrer laser. Wenn ein ertappter Raser dann hinterher von den Kindern zur Rede gestellt wird, setzt das bei vielen viel eher das Nachdenken in Gang und ist mehr wert, als das Verwarngeld. Und die Kinder sehen, wie wichtig es ist, dass sie selbst gut aufpassen.“

Zweifelhafte Rechenkünste

Gleich das fünfte Fahrzeug, das Jakow Bieber anvisierte, war zu schnell unterwegs und brauste mit 67 km/h in Richtung Laserpistole. „Wegen vier km/h ziehen sie mich schon raus“, probierte es der Ertappte mit Verharmlosung. Denn das Gerät hatten die Beamten trotz der erlaubten Tempo 50 erst auf 60 km/h eingestellt. Abzüglich drei km/h Toleranz sei er doch nur vier zu schnell gewesen, behauptete der VW-Fahrer mit TF-Kennzeichen und verblüffte mit seinen Rechenkünsten zwar die Kinder, nicht aber die Polizei, die 25 Euro kassierte. „Immerhin war er noch ausgestiegen und hatte sich der Kindergruppe gestellt“, lautete Biebers Kommentar. Die Kinder selbst hatten sich nicht getraut, den Raser nach dem Grund seines Fahrstils zu befragen. Der zweite und letzte Schnellfahrer, der an diesem Tag mit Tempo 61 gestoppt wurde, blieb angesichts der Kindergruppe am Lenkrad sitzen und kassierte wortlos die Verwarnung.

Von Uwe Klemens

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