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Teltow-Fläming Besser nicht anfassen, nur gucken
Lokales Teltow-Fläming Besser nicht anfassen, nur gucken
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02:15 26.05.2017
Wolfgang Niestradt in seinem vor Kakteen nur so wuchernden Gewächshaus. Dieses kann man ab dem Männertag an drei Tagen besichtigen. Quelle: FOTOS: Hartmut F. Reck (2)
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Schönhagen

Wer auf Kakteen abfährt, muss nicht bis nach Mexiko fliegen. Eine Radtour oder ein Ausflug mit dem Auto am Männertag oder an den beiden darauffolgenden Tagen nach Schönhagen tut es auch. Vermutlich erfährt man dort mehr über die stacheligen Pflanzen und sieht bestimmt auch mehr von ihnen, als wenn man nach Mittelamerika düst. Denn an der B246 zwischen Schönhagen und Stangenhagen an der Schönhagener Landstraße 15 weist ein Holzschild mit der Aufschrift „Kakteen“ zum Wohnhaus und zum Gewächshaus von Wolfgang Niestradt. In 74 Jahren hat der heute 79-Jährige eine der bedeutendsten Kakteen-Sammlungen Deutschlands zusammengetragen. Und die wächst und gedeiht seit elf Jahren in Schönhagen.

Wunderschön blüht gerade dieser Echinocereus, ei Igel-Säulen-Kaktus, im Gewächshaus von Wolfgang Niestradt. Quelle: Hartmut F. Reck

Genau beziffern könne er die Zahl seiner stacheligen Lieblinge nicht, sagt er auf die Frage, wie viele Sorten er denn habe. „Arten!“, verbessert er, „bei Wildkakteen sagt man Arten. Sorten sagte man nur bei gezüchteten Kakteen.“

Aha! Es sind also etwa 500 Arten von Kakteen, die in Wolfgang Niestradts Gewächshaus und Garten wachsen. Ungezählt sind dagegen die Sorten gezüchteter Kakteen und die vielen Sokkulenten.

Jeder Kaktus blüht – irgendwann. Man muss ihn nur richtig behandeln. Quelle: Hartmut F. Reck

Beim Rundgang lernt der interessierte Laie auch, dass alle Kakteen aus Amerika stammen. Alles das, was woanders vorkomme, seien Züchtungen. Von denen hat Niestradt auch eine ganze Menge – sogar eigene Kreationen wie Orchideenkakteen oder den Epicactus „Laura N.“ Oh, wohl nach der Frau benannt? „Nee, nach dem Hund!“ Niestradts Frau Johanna mag das verkraften, ist sie doch genauso vernarrt in die Kakteen wie ihr Mann.

Wolfgang Niestradt mit einer Eigenzüchtung, benannt nach seinem Hund. Quelle: Hartmut F. Reck

Bei diesen vielen Arten und Sorten kann dem Laien ganz schwindelig werden. Bei manchen Gewächsen sieht man erst auf den zweiten Blick, dass es ein Kaktus ist. Und die Bezeichnung richtet sich oft nach dem Aussehen, wie zum Beispiel beim „Affenschwanz“, von dem gleich eine ganze Reihe aus dem Blumentopf hängt.

Sehen aus wie Affenschwänze. Heißen auch so. Sind aber Kakteen Quelle: Hartmut F. Reck

Wolfgang Niestradt hat schon als Kind Kakteen gesammelt. Später als Student an der Filmhochschule Babelsberg und dann als Kameramann, der etwa 200 Dokumentarfilme in 52 Ländern drehte, ging die Sammelwut weiter. Statt für irgendwelche Westklamotten hat er von den ihm zur Verfügung stehenden Devisen Kakteensamen gekauft. „Mehr als 90 Prozent meiner Kakteen habe ich selber aus den Samen gezogen“, sagt er stolz.

Einige davon blühen schon, aber nicht so viele wie sonst um diese Zeit. „In diesem Jahr kommt alles etwas später, weil wir im April kaum Sonne hatten“, sagt Niestradt. Es sei aber nicht so, dass es Kakteen gebe, die gar nicht blühen. „Es gibt keine Pflanzen, die nicht blühen“, sagt der Kakteenexperte, „man muss sie nur richtig behandeln.“ Und das heißt vor allem: nicht so oft gießen! „Bei mir wird nur alle vier Wochen gegossen“, berichtet Niestradt, „dafür brauche ich dann aber gleich 700 Liter Regenwasser allein für das Gewächshaus.“

Wolfgang Niestradt lädt vom Männertag bis zum Samstag von 10 bis 18 Uhr in sein Gewächshaus und in seinen Garten ein. Quelle: Hartmut F. Reck

Wolfgang Niestadts Kakteensammlung ist vom Donnerstag, dem 25. Mai, bis zum Samstag, dem 27. Mai, zwischen 10 und 18 Uhr zu besichtigen. Dabei sollte man darauf achten: Besser nicht anfassen, sondern nur gucken.

Von Hartmut F. Reck

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