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Teltow-Fläming Bernhard Schulz und sein letztes Kunstwerk
Lokales Teltow-Fläming Bernhard Schulz und sein letztes Kunstwerk
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00:16 27.06.2017
Bernhard (r.) und Torsten Schulz montieren die Laterne. Quelle: Elinor Wenke
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Luckenwalde

Zum letzten Mal hat der Luckenwalder Metallbauer Bernhard Schulz am Freitag eine eigene handwerkliche Kreation als Kundenauftrag an eine Hauswand gebracht und damit seine letzten metallenen Spuren hinterlassen. Mit Sohn Torsten montierte er an der „Salzgrotte“ von Ines Matysik in der Lämmergasse eine Art „Zunftzeichen“. Inzwischen hat der 73-Jährige seinen Ein-Mann-Betrieb „Metallbau Schulz“ an seinen Sohn (48), einen Quereinsteiger, übergeben.

Sein letztes Kunstwerk ist ein symbolisches Grubenlicht mit Salzsteinen. „Die Idee stammt von mir, aber die tolle technische Umsetzung habe ich dem Handwerker zu verdanken“, schwärmt Ines Matysik. „Benni“ Schulz, wie er in Handwerkerkreisen genannt wird, baute eine Laterne aus Eisen samt Halterung für die Hauswand. „Darin ein Bonbonglas, das haben wir extra aus Wittenberg geholt“, erzählt der Senior. 40 bis 50 Kilo bringt der eiserne Werbeträger auf die Waage, schätzt Schulz. „Das Anbringen ging schnell, aber für die Fertigung habe ich schon knapp drei Wochen gebraucht“, sagt er.

Über Luckenwalde hinaus Spuren hinterlassen

Im Herbst und Winter soll das gute Stück elektrisch beleuchtet werden. Das Laternenpendel ist so konzipiert, dass es sich bei Wind leicht hin und her bewegt und selbst wieder in die Ausgangslage bringt. „Wäre es nicht beweglich, so würde es bei starkem Wind verbeulen“, erklärt der Experte.

Seine Spuren hat Bernhard Schulz vielfach in Luckenwalde und weit über die Grenzen hinaus hinterlassen. Er zeigt auf den Marktturm, das Luckenwalder Wahrzeichen: „Die Wetterfahne da oben stammt von mir.“ Auch die Zifferblätter der Turmuhr mit einem Durchmesser von 1,50 Meter sind in seiner Werkstatt entstanden. Für einen Kunden in Linthe lieferte er einen Brauereiwagen mit Kutscher.

Richtkrone für den Deutschen Bundestag

Der wohl spektakulärste Auftrag war die Richtkrone für den Deutschen Bundestag in Berlin. Benni Schulz lieferte das Metallgestell, ein Gärtner umwickelte es mit Naturmaterial. „Das Gestell war 3,50 Meter mal vier Meter groß; kein anderer hatte sich da rangetraut“, erinnert sich Schulz, der das Kunstwerk in zwei Teile zerlegt hatte, um es überhaupt transportieren zu können. Später fertigte er auch die Richtkrone für das Sony-Center am Potsdamer Platz.

25 Jahre lang hat er sein kleines Unternehmen geführt, jetzt übergibt er es guten Gewissens und ohne Wehmut der nächsten Generation in der Familie. „Ich bin ganz froh, dass ich jetzt meine Ruhe habe und nicht mehr jeden Tag nach dem Stand des Geschäftskontos schauen muss“, sagt Bernhard Schulz. Die Auftragsbücher waren und sind gut gefüllt, „aber mit der Zahlungsmoral nehmen es vor allem viele größere Firmen nicht ernst“, sagt Schulz. „Das ist schon ein Zahlungsverbrechen“, schimpft er.

Lange Verfahren und bürokratische Hürden

Außerdem ärgert er sich über bürokratische Hürden und unendliche Verfahren für eine Baugenehmigung. „Die Grubenlaterne für die Salzgrotte ist seit Dezember fertig, doch erst jetzt durfte sie angebaut werden“, erzählt er.

Sein Sohn Torsten führt das Unternehmen mit selbem Namen weiter, hat auch die langjährige Bürokraft Martina Bamm übernommen und jetzt einen Gesellen eingestellt.

Von Elinor Wenke

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