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Bergmänner kritisieren Energiepolitik

Verbandstagung in Glashütte Bergmänner kritisieren Energiepolitik

Erfahrene Bergleute schauen skeptisch auf die aktuelle Energiepolitik in Land und Bund. Das wurde bei der Delegiertenversammlung des Landesverbandes der Bergmanns-, Hütten- und Knappenvereine in Glashütte deutlich. Kritische Töne gab es zum Verkauf der Tagebaue an ausländische Unternehmen und zur Abkehr von der Braunkohle.

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Mitglieder des Landesverbandes Brandenburg-Berlin der Bergmanns-, Hütten- und Knappenvereine.

Quelle: Gudrun Ott

Glashütte. Im 1854 erbauten Gebäude, dem heutigen Gasthof Reuner, trafen sich die Delegierten des Landesverbandes Berlin-Brandenburg der Bergmanns-, Hütten – und Kappenvereine zu ihrer Landestagung. Der Vorsitzende des Museumsvereins Glashütte und Mitglied des erweiterten Vorstandes des Landesverbandes Georg Goes hieß die Delegierten mit „Glück auf“ willkommen.

Staatssekretär: „Braunkohle als Brückenenergie.“

Goes erinnerte an die Zeit, da die Glasöfen noch mit Holz befeuert wurden. Vor dem Hintergrund von energiepolitischen Diskussionen und dem Verkauf der Lausitzer Kohlesparte des schwedischen Staatskonzerns Vattenfall an den tschechischen Energiekonzern EPH gab es eine Gesprächsrunde über brandenburgische Energie- und Rohstoffpolitik. Eingeladen war Hendrik Fischer, Staatssekretär im Ministerium für Wirtschaft und Energie des Landes Brandenburg. Ihm liege die Energiepolitik am Herzen. Fischer sagte: „Wir brauchen die Braunkohle als Brückenenergie, aber wir brauchen keine neuen Tagebaue mehr.“

Der schwedische Energiekonzern stellte im vergangenen Herbst mehrere Tagebaue und Braunkohlekraftwerke in Sachsen und Brandenburg zum Verkauf. Am Montag wurde in Berlin der Beschluss zum Verkauf an EPH verkündet.

Eigentümer der Tagebaue zur Renaturierung verpflichtet

Vom neuen Eigentümer erwarte man, so der Staatssekretär, dass er Erfahrungen in der Verstromung von Braunkohle mitbringt und die rund 8000 Beschäftigten von Vattenfall übernimmt. Weil aber aus den Tagebaugebieten, wenn sie irgendwann ausgekohlt sind, wieder Landschaften für Menschen werden sollen, müsse der Eigentümer auch die Renaturierung durchführen. Und zwar auf einem hohen Niveau.

Der Strukturwandel in der Lausitz müsse neue Impulse erhalten und „wir erwarten, dass der neue Eigentümer sich einbringt“, sagte Fischer. Große Stromerzeuger machen mit konventioneller Energie schon lange keinen Gewinn mehr. Mit den erneuerbaren Energien aber lässt sich nur solange Geld verdienen, wie die Subventionen fließen, hieß es.

Dezentrale Energiepolitik gefordert

Vereinsmitglied Bergkamerad Gerd Rückert meldete sich zu Wort und verlangte, die Unsicherheit in den Energieregionen müsse aufhören. Der Diplomingenieur aus Senftenberg und Werkdirektor in der Braunkohle hält es für einen großen Fehler, Energieunternehmen an ausländische Investoren zu verkaufen. Die Politik müsse über eine dezentrale Energieversorgung nachdenken. Dass das Vertrauen in die Politik auch in Brandenburg fehle, gab Thomas Schulze aus Cottbus dem Staatssekretär mit auf den Weg. „Die erneuerbaren Energien sind gepuscht und die Politik wägt ab, wo und mit welcher Entscheidung sie den wenigsten Schaden macht.“

Der Vorsitzende des Landesverbandes Hans-Jürgen Schmidt sagte: „Wir sind in der spannendsten Zeit der Brandenburger Energiepolitik der letzten zehn Jahre und hoffen, am 8. Mai, zu unserem zweiten Landestreffen, das hier anlässlich des 300-jährigen Bestehens der Baruther Glashütte stattfindet, ein Bier oder einen Bergmannsschnaps auf eine gute politische Entscheidung trinken zu können.“ Der gelernte Bergmann aus Fichtenwalde zog für seinen Verband eine durchweg positive Bilanz.

Von Gudrun Ott

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