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Bessere Anbindung in Niedergörsdorf gefordert

Fahrplanwechsel Bessere Anbindung in Niedergörsdorf gefordert

Der im Dezember in Kraft getretene Fahrplan der Bahn brachte Vorteile für Jüterboger – aber jede Menge Probleme für die Pendler in Niedergörsdorf. Vor allem, wer morgens in Richtung Luckenwalde und Berlin will, hat es schwer. Die Gemeindevertreter wollen jetzt handeln.

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In Blönsdorf fährt der Regio nun im Zweistundentakt unmittelbar nach dem ICE in Richtung Berlin.

Quelle: Josefine Sack

Niedergörsdorf. Seit dem Fahrplanwechsel im Dezember besteht auf der Strecke zwischen Berlin, Ludwigsfelde und Jüterbog wieder ein annähernder Halbstundentakt. Doch nicht alle Reisenden profitieren von der Neuerung. Vor allem in den Morgenstunden ist die Umstellung im Bahnverkehr für viele Berufspendler aus Niedergörsdorf gewöhnungsbedürftig.

Anstatt wie vor der Fahrplanänderung um 4.43 Uhr fährt der erste Zug ab Oehna jetzt erst um 5.24 Uhr (in Zellendorf wenige Minuten früher) los. Ab Niedergörsdorf fährt die Bahn statt um 5.50 Uhr erst um 6.36 Uhr (in Blönsdorf wenige Minuten früher) ab, die nächste dann erst zwei Stunden später. Von Berlin Hauptbahnhof fahren die Züge stündlich zur Minute 31 und zweistündlich abwechselnd nach Oehna und Niedergörsdorf.

Gähnende Leere in Blönsdorf

Gähnende Leere in Blönsdorf: An kleineren Bahnhöfen steigen immer weniger Fahrgäste ein.

Quelle: Josefine Sack

Obwohl die Fahrtzeit nach Berlin nach wie vor nur eine knappe Stunde beträgt, fühlen sich die Niedergörsdorfer abgehängt. „Der Taktwechsel hat für viele Pendler zur Folge, dass sie sich eine Stunde früher auf den Weg machen müssen, um nicht zu spät zur Arbeit zu kommen“, kritisiert Stefan Jurisch. Der Vorsitzende des SPD-Ortsvereins Niedergörsdorf wohnt in Gölsdorf und pendelt selbst täglich mit dem Zug in die Hauptstadt. Seit dem Fahrplanwechsel fährt Jurisch mit dem Auto nach Jüterbog und steigt dort in den Zug. So ist er trotz der 20-minütigen Fahrt zum Bahnhof pünktlich in Berlin. Erst 2014 wurde dort der Pendlerparkplatz erweitert. Schon jetzt ist er tagsüber voll ausgelastet.

Die Zukunft kleinerer Bahnhöfe ist ungewiss

An den Bahnhöfen in Niedergörsdorf, die zum Teil gerade erst erneuert worden sind, aber auch im Nachbarlandkreis Elbe-Elster steigen dagegen immer weniger Fahrgäste ein. Jüterbogs Bürgermeister Arne Raue (parteilos) und der Bürgermeister von Herzberg/Elster, Michael Oecknigk (CDU), hatten bereits im Dezember angekündigt, mit der Bahn zu sprechen wollen. Am Fahrplan hat sich seitdem nichts geändert.

Hintergrund

Hintergrund für Änderungen im Regionalverkehr beim Fahrplanwechsel im Dezember war die neue ICE-Strecke von Halle/Leipzig nach Erfurt.

Auf der Strecke Falkenberg/Wittenberg – Jüterbog – Berlin konnten die bisherigen Fahrpläne der RE-Züge wegen der veränderten Fernverkehrspläne und der insgesamt höheren Zugfrequenz auf der Strecke Berlin – Jüterbog nicht beibehalten werden. Daraufhin wurden die Linien RE3 und RE5 südlich von Berlin getauscht. In der Folge verschoben sich auch die Abfahrtzeiten nach hinten.

Fahrpläne werden möglichst über längere Zeiträume konstant gestaltet. „In diesem Fall waren Fahrplanänderungen aufgrund neuer Rahmenbedingungen jedoch unvermeidbar und es musste eine Abwägung zwischen den Interessen vieler Reisender getroffen werden“, teilte VBB-Sprecherin Elke Krokowski auf Anfrage mit.

„Es besteht die Gefahr, dass man die Unwirtschaftlichkeit kleinerer Bahnhöfe durch geringe und unattraktive Anfahrtszeiten zur selbst erfüllenden Prophezeiung macht“, warnt Jurisch. Fahrgastzählungen seien wenig aussagekräftig, um die regionale Bedeutung eines Bahnhofs zu messen. Er kritisiert die Regelung, wonach mindestens 50 Fahrgäste pro Tag ein- und aussteigen müssen, um eine Station aufrechtzuerhalten. „Wenn man junge Leute halten will, muss man Perspektiven schaffen. Dazu gehört eine gute Anbindung zum Arbeitsplatz“, fordert Jurisch.

Gemeinsam handeln: Fraktionsübergreifendes Strategiepapier geplant

Die Gemeindevertreter wollen nun eine fraktionsübergreifende Erklärung an den VBB und die Landesregierung vorlegen. Anstelle von Fahrgasterhebungen sieht das Papier „Potenzialanalysen des Einzugsgebiets“ vor. Zudem fordern sie, künftig frühzeitig in die Fahrplangestaltung des VBB einbezogen zu werden. Der Entwurf, über den am 13. April abgestimmt werden soll, beinhaltet auch den Wunsch nach einem Stundentakt auf der Strecke.

Von Josefine Sack

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