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Berufliches Gymnasium vorgestellt

Tag der offenen Tür am OSZ Ludwigsfelde Berufliches Gymnasium vorgestellt

Das Oberstufenzentum Ludwigsfelde fungiert ab Sommer auch als Berufliches Gymnasium. Schüler mit Oberschul-Abschluss können dort dann in drei Jahren das Abitur machen. Bei einem Tag der offenen Tür am Sonnabend wurde das neue Angebot vorgestellt. Ob es mit einer oder zwei Klassen an den Start geht, ist noch nicht klar.

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Auch Schüler fungierten am Tag der offenen Tür als Berater, hier Caroline Linke und Philip Garbas, beide 18 Jahre alt.

Quelle: Stephan Laude

Ludwigsfelde. Ab Sommer dieses Jahres wird das Oberstufenzentrum (OSZ) Teltow-Fläming auch an seinem Standort Ludwigsfelde als berufliches Gymnasium fungieren. Den Beschluss dazu hatte der Kreistag am 15. Februar gefasst (die MAZ berichtete). Ob zunächst eine Klasse gebildet wird oder ob es zwei werden, steht noch nicht fest. Am Standort Luckenwalde gibt es diese Ausbildung bereits seit mehreren Jahren. Dort war mit 40 Schülern begonnen worden, jetzt sind es 96, wie Schulleiter Manfred Janusch am Sonnabend beim Tag der offenen Tür in Ludwigsfelde sagte. Mit dem Angebot in der Autostadt sollen auch junge Leute im Norden des Landkreises erreicht werden.

Schulleiter Manfred Janusch

Schulleiter Manfred Janusch

Quelle: Stephan Laude

Das berufliche Gymnasium schließt an die zehnte Klasse an. So lange können die Schüler an der Oberschule bleiben. Innerhalb von drei Jahren wird dann die Hochschulreife erreicht. Vielen jungen Leuten komme der dreijährige Weg zum Abitur entgegen, sagt Janusch, weil sie zwei Jahre als zu stressig empfinden. Mit dem Abschluss kann man sich an jeder Hochschule oder Universität zum Studium bewerben, aber das Angebot des beruflichen Gymnasiums richtet sich vor allem an junge Leute, die sich bereits beruflich vororientiert haben, denn es gibt Schwerpunkte: Wirtschaft, Technik und Sozialwesen. So geht es beim Thema Wirtschaft tief in die Wissenschaft hinein, potenzielle Techniker werden an Laborarbeiten herangeführt, in der Fachrichtung Sozialwesen spielt Psychologie eine große Rolle. Als Ergänzung zum Schulalltag werden Exkursionen organisiert, Theaterbesuche, Feste, Paddeltouren im Spreewald. Auch Sprachreisen nach England gab es schon.

Das Ludwigsfelder OSZ-Gebäude in der Brandenburgischen Straße ist schon lange ein Ort der Berufsvorbereitung. In dem in den 1950er Jahren errichteten Bau wurden früher die Lehrlinge des Lastwagenwerkes ausgebildet. Der Standort ist mit dem Bus gut zu erreichen, der Bahnhof Birkengrund ist auch nicht weit, hebt Schulleiter Janusch hervor. Gleich gegenüber befinden sich die Lehrwerkstatt und die Ludwigsfelder Produktionsstätte von Mercedes. Der Autobauer bietet, wie andere Unternehmen der Region ebenfalls, Praktika für die OSZ-Schüler an. „Der Bedarf an Fachkräften ist im Landkreis groß“, sagt Janusch.

Das bestätigt auch Christa Cáceres von der Agentur für Arbeit. Sie hat beim Tag der offenen Tür vor allem zu Praktikumsplätzen beraten. Besonders wichtig ist ihr aber, den jungen Leuten zu vermitteln: Auch mit der zehnten Klasse kann man was werden. Für eine reine berufliche Ausbildung seien Schlüsselqualifikationen wie Lernbereitschaft, Pünktlichkeit, Zuverlässigkeit und Interesse am Beruf für die Betriebe heute – anders als noch vor wenigen Jahren – – viel wichtiger als das Abitur. Außerdem gebe es für diejenigen, die sich weiterqualifizieren wollen, die Möglichkeit, nach der Berufsausbildung die Fachhochschulreife zu erwerben. Insgesamt war der Tag der offenen Tür gut besucht. Viele junge Leute waren mit ihren Eltern gekommen, um sich mit den Angeboten des OSZ vertraut zu machen. Einer der Aushänge im Foyer richtete sich an ältere Besucher. Es werden nämlich auch Lehrkräfte gesucht, für Deutsch, Englisch und Wirtschaftswissenschaften etwa.

Von Stephan Laude

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