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Bessere Badebilanz als erwartet

Dahmeland-Fläming Bessere Badebilanz als erwartet

Der Sommer war verregnet. Doch für die Strand- und Freibadbetreiber in der Region hat es schon schlechtere Jahre gegeben. Sie ziehen zum Ende der Saison zwar keine gute Bilanz. Dennoch spricht niemand von einer absoluten Katastrophe. Grund sind auch die Nebeneinnahmen durch Gastronomie und Freizeitangebote.

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In diesem Sommer konnten Badegäste nur selten in der Sonne auf dem Steg entspannen.

Quelle: Anja Meyer

Dahmeland-Fläming. Wer an den gerade zu Ende gegangen Sommer denkt, denkt vor allem an eines: Regen. Oder: Starkregen. Eine Wetterlage, die für die meisten Menschen ärgerlich, für manche jedoch existenzbedrohend werden kann. Darunter fallen die Betreiber der Strand- und Freibäder in der Region Dahmeland-Fläming. Doch auch wenn sich alle von der MAZ befragten Betreiber einig waren, dass dieser Sommer nicht der beste für sie war, fällt ihre Bade-Bilanz ein bisschen besser aus, als erwartet.

So spricht Bademeisterin Karola Werner vom Strandbad Neue Mühle in Königs Wusterhausen davon, dass 2017 zwar definitiv kein gutes Jahr gewesen sei. Die gesetzten Ziele seien nicht erreicht worden. Dennoch: „Wir hatten auch schon schlechtere Sommer.“ In diesem Jahr haben etwa 12 000 Gäste das Strandbad besucht, dazu zählen auch etwa 700 Kinder, die zum Schulschwimmen gekommen sind und rund 2 000 Besucher des Drachenbootcups und der Staabregatta. Zum Vergleich: 2011 war mit rund 10 000 Besuchern das schwächste Jahr. 2015 mit 15 000 Gästen ein Top-Jahr. Das Strandbad Neue Mühle ist noch bis zum 30. September geöffnet. „Zwei Hartgesottene drehen auch jetzt noch jeden Morgen ihre Runden“, berichtet Karola Werner.

Reiner Badebetrieb nicht wirtschaftlich

Das Strandbad Neue Mühle wird von der Stadt Königs Wusterhausen betrieben. Durch die Finanzierung von der Kommune können Verluste leichter ausgeglichen werden, als bei privaten Strandbad-Betreibern. Um die wirtschaftliche Existenz zu sichern, müssen sie sich ohnehin schon so aufstellen, dass ihre Angebote über den reinen Badebetrieb hinausgehen.

Laut Reinhard Schulz, der als Geschäftsführer der Kalli GmbH das Strandbad Kallinchen am Motzener See bewirtschaftet, müsste der Eintritt bei einem reinen Badebetrieb mindestens 5 Euro betragen. Ansonsten würden Strandbad-Betreiber pleite gehen, denn mit den Einnahmen werden neben dem Personal auch Reparaturen und Investitionen finanziert. „So viel zahlt jedoch keiner für ein Strandbad“, sagt Schulz. Deshalb finanziert er sein beliebtes Strandbad unter anderem über Parkgebühren und Freizeitangebote wie Minigolf, Bootsverleih oder Volleyball.

Diese Zusatzangebote sorgen bei Reinhard Schulz für eine auskömmliche Bilanz des aktuellen Jahres. „Der Sommer war natürlich nicht gut“, sagt Schulz. Durchschnittlich besuchen rund 30 000 Gäste jährlich das Strandbad Kallinchen, jetzt waren es 25 000. Das Rekordjahr war 2015 mit 40 000 Gästen. Als Grund dafür, dass der verregnete Sommer nicht zum ganz großen Besucherschwund geführt hat, nennt er die milden Temperaturen. „Wir hatten zum Glück keine Kälteausreißer, an denen es zwei Wochen am Stück nur 15 Grad warm war.“ Da die Wassertemperatur durchgängig bei etwa 20 Grad Celsius lag, kamen auch bei Regen Schwimmer vorbei. Ihre Verweildauer war jedoch kürzer.

Heiße Tage fehlten

„Was uns dieses Jahr gefehlt hat, waren die wirklich heißen Tage“, sagt Schulz. „So ein Jahr gibt wenig Spielraum für Investitionen.“ Er hofft, im Endeffekt bei null herauszukommen. Eigentlich wollte Schulz einen weiteren Steg bauen. Doch dafür werden die diesjährigen Einnahmen wohl nicht reichen.

Als problematisch schätzen Barbara Kühl, Chefin des Strandbads in Mahlow, und Sylvia Greulich vom Strandbad Sperenberg diesen Sommer sein. Damit sich der Betrieb lohnt, müsste es laut Barbara Kühl immer um die 30 Grad Celsius warm und sonnig sein. „Diese Saison war für uns nicht gut“, sagt Barbara Kühl, die neben dem Strandbad noch die Pension am Mahlower See betreibt. „Wir werden Schwierigkeiten haben, über den Winter zu kommen.“

Sylvia Greulich nennt diesen Sommer den bescheidensten seit Ewigkeiten. Das Problem: Weil die Wettervorhersagen so unvorhersehbar waren, seien auch viele Berliner Gäste weggeblieben. „Es konnte ja nie jemand vorhersehen, ob der Tag doch noch schön wird und man baden fahren kann.“ Immerhin sei ihre Gastronomie gut gelaufen, das sorge für ein paar Einnahmen. „Bei uns sieht es mit den Zahlen nach diesem Sommer sehr schlecht aus“, sagt Sylvia Greulich. „Wenn die nächsten Sommer wieder so verregnet sind, können wir dicht machen.“

Wahlsdorf zieht bessere Bilanz als 2016

Dass Bäder allgemein defizitär sind, ist laut Edgar Sauer, Betriebsleiter des Freibades in Elsthal, bekannt. Dort kam zum Regen in diesem Jahr noch die Sache mit dem Öl. Im August kippten Unbekannte einen 20-Liter-Öl-Kanister ins Bad. „Ausgerechnet in einer Woche, in der das Wetter mal schön war“, so Sauer. Das Freibad zählte in diesem Sommer 6000 Besucher, im Vorjahr waren es 10 000. Der Spitzentag war der Schulbeginnertag.

Das einzige Bad, das in der Region eine bessere Bilanz zieht als im Vorjahr, ist das Freibad Wahlsdorf. „Wir hatten im vergangenen Jahr 6500 Besucher, jetzt liegen wir sogar noch etwas darüber“, teilt Ortsvorsteher Thomas März mit. Das liege vor allem daran, dass das Freibad seit dem vergangenen Jahr beheizt wird. Die Wassertemperatur liege konstant bei 25 Grad Celsius.

„Die Leute sind bei uns auch im Regen ihre Bahnen geschwommen“, sagt März. „Sie haben sich danach eben nur nicht mehr auf die Wiese gelegt.“ Da es in diesem Sommer sowieso keine Gastronomie am Bad gab, sei das auch nicht weiter schlimm gewesen.

Von Anja Meyer

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